Beim zweiten Treffen mit Moni und Peter zeigten sie uns Basels Altstadt, die zu den intaktesten Europas gehört, keine Schäden aus den beiden Weltkriegen. Basel ist über 2100 Jahre alt, schon die Kelten aus der Bronzezeit siedelten hier am Rhein. Die Römer machten Basel zu einem bedeutenden Handelsplatz, bevor dann mit dem Bau der Mittleren Brücke 1226 über den Rhein der Fernhandel eröffnet wurde.

Gleich unterhalb des Münsterhügels legt einer der insgesamt vier Personenfähren über den Rhein an. Sie bewegt sich an einem Seil befestigt (rechts oben im Foto) nur durch die Kraft der Strömung hin und her. Der Fährmann legt je nach Richtung einen Hebel um, und die Fähre setzt sich lautlos in Bewegung. Am Anleger bleibt das Boot mit Muskelkraft, der Fährmann hält sich an einem Pfosten fest. Die Fähren verbinden das Gross- mit dem Kleinbasel.

Das Münster ist das Wahrzeichen der Stadt. Wir waren zwar nicht drin, gingen aber durch den Kreuzgang mit den Grabplatten berühmter Personen der Stadtgeschichte hindurch, um auf den Rhein blicken zu können.

Im 16. Jahrhundert gab es ein bedeutendes Druckereigewerbe, das viele humanistische Gelehrte anzog, die in Basel ihre Schriften in guter Qualität und großen Mengen drucken lassen konnten. Einer von ihnen war Erasmus von Rotterdam, 1536 im Basler Münster bestattet.


Unter der Altstadt, auch unter dem Marktplatz, fließt der Fluß Birsig Richtung Rhein. Wenn man weiß, wie und wo, dann kann man dort hinabsteigen und bis zum Rhein laufen. Auf dem Foto sieht man den Beginn der Verrohung, die es erst seit gut 100 Jahren gibt. Davor wurde das Flusswasser von den dort ansässigen Handwerkern genutzt.



Es gibt noch drei erhaltene Stadttore aus dem Mittelalter. Dies ist das Spalentor, eines der schönsten Stadttore der Schweiz. Erbaut wurde es anlässlich der dritten Stadterweiterung im 14. Jahrhundert, bald darauf mit einem Vortor versehen, da man Auseinandersetzungen mit dem Burgund befürchtete.


In der Nähe befindet sich mit dem Spalenhof ein Sitz reicher Kaufleute, 1247 urkundlich erwähnt mit Gebäudeteilen noch aus romanischer Zeit. Die Wandmalerei der Justitia stammt aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Im Keller befindet sich heute eine von vielen kleinen und großen Bühnen. Basel gilt als Kulturhauptstadt der Schweiz.

Rund um den Altstadtkern erheben sich im Gegensatz zu den vielen mittelalterlichen Bauten Glanzstücke der modernen Architektur. Nirgends finden sich so viele Bauten von Pritzker-Preisträgern wie in Basel. Dazu werden wir noch mal einen gesonderten Spaziergang machen. Hier nur noch ein Schnappschuss im Vorbeifahren vom Neubau des Universitäts-Kinderspitals beider Basel (UKBB) mit seiner tollen Aluminiumfassade, die je nach Standpunkt die Farbe wechselt:
