Ausflug nach Hvide Sande

Holmsland Klit, also die Düne von Holmsland ist heutzutage sehr dicht mit Sommerhäusern bebaut. Bevor wir Touristen uns an der schönen Landschaft erfreuten, waren schon ganz andere „Sommergäste“ auf dem Dünenstreifen, nämlich das Vieh der Landwirte von Holmsland. Die grasten dort den Sommer über, so wie jetzt wieder die schottischen Hochlandrinder, die wir sahen. Außerdem wurden Kartoffeln und Hafer angebaut, frisch gefangene Fische ergänzten den Speisezettel. Nicht sehr üppig, das Leben damals auf der Nehrung. Das „Menschenvieh“ heutzutage bringt natürlich viel mehr Geld ein und sorgt für Wohlstand. Die Rindviecher werden zur Touristenattraktion.

Postalisch gehört der ganze Bereich des Holmsland Klit zu Hvide Sande, aber es gibt ja noch den kleinen Ort selbst, ziemlich genau in der Mitte der Nehrung gelegen. Sehr viel Aufregendes ist dort nicht zu sehen oder zu tun. Aber es gibt den Hafen, der heute zu den wichtigsten Fischereihäfen an der Nordsee zählt. Bei unserem Besuch war davon allerdings nicht viel zu erkennen. Wir waren auch schlicht zur falschen Uhrzeit da, die Fischauktion findet schon um 7 Uhr morgens statt.

ein Schiff für die Hafenrundfahrt
ein Schiff, auf dem geschweißt wird
immerhin ein großer Fisch im Ort, wenn auch aus Stein

Hvide Sande wurde 1931 gegründet, nachdem der Durchstich durch die Düne beendet war. Die Durchfahrt für Schiffe wanderte in den Jahrhunderten immer weiter nach Süden und drohte zu versanden. Damit wäre der Ringkøbing Fjord zu einem Binnenmeer geworden. Daher wurde beschlossen, einen Durchstich genau in der Mitte der Nehrung vorzunehmen. Er wird durch zwei Schleusen gesichert. Die Entwässerungsschleuse reguliert den Wasserstand und den Salzgehalt im Fjord. Dann gibt es noch eine Schiffsschleuse. Beide liegen unterhalb der Klappbrücke in der Ortsmitte.

Blick Richtung Fjord
Blick Richtung Nordsee
Luftbildaufnahme auf einem Infoschild

Nördlich der Klappbrücke gibt es ein kleines Fischereimuseum. Wir blieben in den Außenanlagen, vor allem, weil es dort einen Kinderspielplatz gibt. Außerdem hatten wir wirklich gutes Wetter erwischt.

jede Menge Erinnerungen an vergangene Zeiten
neuzeitliche kleine Krabbe in Reusenschaukel

Auf der anderen Seite der Durchgangsstraße liegt der Troldbjerg mit dem Signalmast. Dieser diente bis 1989 dazu, den einfahrenden Fischern die Wasserstandshöhe im Kanal anzuzeigen. Schwarze Drei- und Vierecke wurden in festgelegten Reihenfolgen gehisst. Zwei lange Vierecke in gleicher Höhe bedeuteten z. B., dass der Meerwasserstand über oder gleich dem mittleren Wasserstand war.

alle Signaltafeln hängen unten, im Vordergrund Überreste eines Bunkers aus dem 2. Weltkrieg

Für den Sohnemann interessant war das Brauhaus in Hvide Sande, seit 2018 wird in einem alten Fischpackhaus wieder Bier gebraut. Eine Führung mit Verkostung wollten wir nicht mitmachen, wir mussten ja noch Auto fahren. Dafür gab es im Supermarkt alle zur Zeit erhältlichen Standard- und Saisonbiere zu kaufen.

die Verkostung findet allerdings zu Hause mit Freunden statt
die in Dänemark beliebten Aludosen gibt es natürlich auch noch, inzwischen wird Verpackungsmüll eingespart, indem die Sechserpacks zusammengeklebt werden, nur ein Tragegriff aus Plastik ist dann noch dran

Hinterlasse einen Kommentar