Mensch gegen Maschine: die Digitalisierung schreitet voran …, Teil 2 (Graz, Juli 2023)

Immer noch in Hamburg auf dem Flughafen: Ich vertreibe mir die nun sehr lange Wartezeit u.a. damit, den einzigen (!) Wasserspender auf dem Flughafen wiederzufinden. Es gibt einen, das weiß ich. Er wird auch auf den Infotafeln angezeigt. Zuerst geht es nach links, immer den langen Gang entlang. Ich weiß, dass man etwas laufen muss, aber dann steht er an der rechten Wand. Als ich zur nächsten Infotafel komme, auf der der Pfeil in die andere Richtung zeigt, drehe ich etwas konsterniert um. Habe ich ihn etwa übersehen?

Bald sehe ich den Ausgangspunkt meiner kleinen Wanderung schon wieder. Das kann doch nicht sein. Schließlich findet sich ein weiteres Zeichen, das in das Untergeschoss weist! Der Treppenabgang befindet sich hinter einem Snackverkauf, der auch mit dem Verkauf von Wasserflaschen ein gutes Geschäft macht. Wahrscheinlich sollen diese Geschäfte nicht gestört werden von solch nervigen Menschen wie mich. Schließlich ist die Wasserflasche wieder aufgefüllt und der Wartebereich des Abfluggates erreicht. Hier gibt es immerhin free wifi und jede Menge Steckdosen zum Aufladen der Geräte. Immerhin muss ich mich hier noch fast drei Stunden beschäftigen.

Die Zeit ist dann auch irgendwann um, die mobile Bordkarte funktioniert einwandfrei beim Self-Check-in. Das Flugzeug ist ausgebucht, ich bin in der letzten Boarding-Gruppe. So lerne ich, dass mein Handgepäck-Koffer tatsächlich unter den Vordersitz passt! Die Kapitänin fliegt uns sicher nach Frankfurt. Es rumpelt nur beim Durchqueren der Wolkendecke. Innerhalb der Dreiviertelstunde Flugzeit gibt es noch Wasser und Schokolade for free. Ich fliege ja mit der Lufthansa.

In Frankfurt wird es beim Umsteigen sportlich. Nach einer längeren Fahrt von der Landebahn zum Gate bleiben noch zwanzig Minuten, bis das nächste Boarding beginnt. Mit einigen anderen laufen wir sehr schnellen Schrittes von Gate A24 zum Gate A68. Wir schaffen es, niemanden wirklich umzurennen, doch den einen oder anderen Rempler bekommen einige schon ab. Wir schaffen es auch, beim Verlassen der Rollbänder, die wir ebenfalls schnell durchlaufen, nicht zu stolpern. 15 Minuten später sind wir tatsächlich da, und es bleibt sogar noch Zeit, noch einmal die Toilette aufzusuchen.

Auch hier funktioniert technisch alles, unten wartet auch schon ein Bus auf uns, der uns zum Flugzeug bringt. Nun wird es etwas skurril. Der Bus fährt die ganze Strecke, die wir schon gelaufen sind, wieder zurück! Und dann noch weiter, bis fast zur Landebahn.

Da steht dann die Maschine nach Graz. Sie ist viel kleiner, Gangways stehen vorne und hinten. So sind schnell alle drin, zudem ist nicht sie ausgebucht. Das ist ganz angenehm. Ob mein Aufgabegepäck es auch mit geschafft hat, das weiß ich erst in ein und einer Viertelstunde. Fortsetzung folgt!

Mensch gegen Maschine: die Digitalisierung schreitet voran …, Teil 1 (Graz, Juli 2023)

Es geht nach fünf Jahren einmal wieder nach Graz in Österreich. Die Steiermark ist immer eine Reise wert, auch wenn diesmal eine internationale Konferenz im Vordergrund stehen wird. Ein bisschen Sightseeing und schöne Fotogelegenheiten für den Blog werden sicherlich dabei abfallen.

