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Schon wieder zurück in Hamburgo. Nett, wie wir sind, haben wir den Sonnenhungrigen an der Costa del Sol den strahlend blauen Himmel und das Haut und Seele wärmende Himmelsgestirn gelassen und geben uns mit norddeutschem Schmuddelwetter bei nicht einmal acht Grad zufrieden. Muss ja! Immerhin blühen die Narzissen. Mit ihrem strahlenden Gelb wärmen sie das Herz.

Diesmal flogen wir mit Iberia Express einen Inlandsflug nach Madrid und anschließend mit Iberia weiter nach Hamburg. Beide Flüge unspektakulär, auch hier gibt es ohne Extrabezahlung keine Verpflegung. Unsere belegten Brote waren eine gute Idee. Da es auch sonst keine Unterhaltung an. Bord gibt, empfehlen sich unterschiedliche elektronische Ablenkungen oder das gute alte Buch. Im direkten Vergleich schneidet Norwegian besser ab als Iberia. Bei letzteren ist das Boarding allerdings wesentlich angenehmer. Sie teilen alle beim Check-in in Gruppen ein (und ziehen das auch konsequent durch). So staut es sich nicht im Flieger und man gerät weniger in Stress.

Dass der Madrider Flughafen zu den größten in Europa zählt, haben wir gemerkt. Wir sind das gesamte Terminal 4 abgeschritten, und das ist lang! Gelandet am einen Ende, weitergeflogen am Anderen. Entworfen vom britischen Stararchitekten Richard Rogers besticht es durch eine besonders schöne Dachkonstruktion. Der Neubau war vor seiner Eröffnung im Jahr 2006 die größte Baustelle Europas.
Inzwischen hat sich das Tief über uns festgesetzt, es regnet und hat frische 14 Grad. Eine gute Gelegenheit, um lange zu schlafen und dann einzukaufen. Es geht nach Torre del Mar, einem Küstenstädtchen und populärem Badeort im Sommer.
Zuerst geht es in den Supermercado am Ortseingang. Wir lieben es, in fremden Ländern durch alle Regalgänge zu flanieren, um das lokale Angebot zu studieren und neue Wörter zu lernen. Außerdem sind Lebensmittel auch gute Mitbringsel. Sie stehen nicht herum und setzen Staub an, sondern landen über kurz oder lang im Magen (außer der Lavendelseife natürlich, die diesmal mit im Wagen landet). Was kommt sonst noch mit: Dulce de Membrillo ist ein eingedicktes Quittenmus als Brotaufstrich, süß und lecker; Almendra Frita Marcona sind gesalzene Mandeln zum Knabbern, auch sehr lecker.
Torre del Mar selbst ist ein richtig netter Ort, kleine schmale Straßen mit interessanten Geschäften münden auf kleinen Plätzen, auf denen sich die Bewohner die Parkplätze streitig machen.
Und natürlich gibt es viele Lokale zum Tapas essen. Wir landen im Café Venecia, essen gut, nutzen das WLAN und sitzen die Regenschauer aus.
Dann zieht es uns doch noch an den Strand, den wir mehr oder weniger für uns haben. Die Strandpromenade ist sehr schön gestaltet, viele Kunstobjekte sind während eines Festivals entstanden. Und alles sieht schön frisch gewaschen aus, da sich inzwischen alle Regenschauer zu einem Guss zusammen getan haben!
Dann haben wir doch genug und fahren zurück in die trockene Unterkunft, die sich mit mobilen Elektroheizkörpern aufwärmen lässt. Sehr hilfreich für das Wohlbefinden sind auch starker Kaffee und die Einkäufe aus der lokalen Panaderia.
Heute geht es mit dem Bus M-210 immer an der Küste entlang nach Málaga, durch sympathisch aussehende Vororte, noch weitgehend ohne sonnenhungrige Touristen. Das Tief, das die Einheimischen in ihren gesteppten Winterjacken, aber nicht in Winterstarre verharren lässt, bringt für uns angenehme 17 Grad Celsius und einen bewölkten Himmel mit sich.
Unser Erkundungsgang in Málaga führt uns zunächst durch die älteste Weinstube am Platz. Hinter dem Tresen stehen große Fässer mit verschiedenen Weinen und ältere Herren in weißen Kitteln, die Weine in kleinen Gläsern an ältere Herren ausschenken, die vor dem Tresen stehen. Leider riecht es heute zu sehr nach Schwimmbad, sodass wir nur durchschlendern, um in der nahen Markthalle in das reichhaltige Angebot an Obst und Gemüse, Fisch, Fleisch und Geflügel einzutauchen. Die ersten Erdbeeren sind schon da, wir kaufen aber Nisperos (Japanische Wollmispel) zum Probieren, die kennen wir nicht, haben sie aber gestern in Frigiliana gesehen.

