Wir stehen auf Weltkulturerbe (wir wohnen ja auch zwischen einigen), nun Besuch in Bamberg in Oberfranken

Inzwischen sind wir in Bamberg, das auch eine kleine Reise wert ist. Die gesamte Altstadt ist UNESCO-Weltkulturerbe, ein herausragendes und charakteristisches Beispiel einer frühmittelalterlichen, mitteleuropäischen Stadt. Während der wirtschaftlichen Blüte der Stadt ab dem 12. Jahrhundert beeinflusste Bambergs Architektur den Norden Deutschlands und Ungarn.

Entsprechend viel alte Bausubstanz ist zu besichtigen, was auch entsprechend viele Touristen gerne tun. Die Nähe zu Bayreuth (Wenn dort die Wagner-Festspiele stattfinden und Wetter und/oder Inszenierung/ Sänger*innen nicht so gut sind, dann merken es die Bamberger Kaufleute sofort in ihren Kassen.) trägt das Übrige bei. Nach Rotenburg ob der Tauber (nur anderthalb Stunden mit dem Auto entfernt) müssen die Touristen nicht unbedingt, denn in Bamberg gibt es sogar eine Dependence von Käthe Wohlfahrts Weihnachtsfachgeschäft. Zum Musikhaus Thomann (nur 15 Autominuten entfernt) müssen wir nicht, da dort übers Internet eingekauft wird, wenn’s benötigt wird.

Blick zum Alten Kanal

Wir wollten also nichts kaufen, daher haben wir einen kleinen Stadtrundgang gemacht. Die Innenstadt Bambergs besteht aus drei größeren Stadtteilen, der Gärtnerstadt auf der einen Seite, der Bergstadt auf der anderen Seite und der Inselstadt in der Mitte, umgeben vom linken und dem rechten Regnitzarm, letzterer ist gleichzeitig der Main-Donau-Kanal. Zum Welterbegebiet gehören Teile aller drei Innenstadtareale.

Blick über den Kanal zur Gärtnerstadt, rechts die Kettenbrücke
Das Informationszentrum (rechts im Bild) zum Weltkulturerbe am linken Regnitzarm ist erst in diesem Frühjahr eröffnet worden und bestimmt sehr aufschlussreich, wir wollen aber lieber weiter das schöne Wetter genießen.

Etwas weiter nördlich, auch am linken Regnitzarm, liegt Klein-Venedig, eine ehemalige Fischersiedlung. Die kleinen mittelalterlichen Fachwerkbauten haben inzwischen Balkone erhalten. Der Bereich, an dem früher die Boote und das Zubehör zum Fischen lagen, ist irgendwann einmal aufgeschüttet worden und bietet jetzt Platz für winzige Vorgärten.

Klein Venedig, vom Leinritt (eine Straße) aus gesehen

Das Alte Rathaus aus dem 14. Jahrhundert auf der Oberen Brücke (eine Brücke) beherbergt heute eine herausragende Porzellan- und Fayencensammlung, die wir uns auch nicht ansehen, dafür aber ausführlicher die Barock- und Rokokofassade aus dem 18. Jahrhundert. Eigentlich nicht so unser Fall mit der Lüftl-Malerei, aber hier sind ein paar lustige Elemente eingebaut.

Wer findet die zwei speziellen Putten?
Das Alte Rathaus überspannt die Brücke über den linken Regnitzarm quer.
Die Untere Brücke am Ende des Rathauses
Blick in die Dominikanerstraße

Alle paar Jahre findet in Bamberg eine Großskulpturenausstellung mit Werken nationaler und internationaler Künster*innen statt. Von jedem wird dann ein Werk angekauft und an prominenter Stelle in der Altstadt aufgestellt. Das ist ganz schön, zwischen all den alten Gebäuden immer mal wieder unerwartet über eine moderne Skulptur zu stolpern, wie in einer großen Freiluft-Galerie.

„Apoll“ von Markus Lüpertz (1989) an der St. Elisabeth-Kirche
„Liegende mit Frucht“ von Fernando Butero am Heumarkt

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