Das Ende der Reise im Wohnmobil, PA – NY – FL, day 55-56 (USA 2022)

Wie gut, dass wir in Jonestown übernachtet haben. Die Mengen an Regen dort sind weiter nördlich als Schnee herunter gekommen. Zuerst sehen wir den Schnee nur oben auf den Berghängen und finden den Anblick ganz possierlich. Dann fahren wir in die Pocono Mountains hinein und landen im winterwonderland. Die interstate ist frei geräumt, aber überall stehen die Schneepflüge noch bereit.

Glücklicherweise ist der Schneefall nicht bis nach New York gekommen. Hier ist es nur eisig kalt. Wir schrauben uns noch einmal, sozusagen zum Abschied, die Serpentinenstraße zum Hudson River hinunter, um sie nach der Überquerung des Flusses zum Bear Mountain wieder hochzuschrauben. Kurz darauf sind wir in (mal wieder) in Peekskill angelangt.

Wir stellen das Motorhome auf den Hof und verbringen den restlichen Tag mit Kofferpacken. Wir hatten schon zu Beginn viel zu viele Dinge mit, nun kommen auch noch die Mitbringsel dazu! Allein die Wintersachen aus dem Februar füllen schon einen Koffer. Das geht nicht, wir brauchen den Platz. Also werden wir in den Wintersachen nach Florida in den Sommer fliegen. Der Papierkram am Ende des Mietverhältnisses benötigt auch seine Zeit, da das Büro nicht besetzt ist. Die Aushilfe findet zwar alles mögliche und irgendwann auch unsere Akte. Aber es dauert. Der Transfer zum Flughafen wird auch nicht wie geplant klappen, der Fahrer ist nicht verfügbar. Auch Uber fährt nicht von Peekskill aus zum Flughafen. Wir werden mit einem normalen Taxi fahren, kostet genauso viel.

Beim Packen finden wir unsere Ausweise nicht mehr, die Panik ist riesig! Sie finden sich hinter dem Klappsofa wieder. Dort sind sie wohl gelandet, als sich einmal die Oberschränke während der Fahrt geöffnet hatten. Die Schlaglöcher hier in den Straßen sind unbeschreiblich tief. Um den Schreck zu kompensieren, besuchen wir noch einmal den Diner und essen dort zu Abend.

Am nächsten Tag haben wir bald alles fertig gepackt, abgewaschen und den Rest sauber gemacht. Es ist sogar noch Zeit, etwas zu lesen (die Heizung im Wohnmobil funktioniert immer noch sehr gut, es ist sehr kalt draußen). Mario, unser Taxifahrer meldet sich zwischendurch, um die Abfahrtszeit zu bestätigen. Alles läuft gut, bis wir von den Wohnmobilvermietern die Waage ausleihen, um unsere Koffer zu wiegen. Zwei von dreien haben ein ordentliches Übergewicht, in den leichteren passt nichts mehr rein!

Ein kurzer online-Check ergibt, dass es viel teurer wäre, für das Übergewicht zu zahlen, als einen weiteren Koffer aufzugeben. Es ist noch eine Stunde bis zur Abfahrt des Taxis. Wir bekommen noch einmal das kleine Auto ausgeliehen und düsen zu Walmart. Natürlich stehen alle Ampeln auf rot, der Parkplatz ist voll, am gewünschten Koffer ist kein Preis, kein shop assistant zu sehen, noch 40 Minuten. Dann ist nur eine Kasse geöffnet, eine zweite macht auf, ist aber sehr langsam. Unser schnelles Tempo auf dem Weg hinaus wird gebremst von der security, die gern einen Blick in den Koffer werfen möchte, noch 30 Minuten. Zurück auf der Straße darf man nur rechts abbiegen, wir müssen aber nach links. Also ein Stückchen weiter, ein u-turn an der nächsten Ampel, so schnell es geht zurück, an den roten Ampeln mit quietschenden Reifen beschleunigt, noch 20 Minuten. Kofferschlösser wieder lösen, schwere Sachen raus und in den vierten Koffer, kurzer Check mit der Waage, alles in Ordnung, das Taxi ist da. Insgesamt sechs Gepäckstücke passen so gerade ins Auto, und nach einer guten Stunde steigen wir bei strahlendem Sonnenschein in unseren Winterklamotten (die passten nicht in die Koffer) in Newark am Flughafen aus.

Nach erfolgreicher Aufgabe der vier großen Koffer (kostet uns nicht nur Geld, sondern auch wieder ein paar Nerven), dem Passieren der Sicherheitskontrolle (stressig, laut und drängelig) und Kaffee holen bei Starbucks (so langsam arbeitende Menschen, dass unser Leben auf einmal rückwärts zu laufen scheint) warten wir statt zweieinhalb Stunden fast vier Stunden auf den Flieger (verspätet, sehr langsames boarding) und sind weitere dreieinhalb Stunden später zurück im Sommer, diesmal in Miami.

Es ist um halb elf Uhr abends immer noch sehr warm. Die vorgebuchte Taxifahrt klappte problemlos (10 Dollar extra auf die Hand, da wir doppelt so viele Koffer wie gebucht dabei haben). Die Zimmer im Hotel sind riesig groß, mit einem bequemen Bett, Parkettboden und Mamorbad, sehr luxuriös nach dem Wohnmobilaufenthalt.

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