Als erstes gleich mal etwas geschichtliches zum Dazulernen: Nyborg ist Dänemarks erste Hauptstadt. Das Schloss wurde vor mehr als 800 Jahren von König Waldemar gegründet, zentral im damaligen Dänemark gelegen und damit auch Danehof (damaliges Parlament in der Zeit des Reisekönigtums). Vom Turm des Schlosses aus konnte man wunderbar den Schiffsverkehr auf dem Großen Belt überwachen.

Von den ehemaligen Wallanlagen rund um Schloss und Innenstadt ist noch einiges erhalten, wenngleich manchmal nicht mehr unbedingt als solche zu erkennen, wie z.B. der jetzige Friedhof, der allerdings sehenswert ist. In der Anlage erinnert er eher an einen Park. Unsere Friedhöfe sehen deutlich anders aus.

Direkt am Schloss steht noch ein Stück Wall. Dort findet man auch einen Wasserturm von 1899, der immer noch funktionsfähig ist und alte Kanonen, die früher die Stadt beschützten. Das ist heutzutage nicht mehr nötig. Stattdessen wird nun jedes Jahr der Sommer mit Kanonenschüssen begrüßt.


Die Wallanlage bestand aus Doppelwällen, dazwischen lief der Wassergraben. Die Mauern links und rechts stauen das Wasser. Diese Ausfallpforte diente gleichzeitig auch als Versorgungsweg.

Das alte Landtor, Mitte des 16. Jahrhunderts erbaut, war bis 1869 der einzige öffentliche Zufahrtsweg in die Stadt hinein. Die Straße führte direkt auf das Schloss zu. Gesichert wurde das Tor durch das Wallsystem uns die Wasserbräben. Um 22 Uhr wurde das Tor, mit 40 Metern das längste Tor Dänemarks, geschlossen, eine Viertelstunde vorher wurden die Glocken geläutet, um darauf aufmerksam zu machen. Noch heute läuteten in Nyborg jeden Abend um 21:45 Uhr die sogenannte Wächterglocke in der Kirche.

Am zentralen Marktplatz (Torv) gegenüber des Schlosses liegen das Rathaus und andere repräsentative Gebäude. Schon immer fand hier der Markt statt und in früheren Zeiten auch die königlichen Rittertuniere, für die er einst angelegt wurde.



Am anderen Ende der Altstadt, am Gamle Torv (alter Marktplatz) steht die Vor Frue Kirke, errichtet von Margrethe I. (1388-1428). Seitdem wurde sie mehrmals bis ins 19. Jahrhundert hinein, umgebaut. Auch heute ist der Eingangsbereich mit Turm eingerüstet, allerdings nur zu Renovierungszwecken.

Der temporäre Eingang an der Seite führte uns direkt hinein in den Altarraum mit dem angeblich größten Kirchenleuchter Dänemarks, darüber das Triumphkreuz.



Langer Bericht, sehr langer Rundgang. Am Ende noch schnell was eingekauft und Kanelstanger zum Tee auf dem Campingplatz zur Erholung.

