Heute haben wir uns aus dem Wanderwegeangebot unseren eigenen Rundweg gebastelt: von der Pestsäule aus die Nummer 13 hinauf zur Diana, die Nummer 17 wieder hinab zum Startpunkt der Funiculaire. Zu viel Insider-Sprech??
Hier kommt der Klartext:
Die Pestsäule, eigentlich die im Barockstil erbaute Dreifaltigkeitssäule, wird so genannt, weil sie 1716 als Dank dafür erbaut wurde, dass Karlsbad von der 1713 in ganz Böhmen wütenden Pest verschont geblieben war.

An ihr vorbei führte uns die Wanderwegausschilderung in den Wald hinein. Die Wetter-App sagte zwar Regen und Gewitter vorher, aber irgendwie haben wir das nicht so Ernst genommen und verdrängt. Glücklicherweise sind die ‚Lusthäuser‘, diese kleinen Hütten, in den Wäldern reichlich vertreten, denn gerade als wir eines passiert hatten, begann es ausdauernd zu regnen und zu donnern.


Wir warteten die Schauer ab, wurden dann noch etwas nass vom Nachregen aus den Bäumen, bis wir dann den Aussichtsturm ‚Diana‘ auf der Anhöhe ‚Freundschaft‘ (560 m über dem Meeresspiegel) bzw. die dazu gehörige Gaststätte erreichten.


Im Wanderführer wird es etwas blumiger beschrieben: „Bei einer klassischen Gelände-Kur machen sich zusätzlich etliche, für den menschlichen Organismus erforderliche bioklimatische Anregungen positiv bemerkbar.“ Das stimmt, der Kaffee samt Apfelstrudel mit Eis und Schlagsahne machten sich gut. Die im Brotlaib servierte Gulaschsuppe, obwohl sehr lecker, haben wir diesmal nicht genommen, denn das Frühstück fiel schon sehr üppig aus. Die meisten Gäste des Ausflugslokals gehen allerdings nicht zu Fuß zur Diana hinauf oder steigen gar bergab, sondern fahren mit der ‚Funiculaire‘ (neues Wort gelernt heute, ist Deutsch! Allerdings geläufig in der Schweiz, es handelt sich um eine Standseilbahn.) Wir haben den schlängeligen Abstieg auf dem Weg Nummer 17 gewählt und kamen so auch noch am Jesus vorbei.


Im Vorwort unseres kleinen Reiseführers heißt unser Wandererlebnis dann so: „Die klimatische Gelände-Kur ist nicht nur bei der Heilung von Kranken im Sinne einer angemessenen Rehabilitation und nachfolgender Vorbeugung, sondern auch für bisher gesunde Personen als Mittel zur Bewahrung der persönlichen Gesundheit von unschätzbarem Wert. Außerdem handelt es sich um eine ausgezeichnete Ergänzung der klassischen Kurbehandlung und die Möglichkeit zur Erforschung des Zaubers der Wälder in der Umgebung des Kurorts.“ Yeah!
Was wirklich dermaßen out ist („Du willst den Scheiß doch wohl nicht auch noch fotografieren?!“), illustriert die folgende Danksagung an die Mutter:

No english translation this time, another nice walk in the woods surrounding Carlsbad.