Travelling the States European style

Der Unterschied beim Reisen durch die Vereinigten Staaten von Amerika und beim Reisen durch Europa ist schon groß. Eigentlich die einzige Gemeinsamkeit ist das Steckenlassen des Ausweises, wenn man in einen anderen Staat fährt (es sei denn, man möchte auf die ausstiegswütige Insel im Nordwesten des Kontinents). Es ist eine große Leistung der EU, das Schengen-Abkommen realisiert zu haben. Die vielen nicht mehr benötigten Grenzanlagen zu sehen, inzwischen von Rainfarn und Gräsern überwuchert, nur die Geschwindigkeit beim Überqueren der Grenze muss ein wenig reduziert werden.In wenigen Tagen sind wir von Deutschland nach Tschechien, wieder nach Deutschland, durch Luxemburg und Belgien gefahren und schließlich in Frankreich angekommen, um nach England überzusetzen. Wir haben die Eger, den Neckar, den Rhein, die Mosel, den Ärmelkanal und dann die Themse überquert. Nebenbei haben wir in Deutschland auch noch 11 von 13 Flächen-Bundesländern mitgenommen. In den grenznahen Gebieten der Eurozone ist das Bezahlen mit der gemeinsamen Währung überall möglich, wir hätten in Tschechien gar nicht deren Koruna benötigt (der Wechselkurs war für uns aber besser). Ansonsten fährt man durch Euroland und kann die Preise überall gut vergleichen. Schade, dass in Luxemburg unser Tank noch fast voll war, 93 Cent für einen Liter Diesel!!

leaving Germany, arriving in Luxemburg
leaving Luxemburg, arriving in Belgium
leaving Belgium, arriving in France

Die Sprachenvielfalt ist allerdings eine Herausforderung, das war in den USA für uns definitiv leichter. Die Art und Weise, wie wir gern mit den Menschen kommunizieren, wenn wir unterwegs sind, war in Tschechien nur ganz rudimentär möglich. Dazu kam, dass so gar nichts in der sichtbaren Umwelt für uns lesbar war. Die slawischen Sprachen sind nahezu nicht entschlüsselbar für uns. Und die Aussprache erst! In Karlsbad gab es dazu Geschäfte, die nur kyrillische Schilder hatten, die waren für uns offensichtlich auch nicht gedacht: es gab keinerlei Preisschilder bei den Auslagen. Die Tourismusoffiziellen verweisen ständig auf die vielen Dichter, Denker, Musiker aus den letzten Jahrhunderten, die oft und gern nach Karlsbad zum Kuren gekommen sind. Den Häuseraufschriften, Gedenktafeln und Wanderpfaden nach zu urteilen, war das halbe deutschsprachige Europa schon da. Man vergisst dabei schnell, dass bis in die 1950er (???für Geschichtsinteressierte, benetz Dekrete ) hinein in dem Teil Böhmens mit den berühmten Kurbädern Karlsbad, Marienbad, Franzensbad Deutsch die normale Verkehrssprache war, mehrheitlich wurde weiterhin die Muttersprache gesprochen. Das Kommunizieren wäre damals für uns also einfacher gewesen, allerdings hätten wir nicht zu den Schichten der Bevölkerung gehört, die sich das Reisen hätten leisten können. Unter diesem Gesichtspunkt ist es dann doch besser, ’still‘ durchs Land zu reisen. In Belgien frischten wir unsere schon längs verschüttet geglaubten Französischkenntnisse wieder auf. Erstaunlich, was sich in den hintersten Gehirnschubladen nach 40 Jahren noch alles befindet. England und Nordirland wird die nächsten Wochen ein Kinderspiel, was die Sprache angeht. Und das Pfund steht inzwischen auch günstiger für uns.

Mode, für die Dame, für das Kind, für den Herrn, ist doch nicht so schwer

Ach ja, und genau vor einem Jahr sind wir gestartet in unser großes, unbekanntes Abenteuer. Wie schnell doch die Zeit vergangen ist und wie gut wir uns an das Leben auf Zeit an anderen Orten gewöhnt haben. Unterwegs zu sein fühlt sich jetzt ganz normal an. Wir sind schon gespannt auf das endgültige Ankommen zuhause, werden wir wieder sesshaft werden können? Aber noch haben wir ja zweieinhalb Wochen vor uns.

Eisberge voraus! Aber nein, the White Cliffs of Dover, again, diesmal in the middle of the heat wave

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