Leben auf dem Kreuzfahrer -Life on a cruise ship

Die Internetverbindung beim letzten post war so schlecht, die Bilder wurden Pixel für Pixel hochgeladen. Darum gab es so lange nichts Neues. Aber nun haben wir mal wieder eine stabile Leitung und die nächsten Bilder können gezeigt werden. Diesmal zeigen wir euch, was wir so alles in den drei Wochen auf unserem Schiff gemacht haben.

Wifi was as slow as snails the last week, it took ages to post the last pictures. But now the connection is better, time to show you, what we did the three weeks on our ship.

„This is Captain Aris from the bridge!“ – Welcome champagne reception
Showtime: The singers and dancers performing ABBA-songs
part of the fabulous Navigator of the Seas Orchestra performing as a Jazz Quintet
taking sun bathes
watching movies on the big screen at night
admiring the ship’s interior
enjoying wonderful food each evening in the Sapphire Main Dining room
a great Beatles cover band in the theatre
Ice skating show (in the Caribbean!)


Bilder aus der Karibik

our itinerary – unsere Reiseroute

Hallo, wir sind inzwischen wieder in Europa und dann auch in England angekommen. Aber bevor es weitere Berichte gibt, kommt hier erst einmal eine Fotostrecke von der Kreuzfahrt in die Karibik.

Hey there, we arrived in Europe again. Right now we’re in England. But before there are more texts about our three weeks on the ship, here are some pictures from the part in the Caribbean.

Labadee, Haïti
Labadee, Haïti. Navigator of the Seas
San Juan, Puerto Rico. El Morro
San Juan, Puerto Rico. Cobble stones and colourful houses

Basseterre, St. Kitts
Basseterre, St. Kitts

Philipsburg, St. Maarten
Marigot, St. Martin

Fort Lauderdale, Florida
Mega yachts in Ft. Lauderdale
part of millionaire’s row in Ft. Lauderdale

Let’s cruise the Carribean Sea!

Achtung: der folgende Bericht über unsere Kreuzfahrt in die Karibik ist sehr lesenswert, enthält aber leider keine Fotos, da wir nur einen ganz kleinen zeitlichen Slot zum Hochladen hatten. Sorry. Die Fotos werden nachgeliefert, sobald wir in England sind und wieder eine stabile wifi-Verbindung haben werden.
8 Tage Karibik-Kreuzfahrt, die wir recht kurzfristig gebucht hatten, da wir noch acht Tage zwischen unserem New York-Aufenthalt und der Rückfahrt nach Europa zu überbrücken hatten. Wir wollten die gut 1900 km eigentlich mit einem Mietwagen zurücklegen, in Motels übernachten und uns auf dem Weg noch einige Orte ansehen, bevor wir noch zwei Tage ins Hotel in Fort Lauderdale übernachten wollten. Aber die Kosten wären so hoch gewesen für eine nur minimale Qualität bei Unterbringung und Verpflegung, dass wir lieber hinunter geflogen und eine Kreuzfahrt unternommen haben. Dabei bekommt man einfach mehr für sein Geld. Außerdem können wir so gleich auf dem Schiff bleiben, denn die Rückfahrt war bereits auf demselben Schiff gebucht. 

Die Kreuzfahrt begann in Fort Lauderdale, Florida. Wir hatten den Transfer vom Flughafen zum Kreuzfahrtterminal mitgebucht, allerdings dauerte es so lange, bis unsere vielen Koffer kamen, dass der Bus mit den anderen Gästen zwischenzeitlich losfuhr. Den nächsten Bus, ein großer Reisebus, hatten wir dann für uns ganz allein. So bekommt das Wort Stretchlimo eine ganz andere Bedeutung.

Die Fahrt in die Karibik ist weit, so fuhren wir am ersten Tag nur auf dem Atlantik und hatten Zeit, das Schiff zu erkunden. Unser Schiff, die Navigator of the Seas, ist viel kleiner als die Anthems of the Seas, mit der wir hergefahren sind, aber immer noch ziemlich groß und schon so lange im Dienst, dass der Service wesentlich besser ist. Taufpatin war übrigens Stefanie Maria Graf, bei uns eher unter Steffi bekannt. 

Es ist sehr schön warm hier in der Karibik bei konstantem Sonnenschein und unglaublich blauem Wasser. Jetzt im Frühjahr ist es für uns eine gute Zeit, sich hier aufzuhalten, wir haben die 30-Grad-Marke noch nicht ganz erreicht. Und es ist windig oben auf den Sonnendecks. Die kreuzfahrterprobten haben große Klammern mitgebracht, mit denen sie die Handtücher an den Liegen befestigen. Wenn man vorne um den Bug geht, weht der warme Wind so stark, dass der Kaffee aus dem Becher auf das T-Shirt weht (und der Becher war nicht bis zum Rand gefüllt).

