
In dieser Saison schaffen wir tatsächlich drei verschiedene Aufführungen – gute Planung!
Auch King Lear haben wir hier vor einiger Zeit schon einmal gesehen. Der König ist alt und des Regierens müde. Daher möchte er sein Königreich gerecht an seine drei Töchter verteilen. Sie müssen ihm nur erklären, wie sehr sie ihn lieben. Leider weiß er die Klugheit seiner jüngsten und Lieblingstochter nicht zu schätzen und glaubt lieber den Schmeicheleien der beiden älteren. Die jüngste erhält nichts und wird des Landes verwiesen. Die älteren erhalten auch noch ihren Anteil, berauben ihren Vater natürlich prompt seines Reichtums und Gefolges und verjagen ihn schließlich bettelarm vom Hof. Nachdem der König von seinen ältesten Töchtern aus dem Haus gejagt wurde, zeigt er zunehmend Anzeichen von Demenz und muss als Obdachloser schmerzlich erfahren, wie die andere Seite der Gesellschaft, zu der er bisher keinen Kontakt hatte, lebt. Am Ende seines Lebens gelingt es King Lear zwar, seinen Irrtum einzusehen, helfen tut ihm dass allerdings nicht mehr, denn zum Schluss sind alle Hauptpersonen tot.

Diesmal ist das Bühnenbild sehr modern gehalten, alles eingerüstet und mit weißen Planen abgehängt, wie in den Bezirken einer Stadt, in denen keiner mehr lebt. Die SchauspielerInnen kommen als Heimat- und Obdachlose gemeinsam auf die Bühne und nehmen diese in Besitz. Am Ende gibt es auch nur einen minimalen Tanz, um allen Zuschauern zu signalisieren, dass die Menschen nicht wirklich tot sind. Dann gehen alle wieder geschlossen mit ihren Habseligkeiten als Heimat- und Obdachlose von der Bühne. Sehr eindrucksvolle Vorstellung mit, wie bei Mr. S. üblich, mit durchaus lustigen Einlagen.