Dann finden wir einen Stand, an dem wir uns durch Oliven, Salzmandeln und kleine halbgetrocknete Feigen durchprobieren. Letztere kommen auch mit. Zum Abschluss gibt es noch leckere Scampi-Spieße, frisch zubereitet.
Auf der Haupteinkaufsstraße, der Calle Marqués de Larios ist für uns schon der rote Teppich ausgerollt. Die Farbe zusammen mit den cremefarbenen Hausfassaden durch die entsprechende Sonnenbrille betrachtet, lässt einen sofort gut drauf kommen! Der rote Teppich macht Werbung für das demnächst stattfindende Filmfest mit ausschließlich spanischen Filmen. Daher ist es nicht so schlimm, dass wir dann schon nicht mehr hier sein werden.
An der Plaza de la Merced wartet Picasso vor seinem Geburtshaus und wunderbarer schwarzer Kaffee in der nächsten Bar auf uns, garniert mit sehr professioneller Straßenmusik, einmal das Real Book hinauf und hinunter. Da bleiben wir doch gern etwas länger sitzen.

Dann wird es doch zunehmend kühler und auch nasser, so dass wir uns in das Museo Picasso Málaga begeben. Picasso wurde in Málaga geboren, aber die Stadt besaß bis 2009 nur wenige Frühwerke von ihrem berühmten Sohn, der bereits mit zehn Jahren wegzog. Durch eine großzügige Stiftung seiner Schwiegertochter und seines Enkels konnte das Museum eröffnen und wir erhalten einen Überblick über seine gesamte Schaffensperiode. Die berühmten und wohlbekannten Werke werden dort natürlich nicht gezeigt, aber auch nicht vermisst. Der Künstler schuf durchgängig großartige Werke. Dazu gibt es in der Sonderausstellung „und Fellini träumte von Picasso“ wurden Zeichnungen und Filmausschnitte von Fellini den passenden Werken von Picasso gegenüber gestellt. Begegnet sind sich die beiden nie, aber sie Beschäftigten dich beide mit den gleichen Themenbereichen ‚weibliche Archetypen‘, ‚Mythologie des Mittelmeers‘ und dem Zirkus.
Ein kleiner Tipp für den Besuch: die Security weist einen in die bestehende Schlange ein. Man sollte jedoch freundlich lächelnd an der Schlange vorbei die Treppe hinauf steigen. Hinten rechts befindet sich die Kasse. Die Schlange führt zur Garderobe mit den Schließfächern. Es ist aber nicht notwendig, seine Sachen dort abzugeben.
Danach geht es durch schöne Parkanlagen zum Hafen.
Dort werden Wind und Regen stärker, da ist Essen immer eine gute Idee. Nach einer wirklich riesigen Pizza bei „O Mamma Mia“ am Muelle Uno und nur noch nassen 14 Grad schaukelt uns der Bus M-260, müde wie wir sind, langsam durch den sich zurückziehenden Regen zurück.

