Nachdem das Beethoven-Haus bei unserem Besuch 2019 wegen Renovierung geschlossen hatte und 2020 die Jubiläumsfeierlichkeiten (und unser Besuch) wegen Corona ausfielen, wollten wir nun 2021 hin. Es ist Montag, alle Museen in Bonn haben montags geschlossen – nur das Beethoven-Haus nicht. YEAH!

Im Vorwege ein Zeitfenster-Ticket zu buchen war auch nicht notwendig. Sind nicht mehr so viele Besucher unterwegs im November, und die, die da sind, machen wohl eher Pre-Christmas-Shopping.

Beethoven entgeht man nicht in Bonn, überall steht er herum. Ein stilisierter Kopf findet sich sogar auf den grünen Ampeln. Das folgende Denkmal haben „musikalisch interessierte Kreise“ (u.a. Franz Liszt) anlässlich des 75. Geburtstags gestiftet. Eingeweiht wurde es mit königlicher Anwesenheit (Preußen und England) und einem dreitägigen Musikfest, dem ersten Bonner Beethovenfest.

Das Museum mit allerlei Gegenständen, die sein Leben bebildern, befindet sich in seinem Geburtshaus, wobei, seine Eltern bewohnten nur das Hinterhaus. Unter dem Dach war ihr Schlafzimmer, jetzt steht da gerade eine tolle Videoinstallation (leider darf man in den Häusern nicht fotografieren). Wahrscheinlich (oder hoffentlich, für Mutter und Kind) ist Beethoven aber in der Küche im Erdgeschoss zur Welt gekommen, schließlich war es Dezember und nur in der Küche geheizt.


Im Garten darf man Fotos machen, natürlich guckt einen der Meister auch hier von überall her an.

Der Verein hat das Haus nebenan (Nr. 18) ebenfalls gekauft und im Zuge der langjährigen Renovierung neue Räume installiert. Unten in der „Schatzkammer“ sind originale Handschriften ausgestellt, die mehrstufige Arbeitsweise Beethovens wird multimedial sehr anschaulich vermittelt. Im „Musikzimmer“ wird die Mondscheinsonate auf dem Hammerklavier gespielt, während man der Handschrift per Präsentation genau folgen kann.

Das Beethoven-Haus hat kein Café (mehr), es lief schon vorher nicht so gut, und Corona brachte dann das (vorläufige) Aus. Aber wir wissen noch vom letzten Besuch, wo man sehr guten Kuchen und Kaffee bekommen kann, bei Fassbender (Dreieck, Ecke Sternstraße). Heute gibt es einen Weckmann (gibt es nur im November, im Dezember hat er noch eine Wichtelmütze auf), den letzten, er ist nur noch einäugig. Die Verkäuferin fasst es nicht, dass wir Weckmänner nicht kennen! Unsere im Norden heißen halt Stutenkerle, das erzählen wir ihr aber nicht, denn sie wird nicht müde, uns von den Weckmännern zu erzählen. Und nur die bei Fassbender haben Butterstreusel (Soll es der Bart oder der Pfeifenrauch sein?) oben drauf, das wiederholt sie mehrmals. Die Verkäuferin pult mit der Kuchenzange noch eine Rosine aus dem Apfelstrudel nebenan heraus, und mein Weckmann blinzelt mich wieder aus beiden Augen an.

Er mundet mir ungemein, und die Tonpfeife nehme ich mit. Die gilt zwar als „Männlichkeitssymbol“, ist mir aber egal. Heiße Schokolade aus Zartbitterschokolade am Stiel passt sehr gut dazu.