Caribbean Cruise, day 12, last day at sea (April 2023)

Unser letzter Tag auf See, und das Frühstück im Restaurant schmeckt auch wieder sehr gut. Komischer Krankheitserreger, der sich ein Weilchen bei uns wohl fühlte. Wir hatten im Restaurant um etwas frischen Ingwer für unseren Aufguss gebeten und ein volles Schälchen bekommen. So können wir heute noch das letzte Ingwerwasser trinken und unserem Immunsystem etwas gutes tun.

Es ist immer noch schön warm für unsere norddeutschen Verhältnisse. Daher können wir es uns auch draußen auf den Liegen gemütlich machen und lesen. Zwischendurch suchen wir uns neue Schattenplätze und entdecken das erste Mal das Guckloch im Fußboden des Pooldecks. Zehn Stockwerke über dem Meeresspiegel, wie gut, dass es Sicherheitsglas gibt!

Vor dem Abendessen gibt es noch eine Flaggenparade im Centrum. Sie möchten zeigen, wieviele Nationen hier auf dem Schiff arbeiten (Menschen aus 62 Nationen) und diese wertschätzen. Deren Flaggen werden von Repräsentanten hereingetragen und die Nationen werden von Cruise Director Carly vorgelesen. Einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steuern kleine Showeinlagen bei, unterhaltsamer als zuvor gedacht.

So kommen wir reichlich verspätet zum letzten Abendessen. Das junge Paar taucht gar nicht auf, beide sind inzwischen krank. Mike redet dafür ziemlich ununterbrochen. Er erzählt uns mehrmals die Geschichte, wie er an seinen goldenen (okay, vergoldeten) Cartier-Stift gekommen ist. Als er in den 1970er Jahren in Südkorea stationiert war, vertrieb er sich abends die Zeit damit, Poker zu spielen. Ein ihm völlig unbekannter Mensch drängte ihm diesen Kugelschreiber von Cartier auf. Er hätte ihn den ganzen Abend nur Unglück gebracht, nun sei er völlig pleite und wolle das Unglück unbedingt loswerden.

Mike dagegen gewann danach und hatte, so sagt er, fürderhin immer nur Glück im Leben. Wenn das Leben man wirklich so simpel wäre. Nun ist der Stift schon fast fünfzig Jahre bei ihm, und so langsam gibt die Mine auf. Leider gelang es ihm bisher nicht, dafür eine passende Ersatzmine in den USA (und auch nicht in Frankreich) zu finden.

Wir bauen den Stift auseinander, und siehe da: deutsche Qualitätsarbeit! Die Mine ist von Faber-Castell, made in Germany, darum hält sie schon fünfzig Jahre. Wir geben Mike die Webadresse. Vielleicht gelingt es ihm ja, auf diesem Wege eine Ersatzmine zu erhalten. Wir werden es wohl nie erfahren, denn wir wollen auf keinen Fall auf einer späteren Kreuzfahrt mit ihm wieder an einem Tisch sitzen.

Nach dem Abendessen steht nur noch das Kofferpacken auf dem Plan. Diese müssen rechtzeitig vor die Kabinentür gestellt sein, damit morgen beim Ausschiffen auch alles klappt.

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