Abends ist es immer noch warm (und sehr windig, weil wir dann immer fahren) und draußen laufen auf der großen Leinwand über der Poolanlage Kinofilme. Das ist schon ein Erlebnis, den neuesten James Bond oder Star Wars Film draußen im warmen Wind auf der Liege liegend zu sehen. 

Wie immer auf den Kreuzfahrtschiffen kann man 24 Stunden am Tag etwas zu essen bekommen. Die Qualität der Mahlzeiten ist sehr gut. Abends gibt es immer ein drei- oder viergängiges Menu, das wir uns selbst zusammen stellen. Und immer ist es sehr gut. Der Service an Bord ist fantastisch, schnell und freundlich. Das einzige, worauf wir wirklich achten müssen, ist, dass wir nicht zuviel von all den leckeren Früchten, Cookies, Eis und Snacks, Pizzen, verschiedenen Fleischsorten und Pommes essen. Dagegen hilft dann auch nicht mehr, für die sechs bis acht Etagen täglich die Treppen zu benutzen. Es gibt auch einen Fitnessraum und einen running track, aber dafür ist es uns zu warm. Die meisten Mitfahrer und Mitfahrerinnen achten darauf nicht und sehen entsprechend voluminös aus. Gut, dass es für tagsüber weite bunte Flattergewänder und für den Abend Stretchbekleidung gibt. 
Wenn wir abends nicht zu müde sind, gucken wir uns die unterschiedlichen Shows an. Außer den musikalischen Shows mit Sängern und Tänzern zu Broadwaymelodien haben wir eine ganz tolle Zaubershow gesehen, eine Show mit Motownhits, eine Show mit einer Beatles Tribute Band, sehr stilecht aus Liverpool eingeflogen und eine Eistanzrevue, atemberaubend auf relativ kleiner Fläche. Das Schiffsorchester ist prima, manchmal spielte ein Teil von ihnen als Jazzband. Es gibt mehrere Band, die in den unterschiedlichsten Bars spielen. Sie spielen nachmittags auch im Poolbereich, den wir zum Baden vermieden haben, obwohl er schön gestaltet ist. Aber es ist dort immer voll und laut.
Und natürlich haben wir mehrere Inseln der Antillen angelaufen: Haïti, Puerto Rico, St. Kitts and Nevis (das war der südlichste Punkt) und St. Maarten/St. Martin. Die Tour endete nach zwei weiteren Tagen nur auf See wieder in Fort Lauderdale, Florida. Dann hatten wir insgesamt fast 2400 km zurück gelegt.

Haïti

Unser erster Landgang war auf der alten Pirateninsel Hispaniola, wir machten in Labadee im Norden von Haïti (Ayiti) fest. Kolumbus hat hier das erste Mal Festland betreten und wurde freundlich von den Ureinwohnern, den Taïnos, begrüßt. Nach dem er später bei der spanischen Krone in Ungnade gefallen war, weil er wohl zu freundlich zu den Ureinwohnern war (außerdem war er auch noch Italiener), wurde er von einem weniger freundlichen Spanier abgelöst, der in gnadenloser Ausbeutung der Goldminen die Ureinwohner innerhalb weniger Jahre auslöschte. So mussten afrikanische Sklaven geholt werden, da sie widerstandsfähiger waren, was die Gesundheit und das Klima anging. Deren Nachfahren haben sich später, zu Beginn des 19. Jahrhunderts als erste Sklaven die Freiheit erkämpft, ihre Unabhängigkeit von Frankreich erklärt und die erste Republik ausgerufen. Inzwischen gehörte Haïti zu Frankreich und Napoleon konnte sich das natürlich nicht gefallen, so schickte er Truppen nach Haïti, um die Goldvorräte für Frankreich zu sichern. Allerdings wurden die französischen Truppen unerwartet geschlagen. Schon vor Waterloo eine Niederlage für Napoleon, von der wir im Geschichtsunterricht nichts gehört hatten. Nur für die Vollständigkeit, da Napoleon dann ohne Gold ziemlich pleite war, musste er das französische Louisiana (eine wesentlich größere Landmasse als der jetzige Staat) an Jefferson verkaufen, so dass die noch nicht vorhandene USA ganz günstig und schnell zu mehr Land kamen.

