Who’s there? Die Eingangsworte zu Hamlet, etwas ist faul im Staate Dänemark, das längste Stück, das Shakespeare geschrieben hat. Hamlets Vater, ermordet von seinem Bruder Claudius, der wiederum gleich danach Hamlets Mutter Gertrude geheiratet hat, erscheint seinem Sohn als Geist, um ihm von dem Brudermord zu erzählen und Rache zu verlangen. Hamlet schützt Wahnsinn vor, um am Hofe ermitteln zu können. Das stürzt alles ins Chaos: Ophelia ist bass erstaunt, dass ihr Verlobter sie plötzlich ablehnt, ihr Vater Polonius denkt, dass die Ablehnung seiner Tochter die Ursache für Hamlets Wahnsinn ist, König und Königin setzen Spione auf ihn an. Als dann noch eine Schauspieltruppe am Hofe erscheint, will Hamlet Onkel und Mutter mithilfe des aufzuführenden Stückes überführen.
Das gelingt sogar, Hamlet will seinen Onkel töten, aber Claudius bittet erfolgreich um Verzeihung, Gertrude wird von ihrem Sohn der Untreue beschuldigt und der arme Polonius, der sich in Gertrudes Zimmer hinter einem Vorhang versteckt, um zu lauschen, wird von Hamlet erstochen. Daraufhin wird Hamlet unter Begleitung nach England geschickt (die Begleitung soll ihn eigentlich ermorden, aber er entkommt ihnen), Ophelia kann den Tod ihres Vaters nicht verwinden und ertränkt sich, ihr Bruder Laertes kommt aus Frankreich zurück und schwört Rache. Auf Ophelias Beerdigung kommt es zum Äußersten: ihr Bruder und Hamlet treffen aufeinander und sollen sich auf Befehl des Königs duellieren. Dafür vergiftet Claudius sicherheitshalber das Schwert Laertes und zusätzlich als back-up-Plan auch noch Hamlets Wein. Am Ende sind trotzdem alle tot: Laertes verletzt Hamlet, dann werden die Schwerter getauscht und auch Laertes wird verletzt; Gertrude trinkt den für Hamlet bestimmten Wein; der sterbende Laertes verrät den Tötungsplan, daraufhin ersticht der sterbende Hamlet noch mal schnell seinen Onkel. Nun ist keiner mehr übrig und ein norwegischer Prinz übernimmt das Königreich.


Diesmal haben wir die Abendvorstellung gebucht, was zunächst nichts an den Außentemperaturen ändert, wohl aber an der Strahlungsaktivität der Sonne. Allerdings kommt direkt vorher, auf unserem Weg zum Theater ein ordentliches Gewitter mit heftigen Regengüssen auf uns hinunter. Ziemlich nass retten wir uns in die Tate Modern und kaufen zwei Regencapes für die Vorstellung. Die Temperatur kühlt auf freundlich sommerliche 22 Grad ab, die Capes halten warm, es bleibt trocken während der Vorstellung.

Die Aufführung ist super, die langen Textpassagen werden schauspielerisch wunderbar umgesetzt und machen die Verzweiflung, die Wut und die Trauer, die das gesamte Stück durchziehen, visuell mehr als deutlich. Der Rest ist Schweigen!