Für den ersten Teil der Anreise wird der Kielius-Bus genutzt, ein recht bequemer Zubringer von Kiel über Neumünster zum Hamburger Flughafen. Laut Eigenwerbung beginnt damit der Urlaub schon zwei Stunden früher. Es scheint dann daran zu liegen, dass mein online erworbenes Ticket nicht gültig ist. Ich bin ja nicht auf dem Weg in den Urlaub, kleiner Scherz am sehr frühen Morgen. Das online-Ticket muss auf A4 ausgedruckt sein. Dass man es auch in elektronischer Form vorzeigen darf, steht im Kleingedruckten und dort auch nicht an erster Stelle. Allerdings werden im Bus beide Varianten nicht vom Scanner des Busfahrers erkannt. Dann muss man eigentlich ein neues Ticket bei ihm kaufen und sich um die Rückerstattung selbst kümmern!!

Netterweise notiert er sich die Buchungsnummer und lässt mich dann doch damit mitfahren. Auf der Webseite des Kielius-Busses steht, dass man so rechtzeitig fahren sollte, dass man drei Stunden vor Abflug am Flughafen sein kann. Die Hamburger Sicherheitskontrollen sind personell sehr unterbesetzt. Darum stauen sich die Reisenden immer sehr lange davor. Das steht natürlich nicht auf der Webseite. Das erfährt man in Gesprächen von recht vielen Leuten und aus der Presse. So bin ich also gefühlt mitten in der Nacht aufgestanden, um diese Anforderung zu erfüllen.

Zuerst muss aber der Koffer aufgegeben werden, was hier vollautomatisiert erfolgt. Ich fliege mit Lufthansa, auch online gebucht. Ich wurde am Tag vorher schon automatisch eingecheckt, ohne dass ich etwas machen musste. Dafür dauert es mit mir und der Kofferaufgabe-Maschine etwas länger. Der erste Kofferanhänger ist nach dem Scannen der Bordkarte schnell ausgedruckt. Den klebe ich an den Griff oben daran, nachdem ich begriffen habe, wie das lange Teil wo genau zusammengeklebt werden muss. Dann soll der Koffer eigentlich losfahren, aber die Maschine behauptet, dass vor und auf ihr kein Koffer stehen würde. Ich drehe ihn um, keine Verbesserung der Lage. Ich bestätige, dass ich immer noch da bin und versuche, meinen Koffer aufzugeben. Dann kommt automatisch ein weiterer Kofferanhänger heraus. Den klebe ich nun an den seitlichen Griff. Das gefällt dem Automaten und mein Koffer fährt endlich los.

Sicherheitshalber drucke ich mir noch eine Quittung aus, die Bestätigung kommt aber ebenso schnell elektronisch aufs Telefon.

Nun geht es mit einem kurzen Stopp auf der Toilette zur Sicherheitskontrolle. Noch schnell das restliche Wasser ausgetrunken und die Jacke in den Koffer gestopft. In meinem Flüssigkeitsbeutel habe ich sehr viele kleine Probiergrößen hineingesteckt. Dadurch musste ich den Rest in einem zweiten Beutel unterbringen. Das darf man aber nicht, seit bereits 17 Jahren, wie die Dame von der Sicherheit mir mitteilt. Ich versuche also, anderthalb Tüten in eine zu stopfen. Geht nicht. Die Dame sagt, dass die Tüte auch noch verschlossen werden muss. Geht auch nicht. Wir beenden das Spiel damit, dass ich die volle Tüte etwas offen lasse und sie die Sonnencreme und das feste Deo neben den Koffer in die Ablageschale legt. Das ist doch mal nett!

Dann Full Body Scan, trotzdem noch abgetastet werden, die Schale mit dem Koffer geht inzwischen einen anderen Weg. Der Koffer muss geöffnet und genauer durchsucht werden. Könnte ja sein, dass in leerer Wasserflasche, Brotdose, Nackenhörnchen oder Jacke noch etwas gefährliches steckt. Tut es aber nicht.

Und nun komme ich zum Clou dieser ganzen Erzählung. Von der Ankunft des Busses bis zur anderen Seite der Sicherheitskontrolle sind maximal dreißig Minuten vergangen!! Das ist weniger, als es gedauert hat, diesen Text zu verfassen. Fortsetzung folgt!