Weiter nach Karlsbad – eine unerwartete Bergpartie durch das Erzgebirge (Sommer 2022)

In Berlin konnten wir uns nach dem Frühstück im Garten nur sehr schwer aus der Sommeridylle losreißen. Im Schatten unter den Apfelbäumen zu sitzen ist in guter Gesellschaft einfach zu schön. Doch mit einer funktionierenden Klimaanlage lassen sich auch im Auto Temperaturen um die 30 Grad gut aushalten. In wenigen Minuten sollen wir auf die Autobahn gelangen. Nach einer etwas längeren Fahrt durch hübsche Stadtrandbebauung und Naherholungsgebiete dämmert es uns, dass dies nicht der richtige Weg zur nächsten Autobahnauffahrt sein kann. Des Rätsels Lösung: Wir hatten vergessen, dass wir dem Navi die Autobahnnutzung verboten hatten! Nachdem das rückgängig gemacht wurde, verkürzte sich die prognostizierte Reisezeit sofort um anderthalb Stunden. Die Autobahn durch Berlin und Brandenburg ist am Sonntag angenehm leer, voller wird es nur in den Ballungsräumen Sachsens.

bei Zwönitz, Sachsen

Wir wollen den Grenzübergang auf dem Fichtelberg nehmen, von dort aus sind es nur noch knapp 30 Kilometer bis Karlsbad. Doch auch hier finden Bauarbeiten statt, der direkte Weg auf der Bundesstraße nach Annaberg-Buchholz ist gesperrt. Wir fahren mitten durch das Erzgebirge, an so lustig klingenden Orten wie Elterlein, Scheibenberg und Unterscheibe vorbei bzw. durch. Da auch die Straße nach Oberwiesenthal gesperrt ist, bringt uns die „Straße des Friedens“ in Raschau-Markersbach hoch ins Gebirge. Wir schlängeln uns auf einer schmalen Straße durch Rittersgrün, Ehrenzipfel, Zweibach und Tellerhäuser (950 Meter) immer höher hinauf in das Skigebiet am Fichtelberg, bis wir direkt am Grenzübergang wieder auf die Bundesstraße treffen.

Ohne Kontrolle geht es über die deutsch-tschechische Grenze und dann auf der Südseite des Gebirgszuges wieder hinunter. Wir fahren immer bergab, durch Jáchimov und Ostrov, die Ortsdurchfahrten sind inzwischen komplett neu asphaltiert. Bei unserem letzten Besuch vor sechs Jahren gab es hier noch jede Menge Baustellen.

Nach einer kurzen Autobahnfahrt überqueren wir die Eger und sind gleich darauf im Kurgebiet von Karlsbad. Das Auto parkt am Hotel, das Zimmer ist schnell eingerichtet, und wir genießen den beginnenden Abend bei 28 Grad mit Pilsner Urquell und Gulasch.

Hinterlasse einen Kommentar