The Lost Gardens of Heligan, Mevagissey, Cornwall


Ein weiteres Gartenprojekt, The Lost Gardens of Heligan, ist ganz in der Nähe vom Eden Project, diesmal handelt sich es um das größte Restaurierungsprojekt des Landes oder sogar Europas. Das gesamte Anwesen von Heligan, ca. 81 Hektar groß (riesig!), mehr als 400 Jahre im Familienbesitz, im 18. und 19. Jahrhundert so ausgereift, dass die gesamte Gemeinde fast autark leben konnte, versank nach dem Ersten Weltkrieg vollständig unter Brombeerhecken in einen Dornröschenschlaf und wurde erst Ende des letzten Jahrhunderts wieder erweckt. Wie konnte das geschehen? Mindestens 13 der angestellten Gärtner, Zimmerleute und Arbeiter zogen in den Krieg, neun von ihnen bezahlten das mit ihrem Leben. Der Eigentümer Heligans konnte das nicht verwinden, zog weg und vermietete das große Herrenhaus, das später verkauft und in einzelne Wohnungen unterteilt wurde. Dadurch wurde es von den es umgebenden Ländereien abgetrennt und letztere „versanken“ in den Dornröschenschlaf.

Zu Beginn der 1990er zeigte der Erbe das verwilderte Gelände einem befreundeten Archäologen. Mit Hilfe von anderen enthusiastischen Freunden, ohne Geld, aber mit einer Vision, begannen sie, das Gelände nach und nach frei- und neu anzulegen, die verfallenen Gebäude zu restaurieren, um die Anlage in altem Glanz erstrahlen zu lassen. Sie wollten mit der Anlage nicht die sonst übliche Geschichte der reichen Großgrundbesitzer erzählen, sondern die harte Arbeit der Arbeiter würdigen. 


Das gelingt: Wir sind über eine Borneo-Hängebrücke über den Dschungel gegangen, haben die alten, halb im Morast versunkenen Skulpturen entdeckt (siehe Fotos am Anfang) und gelernt, wie man zu viktorianischen Zeiten, als man alles exotische besonders hoch schätze, Ananas in eine Art Gewächshaus zog (links und rechts des eigentlichen Hauses werden die Pflanzen den Winter über mit Pferdemist beheizt, im Foto unter den Holzklappen). Als nach einigen Jahren des Ausprobierens die ersten zwei Früchte erntereif waren, wurde die zweite Ananas der Königin zur Goldenen Hochzeit geschickt. Die erste aßen die Gärtner selbst, um sicher zu gehen, dass sie nicht nach Pferdemist schmecken würde.


Wir liefen über Felder und Wiesen, sahen die Tiere, den Obstgarten mit dem Federvieh darin, den Küchengarten und den Blumengarten und noch ganz viel mehr und uralte Rhododendrenbäume, unter denen man Spazierengehen konnte. Eine Theatergruppe hatte dort etliche Szenen eingerichtet.

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