Da unsere gute Betty viel weniger Zeit beanspruchte als gedacht (nicht einmal der Reifendruck hatte sich nach einem halben Jahr Einlagerung spürbar geändert), konnten wir die eine Woche Aufenthalt im static caravan im New Forest nutzen, um noch ein paar Ausflüge zu machen. Die Fahrten waren auch gut für die Autobatterie, die konnte sich immer wieder gründlich aufladen. Das Handbuch des National Trust liefert gute Anregungen für lohnenswerte Ziele.
Nach Winchester wollten wir aber eher der Kathedrale wegen. Die Melodie und die Textzeile „I’m flying in Winchester cathedral, sunlight pouring through the break of day“ aus dem Lied „Cathedral“ von Crosby, Stills & Nash waberte in unseren Köpfen herum. Also wollten wir uns den Ort ansehen, der schon mal Inspiration für einen Liedtext war. Die Cathedral hat uns allerdings wesentlich besser gefallen als sie im Lied daher kommt. Das ist aber auch nicht verwunderlich, denn wir waren, im Gegensatz zu Graham Nash, nicht auf einem LSD-Trip, als wie sie besichtigt haben.
Winchester selbst ist eine sehr schöne Stadt zum Bummeln. Aufgrund der engen Gassen im Ortskern gibt es einen P&R-Service. Für £2,50 konnten wir unser Auto einen Tag lang parken und beide mit dem Bus in die Innenstadt und zurück fahren. Hinweise zu einer ersten Besichtigungstour kamen noch gratis vom netten Busfahrer dazu. Wir ließen uns gemütlich bis zum West Gate fahren und genossen es, endlich einmal wieder eine richtige Innenstadt zu Fuß zu erleben. Winchester war die Hauptstadt Englands, bevor London sie im 11. Jahrhundert ablöste, und entsprechend eindrucksvoll ist sie mit prächtigen alten Gebäuden bestückt.

Die Kathedrale ist eine der größten in Großbritannien und besitzt das größte Langhaus Europas. Für die Besichtigung wird ein ordentlicher Eintritt verlangt, aber dafür ist das Ticket auch ein Jahr lang gültig. Es ist allerdings fraglich, ob wir in der Zeit noch einmal dahin kommen werden. Wir haben viel Zeit dort verbracht, denn es war einiges zu entdecken:






Die großartige Winchester Bibel durften wir nicht fotografieren. Sie ist die größte der englischen Bibeln aus dem 12. Jahrhundert, die noch in einem sehr guten Zustand ist. Sie wurde während eines Zeitraumes von 40 Jahren von einem einzigen Mönch geschrieben, was für eine Hingabe! Die farbigen Ausgestaltungen übernahmen sechs Künstler, die für ihre Arbeit u.a. auch Gold und Lapislazuli verwendeten, damals fast unbezahlbar. Kein Wunder, dass die Bibel unvollendet blieb; dem Bischof, der sie in Auftrag gab, ging dann doch trotz gigantischem Reichtums das Geld aus.
Nach einer Stärkung in Form von starkem englischen Tee und cornish pastries in der Fußgängerzone haben wir noch die Winchester City Mill am East Gate besichtigt. Wahrscheinlich die älteste noch voll funktionsfähige Wassermühle, aber an unserem Besuchstag wurde kein Korn gemahlen, ganz gut eigentlich bei einer vorhandenen Stauballergie.

Our car was in a relatively good state after standing for half a year in a yard. Even the tyre pressure was okay. This gave us time for some outings. Our National Trust handbook had a lot of suggestions, but first we had to visit Winchester because of Crosby, Stills & Nash’s song ‚Cathedral‘. Thank God we didn’t take any LSD, as Graham Nash did during his visit (just listen to the lyrics!). So we had a very nice and interesting time in the building. Walking on medival tiles, visit Jane Austen’s grave, learned about the diver who worked on the foundation of the Cathedral for whole six years, visit the oldest part the Crypt with the modern statue of a man contemplating about the water in his cupped hands, gazed at the Great Screen and the huge glass windows.
After a break with tea and Cornish pastries we had enough energy regained to visit the Winchester City Mill with its more than 1000 years of milling, and still working! Winchester is definitely worth a visit, the High Street had a lot of nice shops, too.