Wir fuhren nach Weil am Rhein und stiegen um in die Bahn nach Lörrach. Beide Städte liegen sehr nah beieinander, getrennt durch den Tüllinger Berg (daher die Fahrt durch den Tunnel) und dem Fluss Wiese. Oberhalb von Lörrach liegt die Burg Rötteln, dahin sollte unser Ausflug gehen. Vom Bahnhof aus konnten wir die Fußgängerzone schon sehen, irgendwo dort würde es wohl auch die Touristinformation geben. Sie war sogar gut ausgeschildert, doch die Nebensaison machte auch vor ihr nicht Halt: Mittagspause von 13-14 Uhr! Das ist uns bisher auf keiner Reise passiert. Egal, gute Gelegenheit, selbst eine Mittagspause einzulegen. Wir fanden einen guten italienischen Imbiss am Marktplatz mit leckerer Tagespasta.

Frisch gestärkt erhielten wir die Information im Touristbüro, besser mit dem Bus der Linie 16 nach Röttelnweiler zu fahren, der Weg wäre sehr lang und nicht wirklich spannend. Um zur nächsten Bushaltestelle zu kommen, sollten wir zweimal links abbiegen und dann rechts. Leider waren wir zu früh dran mit zweimal links. Da war dann rechts keine Haltestelle. Im Stadtplan waren sie auch nicht eingezeichnet. So liefen wir dann mit Plan etwas planlos in der Gegend herum, bis wir mehr zufällig eine Haltestelle der Linie 16 fanden. Der Bus war laut Aushang vor einer Minute abgefahren. Tja, dann eben bis zur nächsten, dann zur übernächsten Haltestelle zu Fuß, um die Zeit bis zum nächsten Bus zu überbrücken. Wir mussten jedoch nicht lange warten, der aktuelle Bus hatte Verspätung und sammelte uns an der nächsten Haltestelle ein.
In Röttelnweiler stiegen wir unterhalb der Autobahn A98 aus und hatten „nur“ einen Fußweg von 600 Metern vor uns, allerdings waren ca. 100 Höhenmeter zu bewältigen. Anstrengend! Es war ziemlich warm an dem Tag.

Schließlich erreichten wir die Außenwerke der Burg.

Es handelt sich um eine ausgedehnte Abschnittsburg (neues Wort gelernt), 300 Meter lang, mit Unter- und Oberburg aus dem 13. Jahrhundert und schon seit fast 450 Jahren eine Ruine, aber ein wichtiges Zeugnis markgräflicher Vergangenheit. Wir befinden uns ja schließlich im Markgräflerland.

Hier tagte das Landgericht, das Berufungsgericht der Dorfgerichte unter dem Vorsitz des Landvogts. Kam es zum Todesurteil, wurde es umgehend auf dem Kapf vollstreckt.
Die Unterburg bestand und besteht überwiegend aus Wirtschaftsgebäuden. Leider hat das Café „Fräulein Burg“ montags Ruhetag. Wir gingen daher recht zügig zur Oberburg, die früher durch mehrere Zugbrücken gesichert war. Heute führt eine Holzbrücke über den Graben.

Der schmale rechteckige Durchlass rechts neben dem Tor ist das „Mannloch“, das Einzelpersonen einließ, damals auch gesichert durch eine weitere Zugbrücke. Die Menschen müssen früher sehr dünn gewesen sein.

Wir bestiegen den Torturm, den sogenannten Giller. Außer zur Bewachung der Oberburg wurde er auch zeitweise als Gefängnis genutzt. Von dort aus war der Blick noch besser.


Danach erklommen wir den Bergfried, der sich an der höchstgelegenen Stelle der Anlage erhebt. Er diente ebenfalls als Wachturm und Gefängnis, außerdem als Rückzugsort im Verteidigungsfall. Und von dort schauten wir bis ins Schweizer Juragebirge!!

Da hat sich der Aufstieg doch gelohnt. Bergab ging es sehr schnell, in 10 Minuten waren wir an der Bushaltestelle. Da die Linie 16 bis nach Weil fuhr, blieben wir einfach sitzen und kamen so noch zu einem Mini-Ausflug in die Schweiz, denn die Streckenführung geht über Schweizer Staatsgebiet. Ganz ohne Kontrollen, es gab auch reguläre Haltestellen. Von Weil aus ging es dann ziemlich müde zurück zum Campingplatz.











































































