On Sea, Day 6 – 8 (Cruise Queen Mary 2)

In der folgenden Nacht ist das Schiff extra langsamer und mit ausgefahrenen Stabilisatoren gefahren. Wir passieren das nächste Sturmzentrum zwar 500 Kilometer südlich, geraten aber in den ca. 1000 Kilometer langen Ausläufer. Wenn soweit weg der Wellengang so heftig war, dann möchte ich nicht da sein, wo der Sturm an Land fällt. Kein Wunder, dass sie in Irland und Wales entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergriffen haben.

Heute steht der erste von zwei Antigentests an, die wir für die Einreise in die USA benötigen. Dieser ist noch kostenlos, da kein Attest ausgestellt wird. Der zweite mit Attest kostet dann 25 $ pro Person, und beide Tests sind verpflichtend zu machen. Wir verzichten auf das Frühstück und reihen uns in die lange Warteschlange ein. Sie mäandert vom Flur aus durch die Kunstgalerie mit ihren dekorativen, aber künstlerisch wenig aussagekräftigen Werken hin zum Queens Room, wo auf der Tanzfläche sechs mobile Teststände aufgebaut sind. Wenn die Lautsprecheranlage später Paare namentlich bittet, in ihre Kabine zurückzukehren und purser‘s desk anzurufen (hab ich zweimal gehört), dann ist der Schnelltest wohl positiv. Alles wird hier sehr professionell und diskret gehandhabt.

Das lange Anstehen bei dem Wellengang ist so anstrengend, dass ich für den Rest des Tages ebenfalls auf die meisten Mahlzeiten verzichte. Am nächsten Tag ist der Wellengang zuerst nur noch drei bis vier Meter hoch, wird aber zum Abend hin stärker, das dritte Tiefdruckgebiet naht. Um die Mittagszeit herum befinden wir uns auf einer Höhe mit der Normandie südlich der Ostspitze Neufundlands in zwanzig Grad warmen Wasser und haben etwas mehr als die Hälfte der Atlantiküberquerung geschafft. Ab und zu essen wir, aber die meiste Zeit bleiben wir in unserer Kabine, lesen, gucken Filme oder schlafen.

Der fünfte Sturmtag beginnt morgens um sechs Uhr mit dem Passieren der letzten Ruhestätte der Titanic, etwa 40 Seemeilen südlich davon. Ein komisches Gefühl, da wir immer noch in sehr unruhigen Gewässern unterwegs sind. Wir haben inzwischen das dritte Tiefdruckgebiet erreicht. Der Kapitän versucht, auch dieses südlich zu umfahren, aber die Ausläufer sorgen für Orkanböen und rauhe See.

Das Wasser in den Pools ist inzwischen abgelassen worden, die Restaurants sind spärlich besucht, Tanzshows und Planetariumsvorführungen werden weiterhin abgesagt, die Außendecks bleiben abgeschlossen, obwohl wir dort 18 Grad hätten, Frühling, Golfstrom! Wir vertreiben uns die Zeit weiterhin mit dem Lesen dicker Schmöker vorwiegend im Bett, Essen ab und zu, Kinofilm im Fernsehen gucken und auch mal schlummern. So gehen die Tage herum.

On Sea, Day 4 – 5 (Cruise Queen Mary 2)

Mit dem Passieren der Western Rocks haben wir offiziell den Atlantik erreicht. Ich weiß wirklich sehr viel über Großbritannien, aber von den Western Rocks habe ich noch nie etwas gehört. Die Handvoll Felsen liegen westlich von Land’s End, und einige davon sind tatsächlich bewohnt. Nun fahren wir etwas weiter südlich als geplant, um den insgesamt drei stürmischen Tiefdruckgebieten über dem Atlantik auszuweichen. Der Seegang ist zunächst noch moderat, im weiteren gibt es Wellen bis zu 7 Meter hoch. Die Queen Mary 2 ist für diese Anforderungen konzipiert worden, Rumpf und Aufbauten bestehen ausschließlich aus Stahl. So liegt das Schiff relativ ruhig im Wasser. Aber eben nur relativ, je höher man sich aufhält, desto schaukeliger. Das Frühstück auf Deck 2 ist gut auszuhalten, lesen mittschiffs auf Deck 7 schon weniger, lesen in der Bibliothek vorne auf Deck 8 gar nicht. Am besten geht es im Liegen in der Kabine. Dann kann man auch immer mal schlafen.

