Shakespeare‘s As you like it

Ab ins Theater: das Globe Theatre ist erwachsen geworden, es geht in das 21. Jahr des Bestehens. Unter anderen werden deshalb in dieser Saison „As you like it“ und „Hamlet“ aufgeführt, beide entstanden um 1599 herum, dem Jahr, in dem das original Globe gebaut wurde. Wir starten in unsere persönliche Sommersaison mit As you like it, einer der Komödien, mit einem Plot, der nur etwas verwirrend ist ob Klamotten- und damit zeitweisem Geschlechtertausch. Um es zu versuchen: Vater Herzog wird vom Bruder vom Thron gejagt und flieht in den Ardenner Wald. Der älteste Son eines Edelmannes namens Oliver, unterdrückt seinen jüngeren Bruder Orlando und will ihn mit Hilfe eines tödlich ausgehenden Boxkampfes loswerden. Natürlich kommt es anders als gedacht. Orlando besiegt unerwartet den Boxer. Vater Herzogs Tochter Rosalind verliebt sich spontan in Orlando. Aber Bruder Herzog hat Angst, dass seine Nichte ihn hinterlegen will und verbannt sie, worauf hin sie mit ihrer Cousine Celia (Bruder Herzogs Tochter) zu Vater Herzog in den Wald flieht. Daraufhin schickt Bruder Herzog den Oliver aus, um die Mädels zu suchen. Orlando findet heraus, dass sein Bruder ihn eigentlich töten lassen wollte und flieht ebenfalls in den Wald und findet völlig verhungert Unterschlupf bei Vater Herzog.

Nun schlägt die Liebe zu, ist ja schließlich eine Komödie: Orlando läuft durch den Wald und hängt überall Gedichte an Rosalind in die Bäume, da er sich unsterblich in sie verliebt hat. Celia verrät Rosalind den Namen des Autors, woraufhin sich Rosalind als Ganymede verkleidet, um Orlando von Mann zu Mann über die Stärke und Echtheit seiner Verliebtheit zu interviewen. Ganz nebenbei verliebt sich auch noch eine Schäferin in Ganymede, obwohl sie ihrerseits von einem Schäfer umworben wird.

In das ganze Hin und Her, ich kürze hier mal Verwirrungen, zurückgewiesene Liebesbriefe etc. ab, platzt der böse Oliver blutüberströmt hinein, vor einer Löwin gerettet durch seinen tapferen kleinen Bruder Orlando. Nun nicht mehr böse, vertragen sich die Brüder wieder und Oliver verliebt sich in Celia, will sie gleich am nächsten Tag heiraten und seinen Besitz dem Bruder übergeben. Rosalind ist ja leider immer noch der Jüngling Ganymede und verspricht als solcher dem unglücklichen Orlando, seine geliebte Rosalind über Nacht herbeizaubern zu können, damit auch die beiden heiraten können. Gleichzeitig sollen auch Schäfer und Schäferin glücklich werden. Am nächsten Tag kommt dann rein zufällig Hymen, der Gott der Heirat vorbei und verheiratet insgesamt vier Paare, denn auch der Clown bekommt seine Ziegenhirtin. Noch glücklicher sind dann alle, als die Nachricht, dass der böse Bruder Herzog ein Eremit geworden ist, sie erreicht. Nun kann Vater Herzog wieder nach Hause und im Wald kehrt endlich wieder Ruhe ein.

Der Geschlechtertausch wurde sehr interessant gelöst: ein Mann spielte die Rosalind, die sich dann als Junge ausgibt, ganz wie zu Shakespeares Zeiten üblich. Aber damit nicht genug, Orlando wurde von einer Frau verkörpert, ebenso wie die Herzöge und Hymen, dafür war die Ziegenhirtin ein Mann, Celia taubstumm und das ganze Ensemble stellte zeitweise die blökende Schafherde dar. Ansonsten würde auf Kulissen und Requisiten fast vollständig verzichtet. Lustig war’s obendrein, wie immer war es super gespielt vom Ensemble, sodass das meiste gut zu verstehen war. Anstrengend war es trotzdem: wir standen in der Nachmittagsvorstellung trotz des Wetters an unserem favourite spot, genau gegenüber der Bühne zum Anlehnen. Das zog neben allerbester Sicht allerdings drei Stunden Stehen in der sengenden Sonne nach sich. 34 Grad war es im Schatten, ich wage nicht einmal zu spekulieren, wie warm es auf meinen Kopf schien!! In der Pause wurde massenweise kaltes Wasser verteilt, das haben wir noch nie erlebt. Auch alle Kappen und Fächer, die sonst bei Hitze ausgegeben wurden, sind in dieser Saison schon lange weg.

Danach gab es einen Kaffee zur Stärkung, eine Rückfahrt in vollbesetzten Zügen und im Quartier der Zusammenbruch auf dem Bett, glücklich, aber total erledigt!

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