Heute geht es mit dem Bus M-210 immer an der Küste entlang nach Málaga, durch sympathisch aussehende Vororte, noch weitgehend ohne sonnenhungrige Touristen. Das Tief, das die Einheimischen in ihren gesteppten Winterjacken, aber nicht in Winterstarre verharren lässt, bringt für uns angenehme 17 Grad Celsius und einen bewölkten Himmel mit sich.
Unser Erkundungsgang in Málaga führt uns zunächst durch die älteste Weinstube am Platz. Hinter dem Tresen stehen große Fässer mit verschiedenen Weinen und ältere Herren in weißen Kitteln, die Weine in kleinen Gläsern an ältere Herren ausschenken, die vor dem Tresen stehen. Leider riecht es heute zu sehr nach Schwimmbad, sodass wir nur durchschlendern, um in der nahen Markthalle in das reichhaltige Angebot an Obst und Gemüse, Fisch, Fleisch und Geflügel einzutauchen. Die ersten Erdbeeren sind schon da, wir kaufen aber Nisperos (Japanische Wollmispel) zum Probieren, die kennen wir nicht, haben sie aber gestern in Frigiliana gesehen.

Dann finden wir einen Stand, an dem wir uns durch Oliven, Salzmandeln und kleine halbgetrocknete Feigen durchprobieren. Letztere kommen auch mit. Zum Abschluss gibt es noch leckere Scampi-Spieße, frisch zubereitet.
Auf der Haupteinkaufsstraße, der Calle Marqués de Larios ist für uns schon der rote Teppich ausgerollt. Die Farbe zusammen mit den cremefarbenen Hausfassaden durch die entsprechende Sonnenbrille betrachtet, lässt einen sofort gut drauf kommen! Der rote Teppich macht Werbung für das demnächst stattfindende Filmfest mit ausschließlich spanischen Filmen. Daher ist es nicht so schlimm, dass wir dann schon nicht mehr hier sein werden.
An der Plaza de la Merced wartet Picasso vor seinem Geburtshaus und wunderbarer schwarzer Kaffee in der nächsten Bar auf uns, garniert mit sehr professioneller Straßenmusik, einmal das Real Book hinauf und hinunter. Da bleiben wir doch gern etwas länger sitzen.

Dann wird es doch zunehmend kühler und auch nasser, so dass wir uns in das Museo Picasso Málaga begeben. Picasso wurde in Málaga geboren, aber die Stadt besaß bis 2009 nur wenige Frühwerke von ihrem berühmten Sohn, der bereits mit zehn Jahren wegzog. Durch eine großzügige Stiftung seiner Schwiegertochter und seines Enkels konnte das Museum eröffnen und wir erhalten einen Überblick über seine gesamte Schaffensperiode. Die berühmten und wohlbekannten Werke werden dort natürlich nicht gezeigt, aber auch nicht vermisst. Der Künstler schuf durchgängig großartige Werke. Dazu gibt es in der Sonderausstellung „und Fellini träumte von Picasso“ wurden Zeichnungen und Filmausschnitte von Fellini den passenden Werken von Picasso gegenüber gestellt. Begegnet sind sich die beiden nie, aber sie Beschäftigten dich beide mit den gleichen Themenbereichen ‚weibliche Archetypen‘, ‚Mythologie des Mittelmeers‘ und dem Zirkus.
Ein kleiner Tipp für den Besuch: die Security weist einen in die bestehende Schlange ein. Man sollte jedoch freundlich lächelnd an der Schlange vorbei die Treppe hinauf steigen. Hinten rechts befindet sich die Kasse. Die Schlange führt zur Garderobe mit den Schließfächern. Es ist aber nicht notwendig, seine Sachen dort abzugeben.
Danach geht es durch schöne Parkanlagen zum Hafen.
Dort werden Wind und Regen stärker, da ist Essen immer eine gute Idee. Nach einer wirklich riesigen Pizza bei „O Mamma Mia“ am Muelle Uno und nur noch nassen 14 Grad schaukelt uns der Bus M-260, müde wie wir sind, langsam durch den sich zurückziehenden Regen zurück.







