Die Beine waren etwas schwer am Morgen nach den Wanderungen. Daher kam nun die Konus-Gästekarte zum Zuge, wir fuhren nach Weil am Rhein. Zum Bahnhof nach Rheinweiler ging es zu Fuß immer bergab, bevor uns an Schule und Kindergarten eine kurze, aber heftige Steigung kurzzeitig aus dem Tritt brachte. Die Züge in Richtung Basel fuhren von Gleis 2, zu erreichen durch die Unterführung, kein Fußweg, nur enge Straße. Der Zugang zu Gleis 2 war dann wegen Bauarbeiten gesperrt, alle Züge nutzten Gleis 1. Witzig! Gut, dass wir rechtzeitig da waren. Wieder zurück durch die Unterführung und hoch zu Gleis 1. Zwanzig Minuten später waren wir in Weil.
Unser Ziel war das Vitra Design Museum und der Campus mit den Gebäuden preisgekrönter Architekten(büros). Der Weg dahin war gleich ausgeschildert. Wir wollen aber auch die Innenstadt anschauen (lohnt nicht wirklich) und wählten den längeren Weg (den langen, den immer länger und länger werdenden durch ein Neubaugebiet und um den halben Campus herum). Dabei trafen wir auf diesen kleinen Gesellen, der wie wir auch dabei war, seinen Weg zu finden.

Als wir dann endlich, endlich an einem Zugang auch für Fußgänger angekommen waren, gingen wir schnurstracks zum Café im VitraHaus, „Lunchtime!“, um wieder zu Kräften zu kommen.

Das VitraHaus selbst (2010, Herzog & de Meuron) ist eine Art riesiger showcase für die Produkte der Firma und ihnen verbundener Designer.

Man könnte auch von oben bis unten durchgehen, eine Liste mit den gewünschten Möbeln und Accessoires anfertigen und sie anschließend ordern oder noch im Atelier nach den eigenen Wünschen konfigurieren lassen.

Neben dem nötigen Geld fehlen uns einfach auch die geeigneten Räumlichkeiten („Ich brauche ein Schloss!“), um all die schönen Dinge aufzubauen. Daher begnügten wir uns mit der Besichtigung der Ausstellungen und machten Fotos. Hier kommt eine kleine Auswahl.



Da das Wetter geradezu unglaublich schön war, immerhin ist es Mitte Oktober, schlenderten wir als nächstes durch den Oudolf Garten (2020, Piet Oudolf). Auch in seinem Herbstflor war er sehr schön anzusehen.

Selbst die Bienen wohnen hier auf dem Campus in schönen Bienenstöcken, sechs Völker, rund 100.000 Bienen, werden in der kombinierten Wildbaumethode gehalten und von zwei auch als Imker ausgebildeten Mitarbeitern betreut.

Wir beschlossen, an diesem sonnigen Tag den Rundgang durch das Außengelände weiterzuführen. In das Museum gehen wir an einem anderen Tag.


Die Skulptur, Uhr, Aussichtsplattform und Rutsche in einem, zog uns magisch an. Bei unserem letzen Besuch in Bonn sind wir bereits vom Dach der Bundeskunsthalle auf einer Rutsche von Höller heruntergesaust. Diese hier war eindeutig viel höher! Also mit Rutschunterlage hoch, oben schwankte der Turm etwas. Bevor die Angst überhand nahm (dann doch keine Fotos), lieber schnell in die Röhre und mit einem Affenzahn nach unten. Das ging so rasant schnell, schneller, als davon zu schreiben!
Noch etwas benommen spazierten wir zur ehemaligen Feuerwache.

Nach einem großen Brand auf dem Werksgelände sollte eine eigene Werksfeuerwehr her. Die wurde nach einigen Jahren, weil zu klein, wieder abgeschafft, nun hat man ein großes Ausstellungsgebäude mehr. Hinein und aufs Dach wären wir aber nur mit einer geführten Tour gekommen.
Im Depot Deli, am Ende des Rundgangs, war dann wieder eine Pause angesagt, bevor es auf dem kurzen Weg zum Bahnhof zurück ging.

In Rheinweiler fanden wir am Rande der Bahngleise das Auto von Dornröschen. Wenn sie wieder aufwacht, wird sie es sicherlich abholen.
