Zuhause?

Wir sind wieder da. Sind wir schon wieder da? Das ist schwierig zu beantworten. Unsere Seelen sind noch auf Reisen. Die Körper sind zuhause, das sich aber nur widerständig zurück erobern lässt. 

Die vom langen Schlafen in zu kurzen Betten auf zu durchgelegenen Sitzpolstern angeschlagenen Körper sind dank Ostheopathie-Behandlungen und Ibuprofen 800 schon auf dem Wege der Besserung. Die vielen vor einem Jahr gepackten Kartons, die in Nachbars Keller lagerten, sind fast alle geleert. Aber auf unserem Dachboden schlummert noch einiges. Das Auspacken und wieder Einrichten gestaltete sich nicht so einfach wie gedacht. Wir haben ja beim Packen bereits kräftig aussortiert und bei jedem Teil überlegt, ob wir es in einem Jahr wiedersehen wollen. Nun kam aber doch wieder jedes verbliebene Ding auf den Prüfstand, und wieder fuhren wir etliches ins nahegelegene Sozialkaufhaus, damit andere damit glücklicher werden. Die Veränderungen einer so langen Reise schlagen sich eben nicht nur im Äußeren wieder, sondern auch in den Bedürfnissen und Vorlieben, die sich anders entwickelt haben.

Der Garten hatte sich in der Abwesenheit trotz Pflege im Frühjahr innerhalb kürzester Zeit in eine grüne Hölle verwandelt. Einen Kick-Start bekam er, als wir unsere Kinder und deren Freunde zum freiwilligen Arbeitseinsatz einluden. Insgesamt ca. 30 Stunden konzentrierte Arbeit im Garten an einem nieseligen Sonntag zahlten sich schließlich aus. Den Rest schaffen wir mit der Zeit auch allein. Die Chance der unbegrenzten Zeit wird neben der Gartenarbeit für die Aufarbeitung von alten Möbelstücken genutzt. Inzwischen sind bestimmt schon acht Schränke jeglicher Größe abgeschliffen und neu lasiert bzw. geölt bzw. gewachst bzw. geölt und gewachst und kiloweise Grünabfälle zum Recyclinghof gefahren. So nimmt das häusliche Interieur nebst Garten langsam bewohnbare Formen an. 

Fertig! Mit vier Körnungen abgeschliffen, geölt, geschliffen, mehrmals gewachst und poliert!

Zwischen den ganzen notwendigen Arbeiten sehnen wir uns aber auch nach dem Zustand des Reisens zurück. Nun wohnen wir ja dort, wo andere ihren Jahresurlaub oder gleich ihren Ruhestand verbringen, weil es hier so wunderschön ist. Wir haben bereits drei Radtouren in die Umgebung gemacht. War sehr schön, aber auch anstrengend, wir leben schließlich im Naturpark Hüttener Berge. Und die haben ihren Namen nicht von ungefähr.

in der Nähe des Nord-Ostsee-Kanals
Eckernförder Bucht
Eckernförde ist schon gut, nur ein bisschen zu viele Rentner hier

Und wir vermissen tea and scones. Aber das kann man ja auch selbst machen. Daher haben wir eine kleine Testreihe gestartet. Inzwischen sind wir bei einem Rezept aus einer National Trust Broschüre gelandet und modifizieren es nach und nach für unseren Geschmack. Sie sind zwar noch nicht ganz optimal, aber es sieht doch schon ganz gut aus, oder?

fruit scones and plain scones with jam and butter (no clotted cream)


Trying to get used to our old home again. Unpacking boxes, working in the garden, brushing up old furniture. And from time to time taking the bikes for a ride into our own beautiful countryside. We miss tea and scones dearly, so we started to bake them ourselves. We’re still working on the final recipe but we’re getting closer.

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