Gerade jetzt läuft die traditionelle Herbstmesse in Basel, ein Ereignis, das seit dem Mittelalter immer stattfindet, es sei denn, die Pest, die Cholera, die Spanische Grippe oder Covid-19 lässt sie ausfallen. Wir würden für den Teil der Mäss, die diesmal zum 550-Jahr-Jubiläum in der Innenstadt auf sieben Plätzen gleichzeitig stattfindet, Jahrmarkt sagen. Es handelt sich um die größte und älteste Vergnügungsveranstaltung in der Schweiz, über 500 Jahre alt.


Der Münsterplatz z.B. ist dabei eingezäunt. Hier stehen die Fahrgeschäfte des Jahrmarkts, vor allen das traditionelle Riesenrad, eingezäunt, damit die Kontrolle der Coronabestimmungen leichter durchzuführen ist. Unter Vorlage der Impfbescheiningung holt man sich im Vorwege ein Armband, das zum Zutritt für alle Tage berechtigt. Wenn man nur ein Testzertifikat hat, bekommt man ein Tagesarmband. So funktioniert es auch am Standort Messe, wo die Fahrgeschäfte der Kleinbasler Seite zu finden sind.

An anderer Stelle gibt es eher Kunsthandwerk zu kaufen, in der Mischung so ähnlich wie bei uns auf den Weihnachtsmärkten, nur ohne den Weihnachtskram natürlich, denn auch hier wird es später noch einen Weihnachtsmarkt geben.

Die Buden mit den Naschereien stehen ebenfalls konzentriert an einer Stelle. Man kann interessante Dinge kaufen: Mässmogge, Biberfladen, Birnenweggen. Wir wählten die gebrannten Mandeln, sicher ist sicher.
Ein bisschen Recherche (wenn der Hotspot denn auf eine stabile Funkwelle trifft) ergibt später folgende Erkenntnis: Mässmogge sind Bonbons, daumennagelgroß und mit Haselnusscreme gefüllt; Biberfladen sind eine Appenzeller Lebkuchenspezialität und Birnenweggen eine Hefeteigroulade gefüllt mit gedörrten Birnen. Da waren die gebrannten Mandeln für uns wirklich bekömmlicher.

Wem der Sinn eher nach herzhaften Dingen ist, zur Auswahl stehen diese interessanten Speisen:

Wir gehen zum Michel-Stand am Petersplatz, laut Moni und Peter gibt es hier die beste Wurst. Neben Kalbsbratwurst gibt es noch Burebratwurst, Rauchwurst, Goldwurst (Klöpfer), Jenzerli (Wienerli) und Merquez. Nachdem der sehr geduldiger Bratwurstbräter die Fleischarten aller Wurstsorten erklärt hat, entscheiden wir uns für die Merquez, Lamm und Rind, schön scharf gewürzt.

Dazu gibt es das Nationalgetränk der Schweiz, Rivella, kohlensäurehaltig, alkoholfrei und mit 35% Milchserum, das nur noch die wasserlöslichen Bestandteile (Lactose, Mineralstoffe, wasserlösliche Vitamine) der Milch enthält. Schmeckt erfrischend, nicht süß und nach keinem bestimmten Aroma.

Auf dem Rückweg zum Badischen Bahnhof dämmert es schon, und an der Messe sieht es nun aus, als wäre ein Raumschiff gelandet, um die Besucher hochzusaugen.

Für uns heißt es „Uff Widerluege bis zem näggschte Mool, dangscheen!“