Eine halbe Autostunde entfernt vom Flughafen besuchen wir eine Freundin in Benajarafe, direkt am Strand der Costa del Sol. Und, sagen wir es mal so, ein Tiefdruckgebiet hier ist deutlich wärmer und freundlicher als bei uns im Norden Deutschlands. Nach einem ersten Orientierungsspaziergang durch Olivenhaine und über grüne Hügelchen und einer Siesta geht es auf eine kleine Rundtour durch die Berge.
Wir starten in Frigiliana, einem außerordentlich hübschen Bergdorf mit schmalen Gassen nur für Fußgänger in der Altstadt. Das Auto wird man auf einem der vielen Parkplätze gut los. Dann geht es treppenweise immer höher hinaus, bis wir schließlich an einem Aussichtspunkt landen. Da noch nicht einmal Nebensaison ist, ist das Café leider noch geschlossen. Also noch ein Stückchen weiter, schon wieder bergab, bis zu einem Restaurant, dessen Küche zwar geschlossen hatte, das aber Getränke auf der Terrasse mit einer wunderbaren Aussicht über den Ort bis nach Nerja und das Mittelmeer serviert.
Anschließend geht es weiter in die Berge, immer am Rande des Nationalparks der Sierras von Tejeda, Almijara und Almara entlang. Dieser westliche Teil, auch bekannt unter dem Namen Axarquía, besticht durch viele kleine Dörfer inmitten von terrassenförmig angelegten Obst- und Gemüsegärten (jetzt gerade blühen die Avocadobäume). Eines wollen wir genauer erkunden. So fahren wir nach Cómpeta hinein. Irgendwo gibt es einen schönen Vorplatz an der örtlichen Kirche, also hinein in die schmalen Gassen. Leider fahren wir ohne Navi und biegen eher auf Verdacht ab. So landen wir schließlich an einer Mauer, von der im 90-Grad-Winkel eine Gasse und eine Treppe abbiegen, beide weniger als zwei Meter breit.

Unser Seat Mii ist nur 1,65 m breit, eine Passantin bestätigt, dass die Gasse schmal ist aber ‚posible’ ist. Aber trotz vielem Hin und Her würden wir nicht ohne Lackschaden an der metallverstärkten Hauskante vorbei kommen. Also rückwärts am Berg um fast 90 Grad zurückgestoppt und in die nächste Gasse hinein. Die endet in einer doppelten Haarnadelkurve, die gefühlt fast senkrecht in die Tiefe geht, natürlich auch wieder extrem schmal. Da stecken wir nun: hinunter trauen wir uns nicht, zurück gegen den Berg machen Kupplung, Auto und Fahrerin nicht mehr mit, die Handbremse ist kurz vor dem Versagen.
Glücklicherweise kommt ein deutsches Ehepaar, das seine Hunde ausgeführt hat, Bewohner des Dorfes, des Weges, versteht unsere Not und der Mann bietet uns an, den Wagen hinunter und auf die Hauptstraße zu fahren, während seine Frau uns dorthin zu Fuß führt. Das Angebot nehmen wir gern und erleichtert an und kurze Zeit später ist das Leben wieder unser Freund!

Auf diesen Schreck hin verzichten wir auf Kirchen- und Vorplatzbesichtigung und verlassen Cómpeta zügig wieder.