Gold war schon immer der Grund, Hispaniola in seinen Besitz zu bringen. Als die Spanier sie besaßen und ausbeuteten, wollten die anderen großen europäischen Seemächte England und Frankreich gern ihren Anteil abhaben. Da sie die Minen nicht direkt bekommen konnten, schickten sie Unternehmer mit Schiffen los, ausgestattet mit der königlichen Befugnis, spanische Schiffe überfallen und ausrauben zu dürfen. Francis Drake und Walther Raleigh waren Piraten, Kaperfahrer, ein ganz legales Unternehmen. Solange sie den Löwenanteil der Beute bei der Krone abgaben, waren sie wohlgelitten, wurden eventuell geadelt, wie die beiden zuvor genannten, oder auch zum Gouverneur einer neuen Kolonie gemacht. Steckten sie aber zu viel oder auch alles in die eigene Tasche, waren sie outlaws und durften gejagt werden. Der gute alte Captain Jack Sparrow also war zu gierig und wollte der Krone nichts abgeben. Sobald einem Piraten das Leben auf dem Schiff zu anstrengend wurde und er sich auf’s Land zurück zog, wurde aus ihm ein Buccaneer. Die haben dann gejagt und Landwirtschaft betrieben und mit den Seepiraten gehandelt. 

Unser Guide Lamy wies immer wieder darauf hin, das es wichtig für die Entwicklung seines Landes ist, keine Geldspenden zu schicken (auch nicht in Katastrophenfällen), sondern dass Bildung der Schlüssel ist. Haïti braucht Schulen und Universitäten, die von ausländischen Investoren oder Institutionen gebaut und unterhalten werden. Die eigene Regierung, welche das auch immer gerade ist, ist eher erpicht darauf, sich schnell zu bereichern, als der Bevölkerungsmehrheit zu mehr Bildung und Wohlstand zu verhelfen. Investoren, die Arbeitsplätze schaffen, sind wichtig bei einer Arbeitslosenquote von 80%. Die meisten gehen nach der Grundschule von der Schule ab, Lamy musste sieben Meilen täglich hin und her laufen, um die weiterführende Schule zu besuchen. Da hat er dann Englisch gelernt. Dadurch hat er den Job als historical tour guide bekommen, den er jetzt seit acht Jahren macht. Dadurch konnte er seiner Familie, die bis dato in einer Strohhütte lebte, ein Haus aus Ziegeln bauen mit drei Schlafräumen.

Puerto Rico

Hier landeten wir direkt an der Altstadt von San Juan, der Hauptstadt von Puerto Rico an. Die Insel ist US-amerikanisches Hoheitsgebiet. Wir hatten wieder einen historischen Spaziergang gebucht und wurden als erstes in einen Bus geladen, der uns zum El Morro, einem der drei historischen Befestigungsanlagen der Altstadt fuhr (für amerikanische Verhältnisse wäre dieser kurze Anstieg viel zu anstrengend gewesen). Die Altstadt ist noch fast komplett von einer Stadtmauer umgeben. Und die Forts, bzw. Fortresses, da sie eine Kirche auf dem Gelände haben, liegen direkt am Wasser und schützen die Hafeneinfahrt. Eines der Forts (San Cristóbal) markiert übrigens einen der Punkte des berüchtigten Bermudadreiecks. Der Grund, weshalb dort untergehende Schiffe spurlos verschwinden, liegt übrigens darin, dass der Meeresgrund so tief wie der Mount Everest hoch ist. 

Wir bekamen einen guten Eindruck von den Eroberungsversuchen und Kämpfen, die hier im Laufe der Jahrhunderte stattgefunden haben. Uns wurde dann die Wehranlage eingehend erklärt, bevor die fitten unter uns die ungemein steile und anstrengende Rampe zur den unteren Batterieanlagen auf eigene Faust hinunter- und wieder hinauf gehen durften. Außer uns haben es einige wenige gewagt, die dann die 77 (!) Stufen wieder mit Pausen hinauf keuchten. Wir haben die Treppe in einem Rutsch bewältigt, für die anderen waren immer nach je sieben Stufen kleine Absätze zum Verschnaufen eingebaut, insgesamt zehn. Wenn man als Soldaten dort eine Kanone hinaufschieben musste, kann man die Notwendigkeit für Pausen zwischendurch gut verstehen. Aber nur sich selbst hinauf bugsieren, das kann für etliche eine Herausforderung werden. Aber am Schluss waren alle wieder oben und der Spaziergang konnte weiter gehen. Nun ging es kreuz und quer durch die historische Altstadt, die Weltkulturerbe ist. San Juan ist die zweitälteste europäische Siedlung in den Americas, eine spanische Gründung und von den Spaniern lange gehalten, bis die Insel im spanisch-amerikanischen Krieg Ende des 19. Jahrhunderts an die USA fiel. 

