Caribbean Cruise, day 6, St. Lucia 🇱🇨 (April 2023)

Hurra, heute geht es an Land! Wir sind an den „Inseln über dem Wind“ angekommen, die den nördlichen Teil der Kleinen Antillen bilden.

Für den Aufenthalt auf St. Lucia haben wir einen Ausflug gebucht, St. Lucia Wonders of Nature, unser Guide heißt Ricardo. Wir fahren mit dem Minibus, und unser Fahrer David fährt uns sicher durch die engen Straßen und Serpentinenstraßen hoch und runter quer über die Insel.

150 Jahre lang führten England und Frankreich Krieg auf und um die Insel, beide Länder waren jeweils sieben Mal siegreich. St. Lucia gehörte zuletzt lange zu den Britischen Jungferninseln, seit 1979 ist sie unabhängig, aber Mitglied im Commonwealth of Nations.

Daher ist das Staatsoberhaupt König Charles III., der durch einen Generalgouverneur vertreten wird, welcher hier hinter dem Tor residiert.

Wir starten in der Hauptstadt Castries, in der als einziger Hauptstadt der Welt zwei Nobelpreisträger geboren wurden, Arthur Lewis (1979, Wirtschaft) und Derek Walcott (1992, Literatur). Unsere Tour führt uns zunächst auf den Morne Fortune (258 Meter) zum ehemaligen Fort Charlotte, in dem das einzige College der Insel untergebracht ist (was den Guide zu dem Wortspiel ‚St. Lucia’s highest education‘ veranlasst.

Den ersten Fotostopp legen wir oberhalb der Marigot Bay ein, deren innerer Teil auch Hurricane Hole genannt wird, da hier kein Wind weht, auch nicht während eines Hurrikans. Die Franzosen versteckten sich hier erfolgreich hinter dem Sichtschutz aus Palmen vor den Engländern.

Die Insel ist aufgrund der vulkanischen Erde ein Garten Eden für Früchte, Nüsse, Gemüse, Gewürze und Kaffee und natürlich für Rum. Die Bewohner aromatisieren den Rum mit allem möglichen, an diesem Stopp kann man 40 unterschiedliche Sorten probieren, nur 1$ pro Gläschen. Wir kaufen eine Dose mit Zimtstangen.

Eines der Wahrzeichen der Insel sind die Pitons, quasi Ventile zweier schlafender Vulkane, aus denen das Material entwich, um dann diese beiden Kegel zu formen.

Das ist schon lange her, der letzte Ausbruch war im Jahr 1766. Auf dem Weg in die Vulkanumgebung hinein (UNESCO Weltnaturerbe) kommen wir durch das Fischerdorf Anse la Raye und das Künstlerdorf Canaries.

Wir lernen etwas über die Frucht der Kakaopflanze, orange, links im Bild (rechts liegen Kokosnüsse). Jede Frucht enthält 45 Kakaobohnen, die von einer weißen Schicht umhüllt sind. Diese Schicht wird abgelutscht (schmeckt ziemlich gut, wir probieren es aus), die Bohne darunter ist bitter und muss vor der Weiterverarbeitung zu Kakao erst fermentiert werden.

Wir fahren weiter in den Krater hinein, und man kann sogar durch die geschlossenen Fenster des Busses die heißen Schwefelquellen riechen. Ein Bad in ihnen soll einen gleich zehn Jahre jünger erscheinen lassen. Wie gut, dass auf dieser Tour keine Zeit für ein Ausprobieren bleibt.

Unser Ziel ist der Tet Paul Nature Trail, ein community project. Privatleute haben das Land kaufen und den Naturpfad anlegen können.

Unser Guide dort heißt Raoul, und er führt uns über Stock und Stein immer weiter hinauf, um schließlich einen 360-Grad-Blick über den Süden der Insel zu erhalten.

Hier erklärt Raoul, wie die Cassava-Wurzel, uns besser bekannt als Maniok, essbar gemacht wird. Im Rohzustand ist sie giftig. Bearbeitet stellt sie ein Grundnahrungsmittel dar.

Dies ist ein Pavillon für Hochzeiten und andere Gelegenheiten, die Pitons immer im Blick. Allerdings nicht auf diesem Foto, sie befinden sich links davon.

In der vulkanischen Erde bauen sie Gemüse an, komplett ökologisch, weder Dünger noch Pestizide werden hier benötigt.

Wenn ich groß bin, reise ich vielleicht nach Deutschland, sagt die kleine Ananasfrucht. Die erste Fabrik, denen das Eindosen von Ananas gelang, stand übrigens ins Baltimore, Maryland (Ende des 19. Jahrhunderts).

Die Frucht am Cashew-Busch (unten rechts im Bild) enthält nur zwei Cashewnüsse. Daher ist die Ernte mühsam, weil zeitintensiv.

Ein Panoramafoto der beiden Pitons, beide Gipfel liegen etwa 3 Kilometer auseinander.

Dann geht es wieder hinunter. Dieser Trail gilt bei den Amerikanern als strenuous, als anstrengend. Entsprechend langsam ist das Gehtempo.

Unten wieder angelangt, werden uns Kostproben des Landes gereicht, im Uhrzeigersinn Ananas, frische Kokosnuss, Zuckerrohr (muss man kauen und den Saft aussaugen, sehr lecker), Wassermelone, Guave (man ist die gesamte Frucht, sehr erfrischend) und ein Stück Kokoskuchen. Im Becher ist Saft der grünen Mango, auch sehr gut.

Dann geht es hinunter in die Bucht, ins Fischerdorf Soufrière, einstmals die Hauptstadt der Insel. Am Hummingbird Beach haben wir Zeit, um baden zu gehen. Erstaunlicherweise nutzen nur wenige diese Gelegenheit. Dabei hat das Wasser Badewannentemperatur.

Während die Amerikaner wieder nur im Wasser stehen (die wenigsten können anscheinend schwimmen), ziehen wir ein paar Bahnen quer zur Küste.

Danach geht es ohne weiteren Stopp zurück in den Nordwesten nach Castries und zu unserem Schiff zurück. Uns steht nicht der Sinn nach Duty Free Shopping, das ist überall gleich. Die Insel, ihre überbordende Vegetation und die extrem freundlichen Menschen haben einen tollen und nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Den wollen wir nicht durch Konsum, Konsum, Konsum überlagern lassen.

Wir gehen zurück aufs Schiff, genießen die relative Leere der Sonnendecks, machen es uns auf den Liegen gemütlich und genießen die Wärme. Wir bleiben oben und beobachten das Ablegemanöver (und den Sonnenuntergang) und sehen auch noch zwei Flugzeuge auf dem kleinen Flughafen landen. Der internationale Flughafen befindet sich im Süden der Insel, wir konnten ihn vom Nature Trail aus sehen.

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