Am nächsten Morgen (day 5) erscheinen schon weniger Personen zum Frühstück. Etliche der ca. 1400 Passagiere (Eigentlich fasst die Queen Mary 2 gut 3.000 Passagiere, wegen Covid-19 dürfen noch nicht so viele an Bord; allerdings ist die Besatzung von ca. 1300 Personen vollzählig an Bord.) bleiben auf ihren Kabinen. Das mit Teak ausgelegte Bootsdeck, auf dem man in zwei Runden 1,1 Meilen zurücklegen kann, ist wegen des starken Windes mit Böen von 8 bis 9 gesperrt.

Wir finden dennoch einen Weg, ein bisschen an die frische Luft zu kommen. Wir gehen zu den Hundezwingern auf Deck 12 (ja, es fahren auch Hunde und Katzen mit). Da kann nicht abgeschlossen sein, denn die Hunde benötigen ja Auslauf. Von dort aus kommen wir achtern über die Treppen bis auf Deck 7 hinunter.

In den Swimmingpools kann man im Kleinen sehr gut die Höhe des Wellengangs erkennen, das Wasser schwappt ordentlich in dem Becken. Da wir um die Mittagszeit draußen sind, können wir auch die vier Schiffshörner tuten hören, die, wenn auf See, immer um diese Zeit getestet werden. Eines der Typhone stammt noch vom Schiff Queen Mary. Hier wird viel Wert auf die Traditionen gelegt. Immerhin ist es so umgebaut worden, dass es nicht mehr mit Dampf betrieben wird.

Es ist nicht gemütlich genug für einen längeren Aufenthalt draußen. Alle Außentüren auf Deck 7 sind tatsächlich abgeschlossen, nicht nur mit einem Absperrband innen gesperrt. Wir müssen auf Deck 8 steigen und finden dort die zweite Möglichkeit, auch bei Sturm hinaus zu kommen: als Raucher-in. Draußen sind es angenehme 15 Grad, sowohl Luft als auch Wasser (sagt der Kapitän), aber es schauert doch ab und an aus den Wolken. Wir nähern uns dem Tiefdruckgebiet Eunice (Zeynap in Deutschland) vor uns mit knapp 20 Knoten. In Wales haben sie schon den Zugverkehr für den nächsten Tag abgesagt, wenn der Sturm dort auf das Land fällt.

Wir befinden uns im Moment auf der Höhe von Kap Finistere in Nordspanien und halten Kurs auf die Südspitze von Neufundland. Am Abend geht es mir wirklich nicht mehr gut, das Schaukeln im Kino gibt meinem Magen den Rest. Das angekündigte Tiefdruckgebiet hat uns erwischt, wenn auch nur am Rand. Das reicht schon vollkommen aus. Kay sieht den Film ganz an und freut sich dann auch, dass er sich hinlegen kann.

Southampton (UK), Day 3 (Cruise Queen Mary 2)

Heute müssen wir früh aufstehen, um uns noch vor dem Frühstück mit Reisepass der britischen Passkontrolle in persona zu präsentieren. Einmal kurz die Maske abnehmen, ein Blick in die Papiere und schon haben wir die kleine grüne Karte in der Hand, die es uns erlaubt, später an Land zu gehen. Die digitale Anmeldung (passenger locator form) mussten wir schon vor Fahrtantritt zuhause ausfüllen.

Nach dem Frühstück kommen wir auf unserem Weg zur Gangway an diesem traditionellen roten englischen Briefkasten vorbei. Die Queen Mary 2 heißt mit vollem Namen RMS Queen Mary 2, wobei die Abkürzung für Royal Mail Ship steht. Sie befördert immer noch Post der britischen Royal Mail. Wenn man die passenden Briefmarken dabei hätte, könnte man also etwas in den Briefkasten hineinwerfen.

Wir werden von einem Doppeldecker-Shuttlebus zum West Quai Shopping Centre gebracht, in dem die meisten Mitreisenden schnell verschwinden. Kein Wunder, es regnet. Wir wollen auch ein bisschen shoppen, besuchen aber zunächst die City Art Gallery und genießen die Kunst aus den Sammlungen. Die nächste Sonderausstellung wird leider noch aufgebaut.

Danach ist der Regen eher stärker geworden, wir trocknen uns in einem Café mit Wifi, um gleichzeitig den letzten Beitrag von Europa aus zu posten. Anschließend bummeln wir durch einige charity shops, von denen es weniger gibt als noch vor sechs Jahren. Wir entdecken die ersten starken Anzeichen vom bevorstehenden Frühling, zumindest hier in der Nähe des Golfstroms.

