Rom by day and night

So einige Sehenswürdigkeiten mehr kann man schon noch vertragen.

Eine kurzweilige Fahrt mit der Straßenbahn bringt uns in Richtung Vatikan. Auf den Schienen fahren Waggons der unterschiedlichsten Altersklassen, wir erwischen eine Bahn, die auch schon in der DDR hätte fahren können, rasselnd und klappernd gehen die Türen auf und als erstes muss man vier Stufen erklimmen und sich schnell auf einen Sitz fallen lassen, bevor es rasselnd und klappernd weiter geht.

Auf dem Petersplatz ist gar nicht so viel los, allerdings schlängeln sich die potentiellen Besucher des Doms am Außenrand herum. Da wir die prognostizierten anderthalb Stunden nicht warten wollen (es muss ja auch noch was für den nächsten Rom-Besuch übrig bleiben), machen wir Fotos auf dem Petersplatz. Außer den Gebäuden ist definitiv eine Wallfahrtsgruppe in voller Tracht aus Bayern fotogen.

Das aus weißem Marmor erbaute Nationaldenkmal Monumento Nazionale a Vittorio Emanuele II ehrt den ersten König des neugegründeten Königreichs Italien. Der verwendete schneeweiße Mamor hebt sich sehr von der eher erdfarbenen Umgebung ab, dass der Volksmund das Gebäude auch gern mal als Hochzeitstorte oder Schreibmaschine bezeichnet. Allerdings kann man an der Mamorfassade auch den Luftverschmutzungsgrad ablesen.

Berninis Elefant steht als Teil des Obelisks der Minerva seit 1677 auf der Piazza della Minerva. Zwölf Jahre zuvor wurde in einem Garten ein vergrabener ägyptischer Obelisk gefunden, für den der Bildhauer und Architekt Bernini einen Sockel bauen sollte. Bernini war schon lange zuvor von Elefanten fasziniert gewesen, wahrscheinlich hatte er 1630 einen echten Elefanten in Rom gesehen und von dem bereits viele Studien angefertigt.

Berninis Werk inspirierte wiederum den Dänen Carl Jacobsen zum Entwurf des Elefantentores am Hauptgebäude der Carlsberg Brauerei in Kopenhagen, da waren wir auch schon mal.

Das Pantheon ist ein ehemaliger römischer Tempel, inzwischen natürlich eine Kirche, in der u.a. zwei italienische Könige begraben sind. Das Gebäude ist kreisrund mit einem säulengestützten Eingang, eines der best erhaltenen antiken Gebäude in Rom, da es über die Jahrhunderte hinweg immer in Gebrauch war.

Im MAXXI haben wir in der Architekturausstellung gelernt, dass der jetzige Termini Hauptbahnhof auch ein Meisterwerk seiner Zeit ist. Also sehen wir uns den noch einmal genauer an. Das Hauptgebäude ist 1948 bis 1951 komplett im Stil des ‚Neuen Bauens‘ errichtet worden, 128 Meter lang und 32 Meter breit. Links am Haupteingang kann man man die Überreste der Servianischen Stadtmauer aus dem 4. Jahrhundert vor Christus zu sehen (es geht in Rom offensichtlich immer noch älter). Die Verkleidung aus Aluminium glänzt seit der umfassenden Renovierung des Bahnhofs Jahr 2000 anlässlich des Heiligen Jahres wieder sehr schön. Im Inneren ist die geschwungene Decke aus Stahlbeton ein Hingucker.

Zu Weihnachten 2006 ist der Bahnhof Johannes Paul II. gewidmet worden, eine Plastik schmückt den Vorplatz.

Einen ganz besonderen Zauber entfaltet diese alte Stadt in der Dämmerung und nachts, wenn die grandiosen Gebäude angestrahlt werden, entweder vom weichen Licht der Abendsonne oder vom den Strahlern.

Aber auch die Vögel werden von dem Licht erfasst und erzeugen eine magische Atmosphäre.

Ein Stadtrundgang macht abends besonders Spaß, wenn es nicht kälter als 20 Grad wird.

Bei diesem Wetter ist es auch nicht verwunderlich, dass sich die Plätze umso mehr füllen, je länger die Nacht voran schreitet. Es ist laut und bunt, die Getränke werden aus den umliegenden Bars geholt, Mehrweg ist hier unbekannt.

Etliche Eisdielen haben bis nach Mitternacht geöffnet. Hier genießen wir Ingwer-Kastanienhonig-Zitrone und Basilikum-Walnuss-Honig (rechts) bzw. Blueberry-Cheesecake und Schoko-Minze (links).

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  1. Pingback: Grazer G’schichten (4): Ein heiliger Elefant? (Graz, Juli 2018) – maykayka-travels

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