Hannover – Herrenhäuser Gärten, Teil 2 (Sommer 2022)

Bevor wir in den Berggarten hinübergehen, werfen wir noch einen Blick auf die älteste Kübelpflanze der Welt. Dieser Granatapfelbaum kam 1653 von Venedig hierher nach Herrenhausen. Mit fast 370 Jahren kann man auch mal etwas zauselig aussehen.

Der Berggarten wurde 1666 als Küchengarten für das Schloss angelegt. Bald darauf versuchte man auch, exotische Pflanzen zu ziehen, mal mit mehr, meistens mit weniger Erfolg. Knapp hundert Jahre später wurde der Garten nur noch als botanischer Garten genutzt. Der Gärtner musste dann standesgemäß wohnen. Heute dient das ehemalige Gartenmeister-Wohnhaus als Bibliothekspavillon.

Zwischen diesem Gebäude und den Schaugewächshäusern befindet sich der Schmuckhof. Die Beete sind sehr abwechslungsreich bepflanzt.

Rundherum stehen Duftpelargonien für eine Duftrallye bereit: Ein grünes Blatt zwischen den Fingern reiben, daran riechen und anschließend mit dem verdeckten Schild an der Pflanze vergleichen. Nicht immer kommen wir zu dem gleichen Ergebnis. Uns gefallen die zitronig duftenden Pelargonien am besten.

Wir gehen durch den Steppengarten und den Präriegarten und bewundern die schönen Stauden.

Im hinteren Teil des Gartens kommen wir zum Mausoleum der Welfen, denen es auch immer noch gehört. Zahlreiche Familienangehörige sind dort bestattet. Nur der letzte König von Hannover, der Brite George V (der sich von Preussen annektieren ließ), ruht natürlich in Windsor und nicht hier in Hannover! Der letzte das Welfenhaus regierende Prinz wurde 1953 vor dem Mausoleum bestattet, unter der Platte rechts liegt seine Frau, die erst 1980 verstarb.

Zum Mausoleum führt einmal längs durch den Garten eine Lindenallee, auch sie in Privatbesitz, aber öffentlich zugänglich. Spannender als dadurch zurückzugehen ist es, die verschlungenen Wege des Staudengrunds zu erforschen. Ein kleiner Bachlauf plätschert munter vor sich hin, kühlt die Luft angenehm herunter und mündet schließlich in einem Teich.

Wir laufen unter einer Süntelbuche hindurch. Dieser Baum wurde ca. 1880 gepflanzt, seine Krone überdeckt die fast unglaubliche Fläche von ca 750 qm! Diese Bäume stammten aus dem Süntel, einem Gebirgsstock südwestlich von Hannover. Dort wurde der letzte Buchenwald mit diesen Bäumen im letzten Jahrhundert als wertloses „Teufelsholz“ einfach abgeholzt und verbrannt.

Kurz darauf ist unser Rundgang beendet, und wir machen uns auf den Rückweg zum Hotel. Am nächsten Tag geht es endgültig nach Hause, das Sabbatjahr mit seinen vielen Reisemöglichkeiten ist jetzt wirklich zuende.

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