In Bamberg lässt es sich gut aushalten.

Essen und Trinken sollen bei einem Besuch in Oberfranken nicht fehlen, denn gemessen an der Einwohnerzahl gibt es in Oberfranken die meisten Bäcker- und Konditoreien, die meisten Metzgereien und die meisten Brauereien der Welt. Na dann! Die Hörnla lassen wir mal aus, denn die wachsen bei uns im Garten, Bamberger Hörnchen sind Kartoffeln.

Allein in der Stadt Bamberg befinden sich 9 Privatbrauereien, das macht eine Brauerei auf gute 8500 Einwohner! Von der Rauchbierbrauerei Schlenkerla erzählt Kay mir schon seitdem wir uns kennen, denn dort hat er annodazumal während einer Klassenfahrt als Minderjähriger das berühmte Rauchbier getrunken. Das war bereits im letzten Jahrhundert, darum steht „heuer“ eine Wiederholung an. Wir kommen genau rechtzeitig im schattigen Biergarten an, um noch einen freien Tisch für uns allein zu finden, bevor die Busladung amerikanischer Touristen aufläuft.

Rauchbier als Getränk ist gesetzt, allerdings in der Variante mit weniger Alkohol, ist ja schließlich noch früh am Nachmittag. Für das Essen wird die Kellnerin um Übersetzung gefragt. Das nützt nicht viel, denn Dämpfkraut ist halt Dämpfkraut, weil das Kraut gedämpft wird. Okay, dann übersetzen wir es eben beim Probieren ins Norddeutsche. Es handelt sich um Schmorkohl. Eigentlich auch klar, heißt ja bei uns auch Schmorkohl, weil der Kohl geschmort wird, schmeckt hier im Süden allerdings ganz anders.

Hansla („kleiner Hans“) mit niedrigem Alkoholgehalt, dazu Bratwürstchen mit Dämpfkraut und Rauchbierbrot.
Kay freut sich über eine anständige Brotzeit, mit Johannisbeerschorle, damit die Farbe im Glas zumindest gleich ist.

Der rauchige Geschmack des Bieres kommt vom speziellen Darrverfahren für die Braugerste. Diese muss vor dem Brauen getrocknet (gedarrt) werden. Normalerweise geschieht das durch einfache Hitze. Bei den Rauchbieren (Es gibt nur noch ein weiteres Rauchbier auf der Welt.) wird die Gerste über brennende Buchenscheite getrocknet, der Rauch zieht durch sie hindurch und verleiht dem Bier den Geschmack nach frisch Geräuchertem. Heraus kommt dann ein untertäniges Märzenbier mit 13,5% Stammwürze und einem Alkoholgehalt von 5,1%. Zwei Flaschen davon kommen dann in der Handtasche für zuhause mit, kleines Handgepäck sozusagen.

Das Schlenkerla heißt nicht etwa so, weil die Gäste nach dem Biergenuss einen unsicheren Gang aufweisen, sondern weil ein früherer Wirt „a wengla mit seina Orm gschlenkert hot“.

Aber auch die verschiedenen Cafés sind eine Freude. In einer Nebengasse (auf der Rückseite von C&A) landen wir im Café Haberkamp, sehr zu empfehlen. Der Inhaber Tommy backt selbst, und wir kommen in den Genuss einer Eigenkreation, der Vampirtorte:

Das Tortenstück ist riesig, getreu Tommys Motto: Kuchenstücke unter 300 Gramm nennt man Kekse!
Im Café Leander gibt es leckere vegane Pfannkuchen schon zum Frühstück.

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