Im ersten Halbjahr machte auch uns Corona einen Strich durch unsere geplanten Reisen. In Vorbereitung auf unser Sabattjahr-Abenteuer im nächsten Jahr legten wir uns im Frühjahr einen gebrauchten Wohnwagen zu. Den wollten wir in den Osterferien mit einer Tour durch Deutschland gründlich ausprobieren. Da kam das Reiseverbot, anschließend die geschlossenen Campingplätze dazwischen. Zu Pfingsten war noch einmal eine Städtereise nach Oslo gebucht, weil es uns dort im letzten Jahr so gut gefallen hatte. Die wurde storniert. Dann war noch eine Woche Sommerhaus-Urlaub im Sommer gebucht, die Grenze zu Dänemark blieb erst einmal geschlossen. Wir stornierten die Buchung trotzdem nicht, und siehe da: wir durften einreisen, und das aus zwei Gründen: Erstens konnten wir eine Buchung mit mehr als sechs Übernachtungen vorweisen, und zweitens, und das war fast noch besser, kommen wir aus Schleswig-Holstein! So begrüßte uns heute Morgen der dänische Grenzbeamte dann mit einem kurzen Blick auf unser Nummernschild mit den Worten: „Aus Schleswig-Holstein! Dann einen schönen Tag!“ Wir hielten unseren Mietvertrag schon bereit, aber den wollte er gar nicht sehen. Und schwupps waren wir i Kongeriget Danmark. Den sich aufbauenden Stau der Samstags-Bettenwechsler auf der A7 hatten wir, da wir tatsächlich einheimische sind, geschickt im Westen umfahren.
Und nun sitzen wir warm und trocken mit einem Glas Rotwein im Sommerhaus, das Meer ist noch da, und grad jetzt hat auch der Dauerregen für den Abend einen Pause eingelegt. Hochsommer an der Nordsee hatten wir zwar anders geplant. Die Sonne tut, was sie kann, aber gerade jetzt kann sie anscheinend gar nichts. Macht nichts, wir haben Regenklamotten mit. Hauptsache, mal wieder unterwegs zu sein.