Der Regen hört einfach nicht auf, wir gehen früher als gedacht zurück zur Bushaltestelle des Shuttles. Wir durchqueren das West Quay Shopping-Center, aber auch dort es hält uns nicht weiter. Wir lassen uns zum Schiff zurückfahren.

Während wir zu Abend essen, bricht das Schiff zu seiner 336. Transatlantiküberquerung auf. Die Lichter des Hafens ziehen an uns vorbei, wir genießen dabei das sehr gute Essen. Danach ist Showtime: Zuerst erfreuen uns die MacDonald Bros. mit (im weitesten Sinne) schottisch-irischer Musik, danach gehen wir wieder ins Kino und gucken uns The Protégé an. Die Liveauftritte an Bord sind alle handwerklich gut, das Repertoire allerdings für den sehr breiten Massengeschmack. Ein bisschen etwas hören und sehen wir uns immer an, aber wir bleiben nie lang an einem Ort.

On Sea, Valentine’s Day, Day 2 (Cruise Queen Mary 2)

Das Schiff fährt wunderbar ruhig durch die Nordsee Richtung Großbritannien und ist nur mäßig ausgelastet, rund 300 Passagiere sind in Hamburg zugestiegen. Die anderen haben einen Kurztrip von Southampton nach Hamburg (Was macht man an einem Sonntag in Hamburg, wenn die meisten Personen Shopping als Freizeitbeschäftigung ansehen?) und zurück gebucht und werden am nächsten Tag wieder aussteigen. Wir nutzen die Schiffsreise als das, was es bis kurz vor unserer Geburt einmal war, die einzige Möglichkeit, von Europa nach Amerika zu kommen. Von den Schiffen, die heute noch über den Atlantik fahren, ist die Queen Mary 2 der einzig verbliebene echte Transatlantikliner, weil als solcher gebaut.

Das Frühstück wird unter anderem à la carte im Britannia Restaurant serviert. Wir bekommen einen Fensterplatz und genießen die große und sehr leckere Auswahl an Speisen.

Anschließend suchen wir uns einen ruhigen Platz um zu lesen. Schon gestern haben wir uns Bücher aus der beeindruckenden Bibliothek ausgeliehen, auch so ein Ort, der nicht einfach zu erreichen ist. Es gibt unglaublich viele Bücherschränke, deren Glastüren alle am Abend wieder geschlossen werden, dazu Sofas und Sessel in quiet zones zum Lesen, aber auch Computerarbeitsplätze.

Wir finden zuerst einen Platz am Rande der Selbstbedienungsrestaurants. Das hat den Vorteil, dass man auch etwas zu trinken bekommen kann, wenn ein Kellner vorbei kommt. Wegen Covid-19 darf man sich nichts mehr selbst nehmen. Der Nachteil ist, gerade beim Lesen, dass es sehr unruhig ist. Je näher lunchtime rückt, desto lauter wird es. Auf dem Büffet steht heute am Valentinstag das Süße im Mittelpunkt. Die Arbeit der Patisserie-Abteilung ist fantastisch. Alle fotografieren, auch der Chef selbst.

Wir nutzen die Chance und essen noch das eine oder andere Teilchen und suchen uns anschließend einen neuen Platz zum Lesen.

Den finden wir in der Bibliothek mit Blick auf das Meer. Hier bleiben wir etliche Stunden, bis es Zeit wird, sich für das erste Galadinner der Reise umzuziehen. Wegen Wartungsarbeiten musste für zwei Stunden das Wasser auf einigen Decks abgestellt werden. Leider gab es keine Anweisung, wie anschließend wieder heißes Wasser aus der Dusche kommt. Auch findet sich das versprochene Kärtchen mit unserer Tischnummer für das nahende Abendessen nicht. Nun haben wir eine luxuriöse Überfahrt mit dem Flaggschiff der traditionsreichen Cunard Line gebucht. Der Preis ist hoch und damit auch die Erwartungen an die Leistung.

Die Diskrepanz empfinden wir inzwischen als viel zu hoch und laden unseren Frust am purser‘s office ab. Am Ende hat der sehr geduldige Steward uns einen (wieder nur vorläufigen) Tisch im Restaurant (und zur späteren Zeit) gebucht, den Installateur angerufen (Wasser fünf Minuten laufen lassen) und unsere aufgebrachten Nerven mit zwei Flaschen Wein auf Schiffskosten beruhigt. Die Queen Mary 2 besitzt mit 17.000 Flaschen/ 200 Sorten den weltweit größten Weinkeller, der an Bord eines Schiffes zu finden ist. Da fallen zwei Flaschen weniger auch nicht auf.

