Caribbean Cruise, day 1, Baltimore (April 2023)

Wir erreichen Maryland Cruise Terminal weit vor der gebuchten Ankunftszeit (14 Uhr), geben die Koffer ab und brauchen nun wirklich einen funktionierenden Geldautomaten, denn der Taxifahrer bekam unser letztes Bargeld. Im Terminal selbst gibt es keine ATM, so die Auskunft der freundlichen Einweiser.

Wahrscheinlich aber wohl dort hinten und zeigen in Richtung Interstate, auf der anderen Seite der I 95, die die Stadt durchteilt. Auf der sind wir im letzten Jahr nachts durch Baltimore gefahren. Nun sollen wir einfach den anderen Leuten folgen, Mitgliedern der Crew, die wüssten den Weg.

Niemand sonst geht hier zu Fuß, wir flitzen also hinterher, damit wir die Menschen nicht aus dem Blick verlieren. Es geht unter der Autobahnbrücke hindurch, gleich darauf eine kleine Treppe hoch und schon ist eine Bank zu sehen. Leider hat sie neue Öffnungszeiten, heute geschlossen. Nicht nur wir sind konsterniert, auch die Frau, die gerade aus ihrem Auto steigt. Sie bestätigt, dass die Bank sonst immer geöffnet hatte.

Gegenüber gibt es einen Harris Teeter food store, kennen wir noch nicht, aber in solchen Geschäften steht immer eine ATM, so auch hier. Wir nutzen die Gelegenheit, uns noch mit Wasser einzudecken, bevor es zum Schiff zurück geht. Wir nehmen dasselbe Tor wie kurz zuvor, doch nun steht dort jemand, der unseren Ausweis sehen möchte. Diesen Weg benutzen eben nur Crewmitglieder, aber er ist dann ganz zufrieden mit unseren Personalausweisen.

Wir sind immer noch viel zu früh zum Einchecken da, beschließen jedoch, es wie die Amerikaner zu tun: Anweisung ignorieren und einfach machen. Und – es klappt! Es ist wenig los, alle sind noch entspannt und wir sind fix wie nix an Bord – schön, wieder hier zu sein.

Die Enchantment of the Seas ist eine Klasse kleiner als das Schiff unserer letzten Cruise und auch schön älter, aber immer noch gut in Schuss. Das Schiff wurde auf der Kværner Masa Werft in Helsinki gebaut und 1997 in den Dienst gestellt. Sie war ursprünglich kürzer. 2005 wurde sie aufgeschnitten und in der Mitte um ein 22 Meter langes Segment erweitert. Dadurch gehört sie der Vision-Klasse an (Infos, die man so nebenbei erzählt bekommt).

Unsere Kabine ist noch nicht bezugsfertig, aber im Windjammer-Restaurant gibt es Lunch, sehr gut, auch gleich mit der ersten Bekanntschaft, Roger and his wife Ada (from Cuba). Das ist das, was wir an den amerikanischen Schiffen lieben. Man kommt sofort in Kontakt mit anderen Menschen. Anschließend erkunden wir das Schiff, machen die ersten, für Amerikaner sehr wichtigen, Aktionen mit (Collect your free charm/ drink/…! Take part in our free raffle! Guess the prize of the …!), gehen draußen spazieren, essen Eis, trinken Kaffee. Um 14 Uhr sind die Kabinen fertig, unsere 2508 ganz vorne ist klein, wirkt gleich i irgendwie vertraut, die Koffer kommen später. Nach dem Auspacken geht es unter die Dusche und dann auch schon zum Abendessen, second seating um 19:45 Uhr. Wir schaffen es so gerade und haben damit auch schon die erste Show verpasst, egal!

Beim Essen haben wir einen Zehner-Tisch bekommen, heute Abend nur zur Hälfte besetzt. Wir lernen Mike und Summer (aus Südkorea) im Alter unserer Eltern und Thomas und Hanna, die unsere Kinder sein könnten, kennen, ein richtiger Mehrgenerationentisch. Dann gibt es ein leckeres Drei-Gänge-Menü, aber keinen Kaffee hinterher wie auf der Jewel. Es ist schon einiges anders hier, aber das meiste ist beruhigend gleich. Wir fühlen uns sofort wohl und wie zuhause (als wenn unser Sabbatjahr gar nicht zuende wäre).

Das Schiff muss nach dem Ablegen unter der Francis Scott Key Bridge hindurchfahren. Wie immer sorgt dies für Fotoalarm und vielen Oohs und Aahs, wenn das Schiff dann doch tatsächlich hindurch passt.

Dann geht es in die Chesapeake Bay, bis wir später in der Nacht den Atlantik erreichen. Vorher schon, auf der Höhe von Annapolis, der Hauptstadt des Staates Maryland, fahren wir noch unter einer sehr langen Brücke hindurch, die sich dann als zwei Brücken entpuppt, für jede Fahrtrichtung eine eigene Brücke.

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