Auf dem Jägerstieg von Schluchsee nach Aha

Umsteigepause beim Bäcker in Freiburg Hbf

Endlich in den Schwarzwald hinein, mit der Bahn von Freiburg aus an Kirchzarten und Hinterzarten (dazwischen liegt noch Himmelreich) vorbei bis nach Titisee. Dort stiegen die meisten mit Wanderstöcken und Rucksäcken ausgestatteten anderen Touristen aus und der Zug wurde geteilt, diesmal saßen wir schon im richtigen Teil, denn wir wollten an den Schluchsee.

Titisee

Dann am Titisee und am Feldberg vorbei, immer weiter bergauf, immer etwas langsamer, bis wir im Ort Schluchsee ausstiegen, um bis zum vorherigen Bahnhof in Aha zurückzuwandern. Immerhin erreichten wir hier 932 Meter über Normalnull, der Zug musste von Freiburg aus 650 Höhenmeter überwinden.

Solange wir im Zug saßen, strahlte die Sonne auf uns nieder und es wehte ein leichter Wind. Als wir die Wanderung starteten, bezog es sich ordentlich, der Wind briste auf, und es wurde merklich kühler. Wir waren kleidungstechnisch gewappnet, da sie uns schon an der Campingplatz-Rezeption erzählt hatten, dass es hier oben immer 10 Grad kälter sei, als unten am Rhein.

Der Schluchsee (ausgesprochen mit langem u) war bis zu den 1920 ein ein echter See und ist von 1929 bis 1932 zu einem Stausee umgebaut worden. Er ist nicht nur der größte Stausee im Schwarzwald und der am höchsten gelegene in Deutschland, sondern auch der größte Stromspeicher Deutschlands (das sagt zumindest die Infotafel). Der See sammelt das Wasser aus seinen natürlichen Zuflüssen und das Regen- und Schmelzwasser aus dem Feldberggebiet. Drei Pumpspeicherkraftwerke unterhalb des Schluchsees erzeugen rund 460 Millionen kWh Strom im Jahr.

Wir wanderten auf dem Seeuferweg um eine Landzunge herum, um dann den Seerundweg zu erreichen. Eine Umrundung wäre, wenn die Anfahrt nicht so lange gedauert hätte (1,5 Stunden ab Freiburg, und dorthin mit Warten auf den Anschlusszug nochmal 1,25 Stunden) gut möglich gewesen, es sind nur knappe 18 km. So begnügen wir uns mit dem Probestück von ca. 5 km.

In Aha, genauer im Teil Unteraha in der Straße Vorderaha, gleich hinter dem Gelände des Segelvereins Schluchsee steht der Kiosk-Imbiss. Außer dem normalen Imbiss-Angebot gab es aber auch Kaffee und Kuchen. Die Wahl fiel auf Apfelkuchen und Donauwelle (es gab noch zwei weitere Sorten). Die nette Verkäuferin legte das größere von den letzten zwei Kuchenstücken auf einen Teller und fragte: „Kann ich Ihnen das kleine Stück noch mit auf den Teller tun? Müssen Sie auch nicht bezahlen, nur essen!“

Das war nicht schwierig, alles aufzuessen. Gut gestärkt gingen wir zum Bahnhof und schuckelten anschließend mit quietschender Hydraulik und piepsenden Türen wieder bergab, zurück in die wärmere Ebene. Noch schnell ein paar Einkäufe in Freiburg erledigt, in der Zeit, bis der Anschlusszug Richtung Basel losfuhr. Das war ein schöner Ausflug, trotz der langen und akustisch anstrengenden Fahrten.

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