Unser Campingplatz hat seinen Namen vom naheliegenden Schloss samt gleichnamigem Tiergehege, nur den sprichwörtlichen Katzensprung entfernt. Gleich nachdem wir durch die Pforte kamen, gab es Bewegung rechts im Wald. Kurz darauf überquerten jede Menge Rehe mit ihren Kitzen die Straße, um zur großen Herde zu kommen.



Damals waren die Damen und Herren wohl noch getrennt untergebracht. Heutzutage beherbergt der Frauenflügel ein Restaurant Namens ‚Die weiße Dame‘, in den anderen Gebäudeteilen außer im Hauptgebäude, sind Hotelzimmer. Zur Weihnachtszeit kann man hier echte dänische julehygge erleben, ab 605 Euro pro Person/ Tag im Doppelzimmer. „Ab“ bedeutet wohl nicht die Unterbringung hier, sondern eher in den umgebauten Ställen im dreiseitigen Wirtschaftsgebäude gegenüber.

Das Restaurant „Die weiße Dame“ hat seinen Namen nach dem schlosseigenen Gespenst erhalten. Der Sage nach verunglückte eine junge Braut auf dem Weg zur Hochzeit auf Schloss Hindsgavl mit der Kutsche, weil die Pferde plötzlich scheuten. Die Kutsche stürzte ins Wasser, die Braut wurde zwischen Sitz und Reisegepäck eingeklemmt und ertrank. Der Bräutigam rief noch lange vergeblich nach seiner Braut und meinte oft beim Spaziergang durch den Park, einen weißen Schatten ihrer Selbst zu erblicken.
Gerade jetzt findet auf dem Gelände die 53. Ausgabe des gleichnamigen Kammermusikfestivals statt. Daher war viel los auf den Parkplätzen, aber leider keine Musik draußen zu hören. Deshalb sind wir durch den Schlosspark spaziert, mit wunderschönen Ausblicken auf den Fænø Sund. Die weiße Frau haben wir nicht getroffen, sie soll auch immer nur abends in Erscheinung treten.




Der Kranich auf dem Schild war das Wappentier einer früheren Eignerfamilie. Er hält einen Stein in der einen Kralle. Wenn er einschläft, lässt er den Stein fallen, der dann auf der anderen Kralle landet und ihn wieder aufweckt.

Dieser Rest einer Eiche stand ursprünglich an der Straße von Middelfart nach Hindsgavl. Der Stamm teilte sich irgendwann einmal und wuchs später wieder zusammen. Früher gab es den Volksglauben, dass Kranke und Unfruchtbare geheilt werden würden, wenn sie um Mitternacht durch einen solchen „Lochbaum“ klettern oder durchgezogen werden würden. Wenn man allerdings die falsche Richtung einschlug, hätte die Prozedur die gegenteilige Wirkung.

Zurück geht es durch die Hindsgavl Allee und wir sehen noch eine zweite Herde Sikawild. Beeindruckende Geweihe haben auch die. Gut, dass wir keines gefunden haben, das hätten wir sofort abliefern müssen.

Zum Abschluss der kleinen Tour gibt es sehr leckere Burger mit gekräuterten Pommes im Street-Food-Restaurant ‚Kitzchen‘, gebraten in einem alten amerikanischen Schulbus.