Wir fahren weiter nach Algarrobo zum Essen in einem kleinen familiengeführtem Restaurant, die „Bar Cano Benito“, sehr zu empfehlen. Mutti kocht, Sohnemann macht die Bar, die Tochter den Service und Papa kümmert sich um die Gäste. Es gibt lecker Fisch: frittierte und gegrillte Rosada, frittierten Kabeljau, dazu Tomaten-Zwiebel-Avocado-Salat und Pommes, und das alles für sehr wenig Euros. Zum Nachtisch gibt es das Champions League Spiel Real Madrid gegen Juventus Turin, zusammen mit spanischen Zuschauern. Als die Italiener zur Halbzeit führen, fahren wir müde und erschöpft, aber satt und glücklich nach Hause.
In den letzten Jahren haben wir; wer den Blog fleißig verfolgt hat, der weiß das; vielfältige Reiseerfahrungen mit diversen Automobilen gesammelt. Da wir in diesem Reisejahr immer nur ein paar Tage Zeit am Stück haben, müssen wir unseren ökologischen Fußabdruck etwas breiter werden lassen: wir fliegen fast alle Strecken.
Den Beginn macht Norwegian Airlines ab Hamburg. Ein Abflug am Abend gewährt eine zügige Anreise über eine staufreie Autobahn. Ein Blick auf die Abflugtafel sagt uns, dass der Flug nicht ausfällt, sondern nur 20 Minuten später abfliegt als geplant. Die Menschen bei der Sicherheitskontrolle sind freundlich, ja fast entspannt. Alle relevanten Gegenstände landen in den schwarzen Schalen, auch wirklich alle Jacken (Zwiebelprinzip wegen der zu erwartenden Temperaturunterschiede). Der Ganzkörperscanner tut nicht weh.
Und dann kommt eine der beiden Handgepäckstasche doch nicht über das Rollband zu uns gerutscht. Was könnte da drin und übersehen worden sein, was in der anderen Tasche nicht ist? Das Rätsel löst sich auf für uns überraschende Weise: Sie haben eine volle Wasserflasche gefunden, die natürlich nicht mit durch die Kontrolle darf. Die hatten wir komplett vergessen!
Aber austrinken dürfen wir dort am Ende des Förderbands auch nicht. Das möchten wir aber gern, denn prompt setzt stressmäßig ein ungemeiner Durst ein. Da wir noch Zeit bis zum Abflug haben, passt einer auf das gesamte Gepäck auf, die andere wird von dem Sicherheitspersonal, das auch die Flasche trägt, wieder vor die Sicherheitsschleusentür geleitet. Dort wechselt die Flasche wieder die Hände und wird in wenigen Minuten ausgetrunken. Nach Aufruf durch das nette Personal („die Frau mit der Flasche, bitte!“) wird die nun etwas längere Schlange umgangen, noch einmal gescannt (natürlich ohne Jacke, die mit der leeren Flasche wieder in der Schale des Sicherheitspersonals liegt) und schließlich landen alle Dinge wieder in den richtigen Händen.
Wer nun denkt, was die ganze Geschichte eigentlich soll; das gehört ja inzwischen zum Allgemeinwissen beim Fliegen, dass volle Flaschen nicht durchgehen. Tja, auch im anderen Handgepäck befindet sich eine volle Wasserflasche, die allerdings nicht entdeckt wurde. Wir haben dann auch lieber nichts gesagt, um nicht doch noch den Flieger zu verpassen.
Norwegian ist ebenfalls ein Billigflieger. Allerdings sitzen wir in einer neuen Boeing 737 mit Bildschirmen und free wifi an Bord. Das macht den Flug ganz angenehm, auch wenn es Getränke und Snacks nur gegen Bares gibt. Dafür kommen wir für knapp 40€ pro Nase bis nach Málaga, wo noch ein Unwetter tobt. Wir sind gespannt auf die Landung!
Das Heck unserer Maschine, die Rückenflosse, ziert ein Foto von Wenche Foss, einer sehr berühmten und häufig ausgezeichneten und geehrten norwegischen Schauspielerin, die bereits 2011, allerdings 93jährig, gestorben ist. Als die überhaupt erst fünfte Frau in Norwegen erhielt sie ein Staatsbegräbnis.
Wenn man einmal ein Sabattjahr genommen hat und auf den Geschmack gekommen ist, möchte man immer mehr davon. Aber so schnell geht es nun doch nicht. Erst in gute drei Jahren wird es wieder so weit sein.
Aber bis dahin wollen wir nicht warten und werden in diesem Jahr den einen und anderen Kurztrip durch Europa machen.
Anfang des Jahres waren wir schon in Dänemark, um uns in einem netten Sommerhaus am Ringkøbingfjord zu erholen. Morgen geht für ein paar Tage nach Andalusien/ Spanien.
Stay tuned!