On Sea, Valentine’s Day, Day 2 (Cruise Queen Mary 2)

Das Schiff fährt wunderbar ruhig durch die Nordsee Richtung Großbritannien und ist nur mäßig ausgelastet, rund 300 Passagiere sind in Hamburg zugestiegen. Die anderen haben einen Kurztrip von Southampton nach Hamburg (Was macht man an einem Sonntag in Hamburg, wenn die meisten Personen Shopping als Freizeitbeschäftigung ansehen?) und zurück gebucht und werden am nächsten Tag wieder aussteigen. Wir nutzen die Schiffsreise als das, was es bis kurz vor unserer Geburt einmal war, die einzige Möglichkeit, von Europa nach Amerika zu kommen. Von den Schiffen, die heute noch über den Atlantik fahren, ist die Queen Mary 2 der einzig verbliebene echte Transatlantikliner, weil als solcher gebaut.

Das Frühstück wird unter anderem à la carte im Britannia Restaurant serviert. Wir bekommen einen Fensterplatz und genießen die große und sehr leckere Auswahl an Speisen.

Anschließend suchen wir uns einen ruhigen Platz um zu lesen. Schon gestern haben wir uns Bücher aus der beeindruckenden Bibliothek ausgeliehen, auch so ein Ort, der nicht einfach zu erreichen ist. Es gibt unglaublich viele Bücherschränke, deren Glastüren alle am Abend wieder geschlossen werden, dazu Sofas und Sessel in quiet zones zum Lesen, aber auch Computerarbeitsplätze.

Wir finden zuerst einen Platz am Rande der Selbstbedienungsrestaurants. Das hat den Vorteil, dass man auch etwas zu trinken bekommen kann, wenn ein Kellner vorbei kommt. Wegen Covid-19 darf man sich nichts mehr selbst nehmen. Der Nachteil ist, gerade beim Lesen, dass es sehr unruhig ist. Je näher lunchtime rückt, desto lauter wird es. Auf dem Büffet steht heute am Valentinstag das Süße im Mittelpunkt. Die Arbeit der Patisserie-Abteilung ist fantastisch. Alle fotografieren, auch der Chef selbst.

Wir nutzen die Chance und essen noch das eine oder andere Teilchen und suchen uns anschließend einen neuen Platz zum Lesen.

Den finden wir in der Bibliothek mit Blick auf das Meer. Hier bleiben wir etliche Stunden, bis es Zeit wird, sich für das erste Galadinner der Reise umzuziehen. Wegen Wartungsarbeiten musste für zwei Stunden das Wasser auf einigen Decks abgestellt werden. Leider gab es keine Anweisung, wie anschließend wieder heißes Wasser aus der Dusche kommt. Auch findet sich das versprochene Kärtchen mit unserer Tischnummer für das nahende Abendessen nicht. Nun haben wir eine luxuriöse Überfahrt mit dem Flaggschiff der traditionsreichen Cunard Line gebucht. Der Preis ist hoch und damit auch die Erwartungen an die Leistung.

Die Diskrepanz empfinden wir inzwischen als viel zu hoch und laden unseren Frust am purser‘s office ab. Am Ende hat der sehr geduldige Steward uns einen (wieder nur vorläufigen) Tisch im Restaurant (und zur späteren Zeit) gebucht, den Installateur angerufen (Wasser fünf Minuten laufen lassen) und unsere aufgebrachten Nerven mit zwei Flaschen Wein auf Schiffskosten beruhigt. Die Queen Mary 2 besitzt mit 17.000 Flaschen/ 200 Sorten den weltweit größten Weinkeller, der an Bord eines Schiffes zu finden ist. Da fallen zwei Flaschen weniger auch nicht auf.

Das exzellente Dinner (jetzt mit Tischwein) und die anschließende Show im Theater versöhnen uns wieder mit der Schiffswelt hier. Wir beschließen, von nun an die Dinge so hinzunehmen, wie sie uns erscheinen und das Schöne, das wir erleben, zu genießen. So schläft es sich gleich viel besser ein.

Hinterlasse einen Kommentar