Auf dem Weg nach Würzburg

In den Genuss der Vorteile des im vorherigen Blogeintrag erwähnten Azorenhochkeils kamen wir dann doch noch etwas später. Im Süden der Republik sorgt er für viel Sonnenschein und sommerliche Temperaturen, abends um 20:30 Uhr sind es noch 26 Grad; gestartet waren wir morgens bei 14 Grad. Wir sind auf dem Weg nach Ingolstadt in Bayern und machten einen Übernachtungsstopp in Würzburg. Der Weg ist bei den Temperaturen, den vielen Baustellen und etlichen Staus einfach zu weit, um ohne Kopfschmerzen anzukommen.

Den größten Stau mit mehr als einer Stunde prognostizierter Wartezeit umfuhren wir. Dadurch kamen wir durch Celle und nutzten den netten Ort für eine Pause. Den Parkplatz, auf dem wir schon einmal vor Jahren waren, fanden wir wieder. Allerdings war er zu zwei Dritteln gesperrt, da für das große Schützenfest aufgebaut werden sollte. Die Celler scheinen durchaus feiertäglich zu sein, denn das Bierfest findet zeitgleich am Wochenende statt. Von einem Aufbau oder anderen Vorbereitungen war aber nichts zu sehen, das verbliebene Drittel des Parkplatzes schon mehr als voll, also stellten wir uns auf den gesperrten Platz in den Schatten, um unser Picknick zu verzehren. Es standen noch mehr Autos dort, es stellte sich also kein schlechtes Gewissen ein.

Kaum biss ich in mein Brötchen, wünschte mir schon ein netter Herr „Guten Appetit“. Allerdings hatte er auch ein Gerät und eine Umhängetasche dabei. Er informierte uns darüber, dass unser Parkplatz 30 Euro kosten würde. Allerdings wollte er „erst da drüben“ mit der Kontrolle beginnen, wir könnten also unser Brötchen noch in Ruhe aufessen. Das war wirklich nett, aber wir wollten ja ein bisschen länger Pause machen. Das ging dann schließlich auch gut auf einem Penny-Parkplatz in der Nähe.

Weiter ging es dann ohne größere Zwischenfälle bis nach Würzburg. Die Jugendherberge versteckte sich wieder gut vor dem fließenden Verkehr, aber wir fanden dann doch einen prima Parkplatz in der Nähe.

Blick über den Main auf die Marienberg-Festung: die Jugendherberge versteckt sich hinter der gelben Basilika links im Bild.
Übernachtung im Schatten der Burg

Nach dem Abendessen (es war Grillabend in der Herberge, die auch sonst, weil frisch und modern renoviert, sehr zu empfehlen ist) ging es noch auf einen kürzeren Spaziergang über die Alte Mainbrücke (sehr viele Touristen aus allen Ländern der Erde) hinüber in die Altstadt. Auf dem Marktplatz waren schon Buden aller Art für die Kirmes am Wochenende aufgebaut, u.a. boten dort der Garten-Peter und der Pfannen-Joschi (kein Scherz), ab dem nächsten Tag ihre Waren an. Ansonsten war der Platz von nichtssagender Architektur umgeben. Auf dem Schenkhof war es netter: Das untergärige Kellerbier schmeckte in der Wärme sehr gut und gab die nötige Bettschwere.

Alte Mainbrücke, errichtet 1473-1543; die charakteristischen Heiligenstatuen hinzugefügt um 1730; Touristen aller Art von heute
Jetzt weiß ich auch den Unterschied zwischen untergärigem und obergäriges Bier!

So geht Jugendherberge heute:

Von außen sieht sie aus wie immer, alt, irgendwie langweilig …
… aber von innen sehr stylish: hier hinter verbirgt sich der Speisesaal mit Selbstbedienung und Buffets
Stockbetten sind immer noch das Maß aller Dinge, aber das private Bad mit extra Toilette, topmodern eingerichtet

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