Das exzellente Dinner (jetzt mit Tischwein) und die anschließende Show im Theater versöhnen uns wieder mit der Schiffswelt hier. Wir beschließen, von nun an die Dinge so hinzunehmen, wie sie uns erscheinen und das Schöne, das wir erleben, zu genießen. So schläft es sich gleich viel besser ein.

Hamburg Fortsetzung, Day 1 (Cruise Queen Mary 2)

Der vorherige Bericht bildet die ersten Erlebnisse an Bord nur unzureichend ab, daher kommt jetzt eine ausführlichere Schilderung. Unsere Kabine ist in der Tat an etlichen Stellen etwas abgewohnt. Das Schiff ist seit 2004 in Betrieb. Ich hätte erwartet, dass man bei einer solch traditionsreichen Linie wie Cunard mehr Wert auf ein makelloses Erscheinungsbild legen würde. Vor allem, weil die glorreiche Vergangenheit hier auf Schritt und Tritt thematisiert und bebildert wird.

Der erste Abend im Restaurant beginnt weniger erfreulich. Auf einem Kärtchen in unserer Kabine stand die Tischnummer für die gesamte Überfahrt. Zur angegebenen Zeit erscheinen wir am Eingang, zeigen die Karte vor und werden von einem Kellner zu unserem Tisch begleitet. Nur war der leider schon von einem anderen Paar besetzt, was eigentlich bei einem computergestützten Buchungssystem nicht möglich sein sollte. Wir werden gebeten, ein wenig zu warten, bis das Problem gelöst wäre.

Da stehen wir nun inmitten herumflitzender Kellner und speisender Gäste und stehen und stehen. Eine geschlagene Viertelstunde lang! Das ist gar kein gutes Gefühl. Am Ende findet sich ein Tisch (Wieso kann es so lange dauern bei dem computergestützten Buchungssystem?), und das Essen, wir entscheiden uns für vier von fünf möglichen Gängen, ist sehr, sehr gut. Das Bild zeigt den Appetizer. Zum Abschluss gibt es Kaffee und Petit Four und das Versprechen, dass das Tischproblem gelöst werden würde.

Auf dem Weg ins Kino im Planetarium kommen wir an den verschiedenen Bars und Lounges vorbei, in denen Livemusik aller Art dargeboten wird. An einigen kommen wir auch mehrmals vorbei, denn die Navigation auf dem Schiff fällt uns noch nicht leicht. Im Moment sieht alles noch ähnlich aus, besonders die insgesamt vier Treppenhäuser. Die müssen jedoch unbedingt unterschieden werden, um bestimmte Bereiche des Schiffes erreichen zu können. Wir sind aber rechtzeitig genug da, genießen noch etwas die Ruhe und dann eine Kinovorführung von F9 – the Fast Saga für uns ganz allein in dem großen Saal.

Der erste Tag an Bord endet dann doch ganz versöhnlich, die Kabine ist bei Rückkehr schon bettfertig gemacht, inklusive ein Stückchen Godiva-Schokolade, und wir schlafen sehr gut.

Embarkation in Hamburg, Day 1 (Cruise, Queen Mary 2)

Inzwischen sind wir bereits zwei Tage unterwegs und in Southampton/ GB angekommen. Hier gehen wir an Land, während die Kurztripbucher uns verlassen und die Amerikafahrerinnen zusteigen.

Das Boarden in Hamburg verlief angenehm zügig. Wir fuhren mit dem Zug bis zum Hauptbahnhof. Gleich nebenan stand der Shuttlebus am ZOB bereit, der uns zum Cruise Port Steinwerder brachte. Alle Ausweise, Testnachweise und Impfbescheinigungen wurden während des Eincheckprozesses mehrfach überprüft. Wir wurden noch einmal fotografiert und bekamen schließlich das Okay, an Bord gehen zu dürfen.

Wir brachten das Handgepäck in die Kabine (überraschend abgewohnt) und machten eine Kaffeepause, netterweise an einem Fensterplatz. Noch fühlt es etwas merkwürdig an, nicht zu wissen, was man darf (auch im SB-Teil zuerst einen Sitzplatz finden (lassen)), nicht darf (die Getränke selbst holen) oder soll (die Snacks selbst holen). Aber das wird in den kommenden Tagen schon werden.

