
Heute nehmen wir unsere Wanderstöcke in die Hand und gehen auf den Berg, immerhin 556 Meter hoch, der Aussichtsturm ‚Diana‘ ist unser Ziel.
Dafür laufen wir zuerst die sieben Stockwerke im Hotel abwärts, überqueren die Teplá und steigen auf einer gefühlt ewig langen Treppe wieder bis auf die Höhe des 11. Stocks des Hotels hinauf. An der St. Lukas-Kirche auf dem Schlossberg (1877 als anglikanische Kirche erbaut, von englischen Kurgästen finanziert, gehört sie heute der evangelisch-methodistischen Kirche und beherbergt ein Wachsfigurenmuseum, sehr schräg) geht es weiter hinauf in die Buchenwälder.


Wir schlagen den ersten schmalen Pfad neben dem kopfsteingepflasterten Zufahrtsweg zum Turm ein. Viele Wege führen hoch zur ‚Diana‘, wir finden uns diesmal auf einem Weg, den wir schon mal als Abstieg gewählt hatten, es geht reichlich steil bergan. Dabei muss man gar nicht zu Fuß zur ‚Diana‘ hochgehen. Es fährt auch eine Drahtseilbahn, die die meisten Besucher bevorzugen. Sie fährt von der Haltestelle Stará louka (Alte Wiese) beim Grandhotel Pupp über die Haltestelle Jelení skok (Hirschsprung) hoch zum Aussichtsturm. Bei unserem Aufstieg überqueren wir sie zunächst etwas oberhalb der Hirschsprung-Station, um gleich darauf unter den Schienen weiterzugehen.



Zwischendurch sind schöne Ausblicke in das Teplá-Tal mit den vielen alten Gebäuden und in Richtung Norden möglich.



Auch diesmal steigen wir nicht auf den Aussichtsturm, sondern erholen uns von der Anstrengung gleich in der Restauration. Denn wir nehmen den Weg eigentlich immer nur auf uns, um hier oben die Gulaschsuppe im Brot zu essen. Es schmeckt einfach zu gut.

Beim Essen schaut uns ‚Frosty‘ zu. Er sitzt gern auf dem Vordach, um sich in Ruhe zu putzen. Interessanterweise handelt es sich nicht um einen Albino-Pfau. Frosty‘s Färbung ist eine seltenere der gleichen Pfauenart, zu der auch sein Kumpel ‚Romulus’ gehört, ein blauer Pfau.

Zum kleinen Mini-Zoo hinter der Gaststätte gehören neben Shetlandponys und Zwergziegen auch zwei Göttinger Miniferkel. Dies hier ist ‚Lily‘, höchstens 30 cm lang. Diese Schweinchen sind sehr gelehrige und saubere Tiere. Sie haben hier gelernt, ihr Geschäft nur in einer Ecke ihres Freigeländes zu verrichten.
Für den Rückweg entscheiden wir uns für die nicht so steile Abstiegsvariante. Wie gedacht, haben wir den Wald so ziemlich für uns allein. Unten am Rande des Kurgebiets angekommen, warten Karel Marx und eine Parkbank schon auf uns, bevor es an der Rückseite der russisch-orthodoxen St. Peter- und Paul-Kirche wieder hinunter ins Tal geht.


