die neue Fahrradtour-Variante: schieben oder bremsen, nichts anderes

Das Wetter ist doch besser als prognostiziert, wir haben Räder dabei, es gibt einen ganz neuen Wander- und Fahrradpfad durch das Grejs Å Tal, das Ziel ist so weit nicht weg (9 km mit dem Auto). Dann lassen wir das Wohnmobil doch wo es ist und fahren mit dem Fahrrad nach Jelling. Gute Idee!

Die Schwierigkeiten wären zwar sichtbar gewesen, aber irgendwie erreichten die Informationen nicht die richtigen Hirnareale im Vorwege. Die Räder sind klein, sind ja Klappräder, weit weg von Mountainbikes.

Die Tourbroschüre enthält zwar ein Höhenprofil, aber das Wissen um die Auswirkungen in der Praxis hielt sich bedeckt. Wir folgen ja dem Flusslauf, kann so steil nicht sein.

Die dänische Broschüre ist gut zu lesen, das entscheidende Wort ‚hügelig’ haben wir nicht rechtzeitig entziffert. Und auch die landeskundliche Information, dass der Fluss auf seiner Länge von 22 km ein Gefälle von 50 Metern hat, sagt uns nicht das richtige. Aber noch schlimmer: wir sind total untrainiert und die Medikamente bei Asthma sind zuhause.

Den Einstiegspunkt in die Tour finden wir mit maps.me hinter dem Krankenhaus und es geht direkt in den Wald hinein. Dort finden sich Wochenendhäuser zuhauf, wie man schon zu Beginn an den Briefkästen sehen kann.

Der Weg wird durch orangene (Wanderer) und grüne (Radfahrer) Pfeile angezeigt und führt auf Schotterwegen, Waldwegen und auf Asphalt im Grunde immer in Schienen- und Flussnähe durch ein eiszeitlich geformtes Gletschertal. Manchmal laufen Wanderweg und Radweg getrennte Wege.

Manchmal liegen Bäume quer, die dünneren räumt der alte Pfadi in Kay noch aus dem Weg, sonst tragen wir. Es geht an Bauernhöfen, an Feldrändern vorbei und durch Weidetore hindurch.

Wir fahren aber auch an Sommerhäusern und deren modernen Weiterentwicklungen vorbei und quer durch das Gelände eines Fliesenhändlers und eines Gartencenters hindurch.

Das Flusstal ist vor ca. 18.000 Jahren durch Erosion entstanden, als das Inlandseis wegschmolz.

Wir fahren (überwiegend mehr stark bremsen bzw. schieben als wirklich fahren) ca.18 km, das letzte Stück auf dem alten Heerweg.

schieben
bremsen

Als wir nach etwas mehr los zwei Stunden in Jelling ankommen, ist alles vergessen. Das Sejd-Café lockt mit lokalem Bier, leckerem Essen (darauf bekommen Studierende auch noch 10% Rabatt ) und bequemen Sitzen.

Open Sandwich
Viking tapas

Der Bahnhof für die Rückfahrt ist nur ein paar Schritte entfernt, die Fahrt dauert 15 Minuten und wir sehen den Pfad noch einmal rückwärts im Schnelldurchlauf. Die Zugtickets kosten 70 DKR für beide, die Fahrräder klappen wir zusammen, die fahren dann ohne Ticket (das hätten wir vorbestellen müssen, wussten wir nicht, hätten uns doof gestellt).

Am Krankenhaus steigen wir aus, klappen die Räder auf Normalgrösse aus und fahren/schieben zurück zum Campingplatz.

Ein anstrengender, aber sehr schöner Ausflug.

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