
Wir wollen keine Mokassins kaufen und uns auch nicht im Glücksspiel versuchen, ist alles möglich hier. Aber wenn wir schon einmal hier sind, können wir auch das Museum of the Cherokee Indian ansehen. Die Cherokee siedeln bereits seit ungefähr 15.000 Jahren im Südosten der heutigen USA.

Zuerst jagten sie Mammuts, im Laufe der Jahrtausende wurden die gejagten Tiere kleiner (Rotwild und Truthähne). Um mit dem Speer Fische zu fangen, wandten sie einen Trick an. Sie streuten geriebene Walnussbaumrinde ins Wasser. Die enthaltene Gerbsäure lähmte kurzfristig das Nervensystem der Fische. Die Jäger konnten die Fische ihrer Wahl herauspicken, der Rest schwamm nach einer Weile weiter.

Später entwickelte sich der Gebrauch von Pfeil und Bogen für die Jagd. Die Nahrungsmittelversorgung wurde einfacher. So blieb Zeit, Getreide anzubauen, Tonwaren herzustellen und Körbe zu flechten.

Ein junger Cherokee zeigt uns, wie die unterschiedlichen Henkel/ Griffe für große Nutz- und kleine Schmuckkörbe angebracht werden.
Die „Three Sister“ bildeten die Hauptnahrungsmittel der Mississippi Indianer: Getreide, Bohnen und Kürbis (Squash). Um Schädlinge zu vertreiben, setzten sie auf biologische Schädlingsbekämpfung. Sie hängten Kürbisgewächse in ihren Gärten auf, um Purpurschwalben anzulocken.

Diese bauten Nester in den Kürbissen und fraßen Unmengen an Insekten. Dazu verteidigten sie ihr Territorium aggressiv gegen Krähen und Drosseln, die neu ausgesätes Korn fraßen.
Mit der Ankunft immer mehr Europäer wurde das Ende der Cherokee im Südosten eingeleitet. Die Weißen benötigten immer mehr Land und verdrängten die Ureinwohner. King George III von England erklärte zwar in einer Proklamation 1763, dass in den Appalachen und westlich davon keine Weißen mehr siedeln durften. Doch die Durchsetzung des verbrieften Rechts war aussichtslos. Dazu kam der amerikanische Unabhängigkeitskrieg, die königliche Erklärung wurde wertlos.

Zu Beginn des 19. Jahrhundert begann die Abschiebung der Cherokee nach Westen in das heutige Oklahoma. Ein Drittel starb auf diesem monatelangen Trail of Tears (Weg der Tränen).
Viele kulturelle Inhalte werden in dem Museum in Dioramen dargestellt und mündlich erzählt (Man kann es auch auf Tafeln lesen.). Alltagsgegenstände von früher existieren nicht mehr viele, eine Schriftsprache gab es bis vor 200 Jahren nicht.

Dieses Diorama stellt eine bemerkenswerte Reise dar. Häuptling Ostenaco sah in Charlestown ein Porträt König George III und sagte dazu: „Schon lange wünschte ich, den König zu sehen …“. Kurze Zeit später reiste er mit Stalking Turkey (Cunne Shote) und The Pigeon (Woyi) tatsächlich nach England.

Vor dem Museum erinnert eine Statue an Sequoyah, der den Cherokee eine Schriftsprache gab. Fasziniert davon, dass die Weißen sich schriftlich austauschen konnten, verbrachte er zwölf Jahre damit, eine Sprache zu entwickeln, die auf Silben basiert.

Das sogenannte Syllabary besteht aus 87 Symbolen bzw. Zeichen und wurde 1821 von der Cherokee Nation als das offizielle Schreibsystem anerkannt. Heute werden Unterrichtsmaterialien, offizielle Texte, Straßenschilder usw. auch in Cherokee herausgegeben.
