Vigo, Spanien, cruise day 17-18 (Jewel of the Seas, 2022)

Nachdem wir Madeira verlassen haben, wird am nächsten Tag auf See die Uhr ein letztes Mal umgestellt. Damit alle ein bisschen mehr entspannen können, gibt es im Restaurant kein Frühstück und Lunch wie sonst, sondern einen Brunch. Wir müssen mal nicht den Wecker stellen und sind trotzdem rechtzeitig da. Gleich anschließend gehen wir ins Kino und sehen „The Lost City“ mit Sandra Bullock, sehr gute Unterhaltung, um nicht ins Mittags-Verdauungs-Koma zu fallen.

Draußen ist es derweil ordentlich abgekühlt und der Wind hat aufgefrischt. Daher ist auf Deck 13 niemand außer uns. Wir wollen Minigolf spielen, bei Wind und auf dem Atlantik eine kleine Herausforderung. Der Ball reagiert meistens unberechenbar, es macht trotzdem Spaß. Nach einer Runde müssen wir uns allerdings innen aufwärmen. Das geht besonders gut bei frisch gebackenen Crêpe.

Am nächsten Tag legen wir in Vigo an. Wir freuen uns darauf, vor sechs Jahren hat es uns schon gut gefallen. Nachdem die Teilnehmer der gebuchten Ausflüge von Bord sind, gehen auch wir an Land. Es ist 8:45 Uhr, die Sonne scheint, noch ist es etwas frisch, Strickjackenwetter. Wir sind in Spanien, alle Geschäfte öffnen erst um 10 Uhr, das Kunstmuseum sogar erst um 11 Uhr. Das kann auch eine Chance sein.

Wir wandern zum Fortaleza o Castro de Vigo hinauf, das haben wir beim letzten Besuch nicht geschafft. Von dort oben hat man einen schönen Rundblick auf Vigo und unser Schiff.

Auf dem Berg treffen wir nicht nur auf die Bustouren-Ausflügler, die hier einen der Fotostopps einlegen, sondern auch auf eine Schulklasse quirliger spanischer Kinder, die mit Begeisterung ihre Grundschulkenntnisse des Englischen an uns ausprobieren.

Wir gehen auf der dem Hafen zugewandten Seite wieder hinunter und ganz langsam zum MARCO, dem bedeutendsten Kunstmuseum für zeitgenössische Kunst in Galizien (Nordspanien). Aber es ist immer noch nicht elf Uhr. So trinken wir draußen in der Sonne noch einen Kaffee. Im Museum (der Eintritt ist frei) sehen wir zwei gleichermaßen faszinierende Ausstellungen (keine Retrospektiven, beide leben noch) zeitgenössischer spanischer Künstler.

Im Erdgeschoss werden Werke von Francisco Leiro aus den Jahren 1986-2022 gezeigt. Die Ausstellung heißt „Lo antropomófico“, Skulpturen ganz unterschiedlicher Größen, alle ähneln irgendwie Menschen. Vor jeder Ausstellung geht der Künstler durch die leeren Ausstellungsräume und entscheidet dann, welche Arbeiten wo und mit welchen zusammen aufgestellt werden.

Diese ganz neue Skulptur aus dem Jahr 2021 heißt Simeón Ceboliño und ist vier Meter hoch.

Der Schwimmer stammt aus dem Jahr 1996 und hängt ganz hoch oben an der Wand, gleich unterhalb der Decke. Die Skulptur wird dadurch klein, ist aber zwei Meter lang.

Diese kleine Skulptur ist eine von mehreren tanzenden Figuren und heißt Danzante Negra (2020). Sie ist nur 67 cm hoch und beeindruckt durch ihren „Gesichts“-Ausdruck.

Im Obergeschoss sind Werke von Alfredo Alcain (Madrid 1936) aus den Jahren 1965-2021 zu sehen. Sein Œuvre ist sehr vielfältig. Immer enthalten sind sich wiederholende Muster, die aber nur auf den ersten Blick gleich aussehen. Einiges erinnert im ersten Moment an Schülerarbeiten, ist aber immer mit einem besonderen Ausdruck, Witz und größter Sorgfalt in Öl gemalt. Man kann sehr lange vor einem einzelnen Bild stehen bleiben und wird immer etwas neues entdecken.

Zu Beginn der 1970er malte Alcain zum Beispiel Stickbilder 1:1 nach. Einige (Vorlage und Ausführung) sind ausgestellt, bei diesem Dauerthema ein bisschen, um zu sehen, dass eben nicht alle exakte ‚Kopien‘ sind.

Bevor es wieder zum Schiff zurück geht, besuchen wir noch einmal die Kirche Concatedral de Santa María mit ihren Mosaiken im Altarraum und das Viertel Casco Vello engen Altstadtgassen am Hafen. Vigo lohnt sich immer wieder für einen Ausflug.

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