Bath, Somerset, part 2

Bei unserem Herumstrolchen durch die Innenstadt kamen wir an dieser, exponiert an einer Straßenecke liegender Kirche vorbei und sahen das verlockende Schild ,Church and Cafe open’. 
Eine gute Idee: Kaffee trinken in der Kirche St. Michael’s Without. Ein lustiger Name für eine Kirche, Sankt Michael Ohne, … ohne was? Eines Infotafel gibt Auskunft. Sie lag bei der Erbauung außerhalb (auch eine Bedeutung von without) der Stadtgrenzen. Plötzlich hört sich der Name völlig logisch an. Der Kuchentresen und der Servicebereich dahinter sind in einem Kirchenflügel untergebracht, die Tische und Stühle rahmen das Taufbecken ein, christliche Popmusik untermalt die Unterhaltungen. Die einheimischen älteren Bewohner treffen sich hier zum gemeinsamen Lunch. Eine ganz wunderbare Atmosphäre für eine kurze Verschnaufpause. 

Dadurch kamen wir etwas zu spät ins Orgelkonzert in der Bath Abbey, Orgel-Matinee immer mittwochs um 13:10 Uhr, Eintritt frei, Spende erbeten. Wir hörten uns schöne ältere und neuere Musik an und konnten uns schon mal im Sitzen die aufwändig gestalteten Deckengewölbe und Kirchenfenster ansehen, bevor wir sie uns nach dem Konzert noch einmal aus der Nähe anguckten.


Anschließend ging es in die Assembly Rooms, die mehrere, unterschiedlich große Säle (Ballsaal für bis zu 1000 Personen, Tearoom für die Einnahme von Erfrischungen für die rastlosen TänzerInnen ab 21 Uhr, ein achteckiger Saal für Karten- und Glücksspiele (außer sonntags, da war Glücksspiel verboten und man lauschte einem Orgelkonzert) für alle möglichen Events vorhalten, und das schon seit 1771. Damals wurden die Damen und Herren der High Society dort per Sänfte hingetragen, bei den damaligen Straßen-und Schmutzverhältnissen und der Kleidung, die zu solchen Events getragen wurde, eine sehr gute Idee. Dort tanzten, spielten, tranken und aßen die Menschen dann die ganze Nacht, und in jedem Raum gab es die passende Livemusik. Auch heute kann man die Räume noch mieten, z.B. für die Hochzeitsfeier, vielleicht nicht mit ganz so vielen Gästen.


Aber das eigentliche Ausflugsziel war das Fashion Museum, das im Untergeschoss beheimatet ist. Dort wurde die Geschichte der Mode der letzten 400 Jahre in 100 Objekten gezeigt und dazu eine Sonderausstellung zur Verwendung von Spitze in der Mode. Sehr interessante Objekte, zum Beispiel Handschuhe, die von Zeitgenossen Shakespeares getragen wurden, Designerbeispiele direkt vom Catwalk und prämierte Uni-Abschlussarbeiten vom letzten Jahr. 


Großen Spaß machte es auch, sich anschließend zu verkleiden. 

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