Wir vermissen das Reisen doch schon sehr. Aber das, was uns während der Reise beschäftigte, können wir auch hier haben. Außer der schönen Landschaft gibt es jede Menge Kunst und Kultur in der Heimat. Daher ging es schon vor einigen Tagen nach Büdelsdorf in die Carlshütte zur NordArt. Zeitgenössische Kunst aus Ecken der Welt, in die man sonst nicht so einfach kommt. Diesmal gab es außer vielen chinesischen Künstlern, die immer reichlich vertreten sind, einen israelischen Pavillon mit zum Teil ganz anregenden Exponaten, zum Teil allerdings auch gefüllt mit Objekten, bei denen man sich streiten kann, ob die Kitschgrenze nicht doch schon überschritten wurde. Im Skulpturengarten standen altvertraute Bekannte, aber auch interessantes neues herum. Glücklicherweise hatten wir uns den zuerst angesehen, bevor der Dauerplatzregen begann. Aber die Kunststudentinnen, die dort jobben, sind sehr nett. Nach dem Besuch der Wagenremise begleitete uns eine von ihnen mit einem großen Schirm zu den Hallen der ehemaligen Eisengießerei.



Gestern waren wir auf Entdeckungsreise in Nordfriesland. Wir begannen in Hattstedt auf dem Mikkelberg, dem nordischen Center für Kunst und Crickett (eine lustige Mischung, oder?). In der diesjährigen Sommerausstellung „Unerwartete Wege“ werden Bilder der dänischen Malerin Joan Riis und des deutschen Malers Uwe Carstens aus Hamburg gezeigt. Letztere trafen so gar nicht unseren Geschmack, zu sehr geprägt von seinem ehemaligen Beruf als Werbegrafiker. Aber die Bilder der Dänin waren klasse.



Später ging es noch ins Nordfriisk Instituut nach Bredstedt zum ersten Vortrag des diesjährigen Sommer-Instituts. Die Leiterin des Museums Kunst der Westküste auf der Insel Föhr, Prof. Dr. Ulrike Wolff-Thomsen, stellte uns die beiden nordfriesischen Maler Hans Peter Feddersen und Jochen Hein vor. Der Vortrag stand unter dem Titel „Ein nie endender Dialog zweier Maler aus Nordfriesland“ und setzte die Bilder Heins, 1961 in Husum geboren, in Beziehung zu Feddersens expressiven Bildern von der Westküste. Beide Maler waren für uns eine Entdeckung und schwupps, schon ist auch noch ein Besuch auf Föhr für den September geplant, denn dann sind dort zwei Ausstellungen von Jochen Hein zu sehen, der für die Einzelausstellung einen Ausstellungstermin in New York hat sausen lassen.