Wind, Wetter, Wellen, Teil 2 (Madeira 22)

Gestern (Montag) fühlten sich die 19 Grad etwas kühler an, da es stark bewölkt ist und auch viel windiger. Nun merken wir auf eine andere Weise, dass Madeira mitten im Atlantik liegt. Hier entwickeln sich gern mal die atlantischen Sturmtiefs, die dann das Wetter in Festlandseuropa bestimmen. Und wir scheinen gerade in so einem sich entwickelnden Sturm zu sitzen, der auf dem Wasser für Wellenhöhen von 12 Metern und mehr sorgen kann.

Die wenigen Fischerboote, die sonst in der Bucht liegen, sind schon am Freitag auf‘s Land gezogen worden. Am Sonnabend ist das Schiff, das zunächst noch auf der Slipanlage lag, noch weiter hochgezogen worden. Gute Idee, denn die Wellen schlagen bis nach oben hoch. Gestern sind auch die Zugänge zur Mole und zur Strandpromenade in Câmara de Lobos abgesperrt worden. Die Brandung scheint noch stärker als die vergangenen Tage zu sein.

Wir machen trotzdem einen Spaziergang Richtung Funchal. Und was soll man sagen, die Wellen und Brecher sind wirklich noch einmal höher als vorgestern. Zum Größenvergleich: auf den nächsten beiden Fotos sieht man einen Mann in den Klippen (unterhalb der Sturmmöwe) bzw. zwei Männer, die auf dem Schiff links arbeiten.

Diesmal schlagen die Wellen an einigen Stellen über den Promenadenweg, an den Stellen, wo er über das Geröll führt, hinweg. Erstaunlicherweise ist dieser Weg (noch) nicht abgesperrt worden.

Es ist ein großer Spaß, zu versuchen, die „perfekte“ Welle zu fotografieren. Ein bisschen Einsatz muss man schon zeigen, wir werden an den Unterschenkeln etwas nass.

Beim anschließenden Kaffee verspricht Kay, sich für das „perfekte“ Foto unter den Spray zu stellen. Gesagt, getan. Der vermutete Spray fühlt sich allerdings so an, als wenn man mehrere Eimer kaltes Wasser über den Kopf bekommt.

Die Frau hat es unfreiwillig erwischt. Aber sie hatte einen Regenmantel an.

Kay wird tatsächlich bis auf die Haut nass (ich nur bis zu den Oberschenkeln), und wir laufen zügigen Schrittes zurück zum Hotel, um uns trockene Kleidung anzuziehen. Am nächsten Tag ist der lang angekündigte Regen wirklich bei uns in der Bucht angekommen. Wir verbringen den Tag im Hotel. So haben die Klamotten Zeit genug, wirklich zu trocknen.

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