Überraschend im Weihnachtsbaum-Land (DK, August 2023)

In vier Monaten ist Weihnachten schon wieder vorbei! Und in spätestens zweieinhalb Monaten müssen wir unseren Weihnachtsbaum aussuchen. Man kann nicht früh genug damit beginnen, aber der Reihe nach!

Das Wetter verlockt uns noch einmal, eine Radtour zu machen. Diesmal soll es über Hoptrup durch die Felder Richtung Genner und zurück gehen. Die Wolken bieten ein schönes Bild am strahlend blauen Himmel.

Inzwischen ist die Getreideernte schon fast abgeschlossen. Die Maschinen hinterlassen schöne Muster auf den Feldern.

Nachdem wir den Slivsø passiert haben, schlagen wir einen neuen Weg nach Hoptrup ein. Durch einen kleinen Eichenwald (Lille Egedal) fahren wir immer entlang einer kleinen Au, die in den Slivsø mündet.

Unsere Straße mündet direkt gegenüber der Kirche. Nun können wir sie doch noch von innen besichtigen.

Als erstes finden wir auch hier den Pilgerstempel für den Camino, diesmal in einer sehr schönen Ausführung.

Das Kirchenschiff ist hier ein Modell des dänischen Segelschulschiffs ‚Danmark‘, 1952 gefertigt. Das Original feiert in diesem Jahr seinen einhundertsten Geburtstag und liegt, wenn es sich nicht grad auf Fahrt befindet, in Frederikshavn.

Die Orgel sieht nicht nur recht modern aus, sie ist es auch, erbaut im Jahr 1972. Während des ersten Weltkriegs wurden die metallenen Orgelpfeifen konfisziert und durch aus bronzierten Holzleisten gefertigte Pfeifen ersetzt. Damit war die Gemeinde sicherlich nicht glücklich. Schon seit 1820 wünschte man sich eine Orgel für die Kirche, aber erst 52 Jahre später war genügend Geld zusammen, um sich diesen Wunsch erfüllen zu können. Und dann werden die Orgelpfeifen einem 45 Jahre später wieder weggenommen, ausgerechnet vom deutschen Staat, zu dem das Gebiet seit 1864 ja gehörte. Immerhin hielten die hölzernen Ersatzpfeifen dann noch 55 Jahre lang, bis die „neue“ Orgel in den Dienst gestellt wurde.

Außer der großen Glocke im Kirchturm hängt innen in der südlichen Kapelle noch eine kleine Glocke, von der man nicht weiß, wie alt sie wirklich ist. Auf einer Inventarliste von 1711 wird sie zum ersten Mal erwähnt.

In einer Ecke steht der pengeblok für die Opfergaben. Dieser „Geldblock“ ist von 1789 und hat damals einen noch älteren ersetzt. Diese Blöcke wurden seit dem frühen 13. Jahrhundert in den Kirchen aufgestellt und waren meist aus Eiche gefertigt. Der Block wurde ausgehöhlt und rundherum mit Eisen beschlagen. Zwei große Vorhängeschlösser sichern die Kollekte noch heute, der pengeblok ist immer noch in Gebrauch.

Nach dem kurzen Besuch geht es weiter mit unserer Radtour, einmal quer durch die Feldmark. Dabei kreuzen wir wieder die Amtsbezirksgrenzen, von Haderslev Kommune rein in Aabenraa Kommune.

Das Wetter bleibt fein, der Weg ist etwas hügelig und die Ausblicke bleiben abwechslungsreich.

Wir fahren schließlich ein kleines Stückchen auf der 170 entlang, auf einem sehr breiten Fahrradstreifen, bis wir wieder in Richtung Ostsee abbiegen.

Kurz darauf finden wir uns im zu Beginn erwähnten Weihnachtsbaum-Land wieder, links und rechts des Weges Felder mit Tannen, einige schon mit den farbigen Kennzeichnungen für den Verkauf versehen.

Und dann sind wir ganz oben auf den Hügeln, am Horizont sind Gennerbucht (noch Aabenraa Kommune) und Diernæsbucht (schon Haderslev Kommune) zu sehen.

Noch ein kleines Stückchen über den letzten Hügel (Venbjerg) und dann in Schussfahrt hinunter zum Campingplatz, wo uns eine wohlverdiente Pause mit Tee und Keksen erwartet.

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