Der Rest des Tages verging schnell. Den Kreuzfahrtkoffer auspacken, umziehen, Abendessen im Restaurant, Abfahrt aus Hamburg, Film im Kino und dann müde und erschöpft ins Bett.

Die nächsten Berichte über die Überfahrt werden nun erst in einer guten Woche kommen. Internet auf See ist zwar möglich, aber extrem teuer. Wir werden die freie Zeit genießen und die aktuellen Nachrichten immer erst am Abend per Papiernewsletter auf die Kabine bekommen.

Morgen geht es los (Cruise Day 0)

Fast alle Reisevorbereitungen sind abgeschlossen. Wir mussten unsere Reisepässe eingeben, die Impfnachweise und die Kreditkarten, aktuelle Fotos hochladen und passenger locator forms für den Landgang in Southampton ausfüllen. Dabei ist nicht jede Internetseite wirklich kundenfreundlich aufgebaut.

Der Transfer nach Hamburg ist fast organisiert, die Koffer gepackt. Wir dürfen eine nahezu unbegrenzte Menge an Gepäck mit an Bord nehmen. Es wird schicke Abendgarderobe für neun Tage benötigt, samt passenden Schuhen und Accessoires. Wir nehmen außer weiterer Kleidung für die anschließende Wohnmobil-Tour in Amerika Dinge mit, die nicht in dem gebuchten Camping Kit enthalten sind: Bettwäsche, Decken und Kissen, allerlei Küchenkrams. Was wir halt so für unser Wohlbefinden benötigen.

Aber hallo! Wir haben es geschafft, alles in zwei riesige Koffer zu proppen. Nun fehlt nur noch das Handgepäck.

Die elektronische Bordkarte ist heruntergeladen, ebenso das e-Ticket ausgedruckt, der Gesundheitsfragebogens ausgefüllt. Gleich noch los, einen Antigentest machen, dann kann es morgen Mittag losgehen.

Atlantic crossing zum Dritten

Bald ist es soweit, die nächste Reise innerhalb unseres Sabbatjahrs nähert sich. Wir werden, wie schon beim ersten Sabbatjahr, mit dem Schiff den Atlantik überqueren und dann eine Zeitlang die USA mit einem Wohnmobil bereisen und auch mit dem Schiff zurückkehren. Damals, im Oktober 2015, hatten wir das Glück, die Einweihungsfahrt des zu dem Zeitpunkt größten Kreuzfahrtschiffs, der Anthem of the Seas, mitzumachen.

Diesmal ist unsere Überfahrt westbound noch etwas spektakulärer. Wir kommen in den Genuss, äußerst komfortabel über den Atlantik nach New York zu kommen. Wir fahren sozusagen im Linienverkehr von Hamburg nach New York, neun Tage, mit einem Zwischenstopp in Southampton, und das mit dem Luxusschiff Queen Mary 2 der Cunard Line (Wer es sehen möchte, muss auf das nächste Icon klicken.)

Das Fährgeschäft läuft wegen Covid-19 erst langsam wieder an, die Preise im Februar sind bezahlbar, wenn es auch nur für eine Innenkabine reicht. Weniger als ein Drittel aller Kabinen gehören überhaupt in diese unterste Kategorie. Macht nichts, wir kommen trotzdem so bequem wie es nur geht über den Teich. Im Februar ist draußen auf dem Ozean auch nicht wirklich etwas attraktives zu sehen. Immerhin wurden wir schon von Deck vier auf Deck sechs umgebucht. Die Kabinen dürfen wegen Covid-19 nicht alle belegt werden. Ich nehme mal an, dass das unterste Passagierdeck (Deck 4) als mögliches Quarantänedeck genutzt werden soll.

Nun dürfen wir uns nur nicht vorher noch mit Omikron anstecken und haben daher alle Sozialkontakte eingestellt. Trotzdem leuchtete gestern die Corona-WarnApp rot auf! Leichte Panik! Als wir von Madeira kommend in Hamburg landeten, war wohl jemand infiziertes in der Nähe. Wir haben uns sofort testen lassen – negativ. Puh!!

Am Nord-Ostsee-Kanal in Sehestedt (Schleswig-Holstein 22)

Von Madeira aus sind wir direkt in die norddeutsche Wetterwirklichkeit zurück katapultiert worden, mit Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt und Dauergrau. Doch manchmal ist auch etwas Sonnenschein zu sehen, den wir für einen Spaziergang am Nord-Ostsee-Kanal nutzen wollen. Wir fahren zum Kanalfähranleger in Sehestedt, der einzigen Gemeinde, die durch den Bau des Kanals Ende des 19. Jahrhunderts in zwei Teile zerschnitten wurde.

