Büchsenmacher Tims Bisonherde

Wie im letzten Blogeintrag erwähnt, kamen wir auf dem Rückweg zum Campingplatz an diesem unscheinbaren Schild vorbei:

Bisonfleisch haben wir noch nie gegessen, das wäre doch die Gelegenheit, das nachzuholen. Also hin und geklingelt. Frau Nissen war sehr auskunftsfreudig (und ich neugierig). Ihr Sohn Tim baut die Bisonherde auf und betreut sie mit Hilfe der gesamten Familie. Dann und wann schießt er mal ein Tier mit dem sogenannten Weideschuss (stresslos für das Tier) aus der Herde, seine Frau vermarktet die Produkte online, die Mutter macht den Hausverkauf und verschickt das tiefgekühlte Fleisch per Post (kommt garantiert innerhalb von 24 Stunden immer noch tiefgefroren an, Dank spezieller Behälter und Kühlpacks). Hat sie mir alles erklärt und gezeigt. Ich durfte auch den Bisonkopf im Wohnzimmer sehen und streicheln.

Dies ist ein Foto aus dem Prospekt, ich hatte kein Handy zum Fotografieren des Kopfes an der Wand neben dem Kamin dabei.

Der Kopf kommt sonst auch mit auf Messen. Das Fell fühlte sich überraschend an. Am Hals (der hellerer Teil) war es so weich, wie ich es mir vorstellte. Vorne an der Stirn war das dunkle Haar sehr drahtig und so dicht und tief, Dreiviertel meiner Hand verschwand darin bis zum Haaransatz. Es stellte sich am Ende des Gesprächs heraus (als Frau Nissen erzählte, dass ihr Sohn gelernter Büchsenmacher ist), dass ich über die Entstehungsgeschichte der Herde (die einzige im Norden Deutschland, die nächste Herde ist 300km entfernt) schon Bescheid wusste, da ich im letzten Jahr eine Reportage auf N3 gesehen hatte (die ist immer noch in der Mediathek des NDR abrufbar). Der NDR war nun wieder da und die Fortsetzung der Geschichte kommt Anfang September im Fernsehen. Das werde ich mir wieder ansehen, ich bin schon gespannt.

Wir verließen Frau Nissen übrigens mit zwei Beefsteaks (gibts zu Kays Geburtstag), Zubereitungstipps und einer Bisonsalami.

Schon aufgetaut; gut, dass unser Kühlschrank auch über ein Tiefkühlfach verfügt.

Die echten Bisons haben wir nicht mehr besuchen können, die stehen auf unterschiedlichen Weiden rund um Medelby. Wir aber fuhren am nächsten Tag weiter nach Dänemark.

… und so funktioniert die Zubereitung auf dem Grill: die Grillkohle komplett durchglühen lassen und die Steaks von jeder Seite nur zwei Minuten grillen, dann in Alufolie eingewickelt noch weitere 15 Minuten an der Seite des Grills nachgaren lassen. Bisonfleisch benötigt nur die Hälfte der Garzeit von Rindfleisch. Wir trauten den Angaben nicht ganz und ließen das Fleisch ein bisschen länger liegen, sie hätten aber genau gestimmt.

Dennoch war das Steak wirklich besonders lecker, ein ganz würziger Geschmack, wesentlich mehr Proteine, Nährstoffe, Eisen und gesunde Fettsäuren als Rindfleisch und sehr wenig Cholesterin. Das Fleisch werden wir uns zu besonderen Gelegenheiten mal wieder gönnen.

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