Off we go again!

Diesmal geht es nach Graz in Österreich, wir schieben ein verlängertes Wochenende vor eine Dienstreise und so wie es aussieht, fliegen wir noch einmal in den Sommer.

Aber zunächst geht es mit dem Flieger von Hamburg nach München. Sonnabend morgens, der Zubringerbus fährt schon um 5:15 Uhr ab. Die Discos haben noch geöffnet und es ist unerwartet viel los auf Kiels Straßen. Man kennt so etwas ja gar nicht mehr, wenn man ruhig und still in der nächtlichen Lärmkulisse des Erntemaschineneinsatzes (Maisernte steht aktuell an) auf dem Land wohnt.

Der Abflug aus Hamburg ist sehr schön, Alster und Elbe glitzern im strahlenden Sonnenschein. Die Fontäne in der Binnenalster ist noch ausgeschaltet. Die Elbphilharmonie und die Speicherstadt sehen winzig aus gegenüber dem Airbusgelände in Finkenwerder oder den Anlagen des Containerterminals auf der Südseite der Elbe. Autos strömen kontinuierlich aus dem Elbtunnel hinaus und in ihn hinein.

Wir wollten beim Boarding das Self-Check-In-Gerät nutzen, aber das wollte unsere mobile Bordkarte nicht lesen. Also ans Ende der anderen Schlange (die war natürlich etwas länger) angestellt. Siehe da, wir bekamen einen neuen Sitzplatz zugewiesen und fanden uns in Reihe vier, direkt hinter der Business Class wieder, nur durch einen schön in Falten gelegten Vorhang von ihr abgetrennt. Beim take-off hatte man die Anmutung, unter den blauen Faltenrock der Person vor einem auf der Treppe zu gucken.

Die erste Klasse ist nun also nur fünfzig Zentimeter von uns entfernt und wir können quasi hautnah berichten, wie die Unterschiede sind, trotz zugezogener Vorhänge. Zunächst einmal gibt es viel mehr Beinfreiheit, wobei wir schon das Gefühl von viel Platz in der Economy Class haben. Wir fliegen nämlich nicht mit einem der Billigflieger, sondern mit Lufthansa.

Für uns gibt es ein Mandel Tartlet (ist ein großer Keks, mit immerhin ganzen 2% Mandelanteil! und 26 weiteren Bestandteilen, es ist schon bedenklich, das zu verzehren) zum Getränk aus Papp- bzw. Plastikbecher. Das ist für uns auch ausreichend, denn wir haben bereits im Flughafen unser mitgebrachtes Frühstück verzehrt. In der ersten Klasse hingegen beginnt das große Klappern. Nicht vor Angst, sondern es gibt Frühstück auf Porzellan mit Metallbesteck, komplett mit Orangensaft, Erfrischungstuch und einem weiteren Becher Kaffee. Letzterer wäre nach dem trockenen „Mandel“keks auch für uns eine feine Idee, aber bei uns wird schon wieder abgeräumt statt nachgefragt. Wir genießen stattdessen schon wieder die sonnige Aussicht auf Deutschland.

In München haben wir drei Stunden Aufenthalt. Die Zeit vertreiben wir uns mit viel Kaffee und dem ausgiebigen Lesen der Süddeutschen Zeitung. Endlich hat man mal Ruhe zum Lesen, kein Einkauf und keine Arbeit im Garten steht dem im Wege. Hier auf dem Airport könnten wir auch ein bisschen Schlaf nachholen. Es gibt am Gate G06 sogenannte napcabs, Kabinen mit einem Bett, Internetzugang, Klimaanlage, sofort beziehbar mit Kreditkarte. Ein anderes Plakat wirbt mit „Zeit zum Ausruhen, Ruhe zum Arbeiten und Gelegenheit für ein bisschen Privatsphäre“. Wofür man letzteres gut nutzen könnte, bleibt der Fantasie der geneigten Leserschaft überlassen. Auf dem Foto ist die rechte Kabine tatsächlich belegt. Zwei Stunden kosten 30€, moderne Form eines Stundenhotels.

Napcabs next to Gate 06 in Munich, 30€ for 2 hours of …

Nach Graz gehts weiter in einem kleinen City Hopper, bei dem die Gepäckfächer zu klein sind für die üblichen Handgepäckskoffer, die kommen auf dem Rollfeld direkt in die Ladeluken. Auf diesem Flug gibt es den Keks bereits an der Tür, diesmal eine Schokoladenwaffel mit Kakao-Erdnuss-Creme. Hier beträgt der Schokoladenanteil immerhin 63%, Erdnussmasse beträgt ganze 0,9%. Dafür besteht die Schokolade aus unglaublichen elf Zutaten, dazu kommen dann noch die anderen 16 Bestandteile, die die Waffel zur Waffel machen. Sieht aber ausgewickelt gut aus und schmeckt.

Tasty, but do not read the list of ingredients!

Dann noch ein kleiner Fußweg zum Bahnsteig (angeblich 350m, aber das war die Entfernung zum nächsten Hinweisschild) auf einem Betongehweg neben der Straße, links und rechts Maisfelder, und nach ca. 10 Minuten sind wir am Hauptbahnhof, weitere 5 Minuten mit dem Bus später im Hotel.

PS: Woran merkt man, dass man doch älter wird? Nicht nur daran, dass die Polizisten immer jünger aussehen, sondern auch daran, dass Copiloten jetzt Janosch heißen 😆

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