Vejle City-Impressionen

Vom Campingplatz aus ist man in zwei Minuten mit dem Rad in der Innenstadt, zurück dauert die Strecke dann 15 Minuten (schieben!!). Nachdem unsere Hinterteile immer noch ein bisschen schmerzen, lassen wir die Räder auf dem Platz und gehen zu Fuß, dauert auch nur 15 Minuten. In Vejle findet man übrigens die Hälfte aller 20 steilsten Anstiege in ganz Dänemark. Im Wald am Campingplatz gibt es einen fünf Kilometer langen Trail für Mountainbike-Fahrer, der hügeligste in ganz Dänemark! Da erzähl mir doch noch mal jemand, dass Dänemark so flach ist.

Wir starten in der Fußgängerzone, fast einen Kilometer lang, mit einem schönen glatten Granitbelag (auch wenn das Foto etwas anderes suggeriert) und von zwei Flüssen begrenzt, im Norden von der Mühlenau, im Süden von der Vejle-Au.

Was die Runen wohl bedeuten? Das Zeichen für Bluetooth besteht übrigens aus den Runen für H und B, Harald Blauzahn.

Wir lassen uns ein bisschen treiben und stoßen auf interessante Dinge:

bunte Regenschirme in Midtpunkt
Recycling einmal anders: aus altem Holz wird ein neuer Baum
So gewöhnt man kleine Jungs am besten an den Friseurbesuch.

Gleich um die Ecke an einem Brunnen ein großer Sandkasten für Kinder, komplett mit Spielzeug. Am Abend liegt es immer noch dort. Eine freundliche Stadt, hier kommt wohl nichts weg.

Und dann finden wir auch modere Kunst und Architektur, sie liegen sozusagen auf der Straße. Vejle verwandelt die überflüssig gewordenen Hafenareale konsequent in Neues. Über die neue Hafenfront war hier im Blog schon was zu lesen. Auf dem Foto sind die Fünf Schwestern zu sehen, moderne Wohnungen in Innenstadtnähe. Die Balkonverkleidungen sind aus sandgestrahltem Glas.

Die Skulptur Stjernen (der Stern) vom dänischen Künstler Kristian von Hornsleth ist ein Deep Storage Project. Zu diesem Kunstwerk gibt es ein Zwillingsstück, das 4.000 DNA-Proben von Menschen aus aller Welt enthält. Es wurde am tiefsten Punkt der Erde versenkt, im Mariannengraben in 11.000m Tiefe.

Das 400 Meter lange Scrabble (noch im Bau) aus mehr als 11.000 Buchstaben befindet sich in der Flegmade, entworfen von Anders Bonnesen. Die Wörter sind literarischen Zitaten entnommen, man kann sich aber gut neue Zusammenhänge puzzeln und erlesen.

Zurück wollen wir eigentlich mit dem Bus fahren (um den steilen Hügel nicht schon wieder erklimmen zu müssen), dessen Haltestelle fast direkt am Campingplatz liegt. Aber den verpassen wir um zwei Minuten, und bevor der nächste in einer knappen halben Stunde kommt, sind wir doch schon den Berg hoch.

Abends werden wir von den Klängen des Open Air Konzertes von Rasmus Seebach beschallt, wenn der Wind aus Richtung Innenstadt weht.

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