Ein Besuch an der Nordsee: Holmsland Klit, Bjerregaard (DK, August 2023)

Das Sturmtief Zacharias zerrt an Bäumen und Büschen, an Vorzelten und an den Nerven. Die Wohnwagen und Camper werden von den starken Windböen durchgeschüttelt. Bei den Nachbarn reißen Seile bzw. brechen Zeltstangen. In der Diernæs Bucht herrscht „Ebbe“, da der Weststurm das Wasser hinausdrückt.

Eine der beiden Zufahrten zum Campingplatz ist gesperrt, da ein Baum über den Weg gestürzt ist.

Wir machen einen Ausflug nach Bjerregaard an die Nordsee, mal sehen, wie das Wetter dort aussieht. Wir besuchen Freunde, die dort im Sommerhaus ihren Sommer-Strand-Urlaub verbringen. Wahrscheinlich benutzen sie die Sauna und den Whirlpool öfter als eigentlich für den Sommer geplant. Wir fahren knapp zwei Stunden einmal quer durch Jütland, von der stark hügeligen Ostseite an die eher flache Nordsee-Seite. Im Auto läuft Musik statt des flatternden Dauertons des Vorzelts. Die Sonne scheint. Erinnerungen an unsere Autofahrten in Pennsylvania kommen hoch, die Landschaften ähneln sich.

Im Ferienhausgebiet angekommen peitscht ein Regenschauer über uns weg, von dem wir am Aussteigen gehindert werden.

Dann gibt es Kaffee und Kuchen, bevor die hohe Dünenkette, die uns vom Meer trennt, überquert wird.

Das Foto gibt es nicht wieder, aber der stürmische Westwind treibt den feinen Dünensand mit einer irren Geschwindigkeit gegen und über uns hinweg.

Ohne Sonnenbrille (die Kinder nutzen einfach ihre Tauchbrillen), Kapuzen und Tücher über Mund und Nase ist ein Spaziergang nicht möglich. Der Sand landet trotzdem im Mund, angenehm ist etwas anderes.

Wir waren schon oft hier, bei jedem Wetter, aber dass wir mit fast geschlossenen Augen und rückwärts (!) die Düne zum Meer hin hinabsteigen müssen, das haben wir in all den Jahren noch nie erlebt.

Der Blick Richtung Norden zeigt, dass die Sonne auch hier scheint, nur gehen wir nach Süden.

Der Spaziergang wird, je länger er dauert, auch nicht angenehmer. Zunächst ist es nur die Gischt, die unsere Kleidung nässt, den Rest übernimmt schließlich ein weiterer Regenschauer. Wir votieren für den nächsten Aufstieg, der Wind im Rücken übernimmt einen Teil der Anstrengung.

Den Nachmittag lassen wir gemütlich im Schutz des Sommerhauses ausklingen, bevor wir uns wieder auf die Fahrt quer durch Jütland machen. Überall sieht es wie frisch gewaschen aus, bis uns kurz vor Haderslev dann doch wieder der Regen erwischt.

Hinterlasse einen Kommentar