Leben im RV-Resort in Florida, day 25 (USA 2022)

Die meisten Menschen verlassen das Resort nur, um Einkaufen, zum Golfen oder zum Arzt zu fahren. Man betätigt sich hier viel sportlich, spielt pickleball (eine Mischung aus Badminton, Tennis und Tischtennis, in den USA Mitte der 1960er als Kinderbeschäftigung erfunden), fährt mit dem (Elektro-)Rad, führt den Hund aus und geht flott spazieren. Dabei bleibt immer auch Zeit, mit den anderen einen kurzen Plausch zu halten.

pickleball Feld ohne Spieler

Im Clubhaus kann man Bücher, Spiele und Puzzle ausleihen. Besonders gern wird aber auch in Gesellschaft gepuzzelt. Jemand beginnt ein neues Puzzle, das auf dem Tisch liegen bleibt. Wer möchte, kann etwas weiter machen.

Andere fahren zum Golfen, sehr angesagt bei Senioren, oder gehen Hobbies wie Malen, Handarbeiten, Schmuck herstellen etc. nach. Davon sieht man natürlich nicht viel, weil alle diese Aktivitäten indoor, also im RV stattfinden. Die Menschen hier machen kein Camping im eigentlichen Sinn, sondern leben hier wie in einem kleinen Dorf mit ungefähr 400 Einwohnern.

Einige arbeiten auch vom Platz aus, obwohl das nicht erlaubt ist. Auf dem Foto hat das RV im Heck eine ausklappbare Terrasse, komplett möbliert. Im Bug, von außen zugänglich, befindet sich das Büro. Wenn es regnet, kann nicht gearbeitet werden.

Im Clubhaus finden regelmäßige Aktivitäten statt, z.B. Yoga (gern auch im Sitzen), gemeinsame Essen oder Tanzabende. Bei letzterem waren wir für ca. eine halbe Stunde. Das Resort bezahlt die Musiker, man bringt seine Getränke je nach Wahl selbst mit, der Raum strahlt eine eher sterile Atmosphäre aus.

Die Drei-Mann-Band war ganz okay, die Tanzfläche relativ gut gefüllt. Es tanzt jedes Paar für sich, es gibt keine Partnerwechsel (noch nicht, wer weiß, wie es später mit mehr Alkohol im Blut ist). Auf uns macht es eher den Eindruck als wären wir auf dem Ball der einsamen Doppelherzen.

Was allerdings unerwartet toll ist, ist das nachmittägliche Abhängen im warmen Pool. Man schwimmt nicht im Pool, sondern lässt sich mit Hilfe einer Schwimmnudel im Wasser treiben. So ist man auch in der Lage, sein Getränk (es geht nicht ohne, wir sind die einzigen, die nie etwas dabei haben), in einen Becher abgefüllt, damit keiner weiß, dass man schon am frühen Nachmittag Alkohol trinkt, im Pool festzuhalten.

Das Ice Cream Social ist cool, im wahrsten Sinne des Wortes. Wir melden uns vorher an und reihen uns ein. Fünf Freiwillige bewältigen die Wartenden. Zuerst bezahlt man, cash, $4 pro Person. Der zweite legt ein Stück warmen Biskuit in eine Plastikschüssel und schaufelt aus Eimern Vanilleeis darüber.

Die dritte gibt frische, in Scheiben geschnittene und gezuckerte Erdbeeren dazu, der vierte einen großen Löffel whipped topping (sieht aus wie geschlagene Sahne, ist aber eher so wie das Weiße im Schokokuss) und wahlweise Schoko- oder Erdbeersoße darüber. Bei der fünften wählt man aus vier verschiedenen Sorten topping aus.

Wir essen unser Eis nicht am Pool, denn dort sind alle Schattenplätze belegt und es ist mindestens 32 Grad warm. Wir gehen ins gut gekühlte Clubhaus. Es schmeckt herrlich!

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