St. Ives, Cornwall

Wir haben inzwischen die Küste gewechselt und sind am nordwestlichen Ende Cornwalls angekommen, in St. Ives, benannt nach der Heiligen Ia aus dem 13. Jahrhundert, die der Legende nach das Meer von Irland aus nach Cornwall auf einem Blatt überquerte, weil sie das Boot verpasst hatte, um dann auch noch vor ihm anzukommen. Wie gut, dass wir heutzutage Schiffe für solche Aktionen haben. Aber so wird natürlich auch kein Ort nach uns benannt, geschweige denn eine Kirche geweiht.Seitdem die Eisenbahn im 19. Jahrhundert hierher gebaut wurde, erfreut sich St. Ives, oder auch Porth Ia, großer Beliebtheit bei den Feriengästen. Wir sind mitten in der Hochsaison hier, und es ist schon immer wieder einen Hingucker wert, wie die Autos sich durch die engen Gassen der Altstadt schlängeln oder quetschen. 

 

Die Altstadt weist gleich zwei Strände auf, ideal zum Schwimmen (nahezu alle tragen Neoprenanzüge dafür) oder zum Surfen lernen (ebenfalls in Neopren, macht auch gleich viel schlanker). 


Auch Künstler wurden schon immer von diesem Ort angezogen. Berühmt ist das Atelier der Bildhauerin Barbara Hepworth, die hier viele Jahrzehnte gearbeitet hat oder das vom Töpfer Bernard Leach, an dessen ehemaliger Wirkungsstätte, die jetzt ein Museum ist, jeden Tag auf unserem Gang vom Ferienquartier in die Altstadt vorbei gehen. Rosamunde Pilcher ist in einem Ortsteil von St. Ives geboren, das in ihren Romanen Porthkerris heißt.

Die Sonne macht sich äußerst rar während unseres Aufenthaltes, darum nutzen wir die Zeit für Museumsbesuche, Shopping in den charity shops, Essen und Wäsche waschen. Von 8:30 bis 13:00 Uhr ist der Waschsalon auch mit einer Person besetzt, die Wäsche im Auftrag wäscht, Geldscheine in Münzen wechselt, sehr hilfreich ist und auch mit Ausflugszielen nicht spart. Er hat sogar einmal als Statist in einer Rosamunde-Pilcher-Verfilmung mitgespielt: als eine Hauptrolle eine Herzattacke erlitt, musste er sich entsetzt die Hände vor den Hund schlagen. Er machte es sehr anschaulich vor. Nachdem die Wasch-und Trockenmaschinen unglaublich viele Pfundmünzen gefressen hatten, war unsere Wäsche sauber und trocken. Im Kleiderschrank der Unterkunft hängt ein kleines Tisch-Bügelbrett, das wurde anschließend ausprobiert, klappte gut.


Der ‚Wäscher‘ (in der Tür zu sehen) erzählte auch, dass die Gegend hier eher arm ist. Wenn die Sommertouristen weg sind, gibt es nahezu keine Einnahmequellen mehr. Wahrscheinlich wird deshalb jeder zur Verfügung stehende Raum vermietet, die kleinste Hütte und auch der Raum über der Toreinfahrt. 


Unsere Unterkunft liegt ca. 15 Gehminuten (wenn wir bergab gehen, sonst mehr) vom Stadtzentrum entfernt, ist ein Neubau (sehr gute sanitäre Ausstattung), aber ohne Verpflegung, dafür mit einem kleinen Kühlschrank und Weingläsern, um den Weißwein angenehm zu temperieren, für uns kein adäquates Frühstück. Wir haben uns erst einmal Picknickschüsselchen und Müsli gekauft, und löffeln das Müsli jetzt jeden Morgen schön langsam mit dem Teelöffel aus. Wir sind ja im Urlaub und haben Zeit. 

Das ist der Blick aus unserem Zimmer:

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