
Thrifting, also trödeln gehen, einkaufen in Second Hand Läden, macht ja Spaß, sowohl in Großbritannien als auch in den USA (da heißen die entsprechenden charity shops dann thrift stores). Inzwischen kann man über die AirBnB-Plattform auch sogenannte experiences buchen. Darunter versteht man alle möglichen Aktivitäten, die man mit Einheimischen zusammen macht (um einen anderen Einblick in Land und Leute zu erhalten). In London kann man z.B. gemeinsam über den Markt gehen und Dinge probieren (können wir auch ohne Hilfe), einen Stadtrundgang machen und dabei Ukulele spielen lernen (können wir schon), mit einer Hutmacherin einen fascinator herstellen (Das wäre doch noch mal was anlässlich der nächsten Hochzeit, wer ist denn als nächstes dran??) oder auch thrifting in Stadtteilen, die nicht gerade im Zentrum Londons liegen. Aber auch das macht uns beiden mehr Spaß zu zweit als in einer Gruppe. Also mal flott die Beschreibung aufmerksam durchgelesen, bei Google Maps genauer angeguckt und uns ohne Einheimische auf die Socken gemacht.
Eigentlich soll es mit dem Bus nach Muswell Hill gehen, aber die von tfl.gov.uk angezeigten 2,7 km zu Fuß schocken uns nicht, die prognostizieren 40 Minuten verwundern uns allerdings. Das muss doch auch schneller zu schaffen sein. Nicht bedacht haben wir aber die am Ende wirklich steile Steigung, (es heißt zwar Muswell Hill, aber wer rechnet denn damit?) und die wieder heiß scheinende Sonne.

Muswell Hill ist wieder eine Überraschung, sehr viele Läden aller Art, die sich sternförmig vom Bushalteplatz ausbreiten, und alle diese Straßen heißen Muswell Hill Broadway, nur unterscheidbar durch die an den Straßenschildern angebrachten Hausnummern. Die Verkäuferin in der Papierwarenhandlung, wo wir eine Mail Order abgeholt haben, erzählte, dass sich hierher in den Norden Londons fast keine Touristen hin verirren. Gut für uns, wir genießen die relative Ruhe und die vielen Geschäfte aller Art.



Falls noch jemand eine alte 10-Pfund-Note zuhause herumliegen hat, die ist seit dem 1. März ungültig und wird nur in einigen Banken gegen neue getauscht, wir hatten bei HBSC Glück.

Von derselben Verkäuferin erhalten wir noch den Tipp, unbedingt noch Ally Pally zu besuchen, um den ganz anderen Ausblick von dort auf London zu genießen. Ally Pally ist der Spitzname für Alexandra Park and Palace, 150 Jahre alt, extra für das Amüsement des Volkes angelegt, nicht für die Aristokratie.

Es finden Veranstaltungen aller Art statt. Die Rolling Stones spielten hier, ebenso wie Queen, Björk und viele andere Music Acts. Es gibt einen Hochseilgarten draußen und eine Schlittschuhbahn drinnen. Das alte viktorianische Theater wird gerade renoviert, ebenso wie der Ostflügel, in dem Fernsehgeschichte geschrieben wurde. Hier wurde am 2.11.1936 die erste Live-Fernsehübertragung der BBC gesendet, die BBC sendete von hier aus bis in die 1980er Jahre hinein.


Während des Ersten Weltkrieges wurden hier 17.000 Ausländer ohne britischen Pass, überwiegend Deutsche interniert.
Und so sieht die markante Skyline Londons an der Themse von Norden aus:

Und es gibt einen Pub, in dem wir uns bei einem pint IPA entspannen und das Abendessen aus Burger vom Angusrind und Chips mit Aussicht genießen.


Der Fußweg zurück führt uns durch den Stadtteil Hornsey, auch eine sehr gute Ecke zum Wohnen, mit einem nachahmenswerten kommunalen Gartenprojekt.















