Noch bevor wir uns richtig auf den Weg machen können, holt uns das Wetter schon ein. Planänderung! Wir gehen nicht erst über „Los“, sondern direkt zum geplanten Endpunkt des Spaziergangs, zum Kanalimbiss.

Hier machen sie die wirklich allerbesten Pommes, die wir jemals gegessen haben. Es ist auch noch ein Strandkorb frei, so dass wir etwas vor dem Regen geschützt sind. In der Gaststube ist es rappelvoll mit Menschen, von denen einige immer noch nicht wissen, dass der Impfnachweis vorher kontrolliert werden muss. Da möchten wir nicht hinein.

So haben wir einen Logenplatz mit freiem Blick auf den Kanal. Große Schiffe fahren grad gar nicht an uns vorbei. Dafür kontrolliert die Polizei mit drei Mann, ob die Angler auch im Besitz eines Angelscheins sind (Ja, sind sie.), bevor auch sie zum Imbiss hochgehen. Die Gelegenheit ist günstig.

Als wir mit dem Essen fertig sind, scheint auch die Sonne wieder. Allerdings sind wir so dermaßen durchgefroren, dass wir nur noch zum Auto mit seiner Sitzheizung und dann nach Hause ins Warme wollen.

Einen Blick auf die St.-Peter-und -Paul-Kirche schaffen wir noch, deren Anfänge bereits im 13. Jahrhundert liegen. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden hier nach einer Schlacht Soldaten einquartiert. Auch da muss es ziemlich kalt gewesen sein, es war Anfang Dezember. Die Soldaten verfeuerten das gesamte Gestühl der Kirche. Wie gut, dass wir die Sitzheizung haben!

Auf möglichst baldiges Wiedersehen (Madeira 22)

Madeira ist ein wunderbarer Ort, um zu überwintern. Für uns ist es angenehm warm, auch wenn die Einheimischen darauf bestehen, dass es kalter Winter ist (17 Grad). Aber irgendwann ist auch die Zeit abgelaufen, und wir müssen wieder abreisen. Das Wetter macht es uns nicht so schwer, es ist sehr diesig.

Früher als sonst auf der Terrasse zum Frühstück, im Hafenbecken ist Ebbe.

Wir werden sehr rechtzeitig vom Shuttlebus am Hotel abgeholt. Nachdem wir weitere Reisende (Dänen, sie sind immer da, wo wir sind) in Funchal eingesammelt haben, geht es wie immer in rasender Fahrt Richtung Airport, auf der Autobahn grundsätzlich auf der linken Überholspur.

Wir fliegen über München zurück und treffen bei der Gepäckaufgabe entsprechend auf jede Menge Bayern, die noch früher als wir am Flughafen waren und nun laut, ungeduldig und drängelig sind. Letzteres wird resolut von den groundforce-Mitarbeiterinnen unterbunden. Nachdem wir die schweren Koffer, aber kein Übergewicht, wie zunächst befürchtet, losgeworden sind, gehen wir noch einmal für eine halbe Stunde nach draußen und genießen in Ruhe die Sonne, die trotz des Dunstes schon sehr warm scheint. Nach Passieren der Sicherheitskontrolle, auch hier haben die Menschen die Ruhe weg, ist noch Zeit für einen letzten bica auf der Außenterrasse mit Blick auf die Start- und Landebahn.

Wie schon auf dem Hinflug fliegen wir mit einem Airbus Neo zurück.

Das Flugzeug ist ziemlich voll. Wir haben Glück und haben die Dreierreihe für uns. Die aufgeregten Bayern sitzen natürlich genau vor uns, sind offensichtlich noch nicht so oft geflogen und klatschen nach der Landung in München. Fremdschämen kann so einfach sein. Es gibt übrigens keine Reihe 13 im Flugzeug, der Aberglaube reicht bis über die Wolken, hinein in die unendlichen Weiten des Weltalls.

Sonntag abends ist auf dem Münchener Flughafen nichts los, wir haben sogar noch Zeit, etwas zu essen.

Dann fliegen wir mit vielen Hamburgern, die am Wochenende anscheinend beim Skifahren waren, weiter in den Norden. Dort ist es kalt, feucht und windig. Wie schön und angenehm es doch auf Madeira war. Wir kommen bestimmt bald wieder.