Die Kopfsteinpflasterstraßen bestehen aus gebrannten Ziegeln aus Europa, die, weil fehlerhaft, dort nicht zum Hausbau verwendet wurden, sondern als Ballaststeine auf den Segelschiffen auf die Antillen fuhren. Sie sind bläulich auf der Oberfläche, das ergibt ein sehr schönes Bild der Straßen. Wie in jedem anständigen amerikanischen Ort lag auch hier das Geld auf der Straße und musste nur aufgesammelt werden. Dazu gab es unglaublich viele Katzen, die hier die Wächter der Straßen genannt werden. Sie werden von allen gepflegt und gefüttert, überall stehen Schalen mit Wasser herum. Für die Unmengen an Tauben wird übrigens Futter verkauft, damit sie sich auf den Händen, Armen und Schultern der Touristen niederlassen (die Werbung nennt das eine wunderbare Fotogelegenheit für unwiederbringliche Momente, für uns bleiben es Flugratten). Nachdem die Tour beendet war, erkundeten wir die Altstadt noch ein wenig auf eigene Faust weiter, bevor es für uns zurück aufs Schiff ging. Viele unserer Mitreisenden gingen noch shoppen (tax free) und trinken, wir legten erst spät abends ab.

St. Kitt’s and Nevis

Auch hier machten wir wieder direkt an der Altstadt der Inselhauptstadt Basseterre fest. Aber diese Insel war eher enttäuschend. Direkt am Hafen gibt es eine große Shopping Mall, da man hier duty free einkaufen kann. Die Altstadt dahinter ist sehr ärmlich und heruntergekommen. Wir haben eine Tour auf eigene Faust gemacht und außer uns waren von den viertausend Menschen auf dem Schiff noch fünf andere unterwegs. Hier waren nur Kittians, so nennen sich die Einwohner, zu sehen, die ihren alltäglichen Geschäften nachgingen. Aber von den Touristen scheint hier wenig Geld anzukommen. Das Geld wird wohl eher am Strand gemacht. Da wollten wir eigentlich auch noch hin, da der hier sehr schön sein soll. Dorthin kommt man aber nur mit einem Taxi. Dazu hatten wir aber nach zweieinhalb Stunden in der prallen Sonne bei 30 Grad keine Lust mehr, vor allem, weil am Strand auch kein Schatten zu erwarten war. Deshalb ging es frühzeitig wieder aufs Schiff, um die Kühle, den Schatten, den Wind und das Essen zu genießen. Vom Schiff aus war auch gut zu sehen, dass die Insel aus einer langen Hügelkette besteht. Früher gab es hier viele Zuckerrohrplantagen, die enorm viel Geld abgeworfen haben. Aber von dem Glanz ist nichts mehr zu sehen, jedenfalls nicht in dem Teil der Hauptstadt, in dem wir waren. Die kleinere Nachbarinsel Nevis hat ihren Namen wahrscheinlich vom Mt. Nevis in Schottland. Der Berg in der Mitte sieht ähnlich aus und war wie sein Namensvetter den ganzen Tag wolkenverhangen. Diese beiden Inseln bilden einen souveränen Staat und sind Mitglied des Commenwealth. Die Autos fahren links und auf den Münzen (ja, auch hier haben wir eine gefunden) ist die Queen abgebildet. Die Schulkinder tragen Uniformen und die größte Kirche ist eine anglikanische Kathedrale (auch sehr renovierungsbedürftig). 

St. Martin / St. Maarten

Hier erwartete uns das krasse Gegenteil, seit einem halben Jahrhundert touristisch erschlossen, 5% Arbeitslosigkeit. Wir legten in Philipsburg, der Hauptstadt des holländischen Teils der Karibikinsel an. Diese Insel ist besonders, da sie eigentlich aus zwei Ländern besteht, dem kleineren holländischen Teil und dem etwas größeren französischen Teil, dessen Hauptstadt Marigot heißt. Ein Hauptanziehungspunkt für Touristen ist neben den über 30 Stränden an Atlantik und Karibik natürlich die Möglichkeit, steuerfrei einzukaufen. Das haben viele auch ausgenutzt. Wir haben eine Rundtour über die hügelige Insel in einem oben offenen Doppeldeckerbus gebucht. Der Bus kam übrigens aus Berlin, von der BVG. Er war nur von außen rot angemalt worden. Innen hingen noch alle Schilder aus dem Berliner Einsatz des Busses.

Die Grenze zwischen beiden Inselteilen ist erst einmal gar nicht so sichtbar. An den Straßen, auf denen man sie kreuzt, ist mit Flaggen in beiden Nationalfarben bestückt, manchmal steht auch ein Gedenkstein. Aber die Auswirkungen sind bemerkenswert. Auf der einen Seite beträgt die Stromspannung wie bei uns 230 V und man bezahlt mit Euro, auf der anderen Seite gibt es spezielle Gulden und die Geräte laufen mit 110 V. Aber überall kann man mit US-Dollar bezahlen. Es gibt auf der Insel nur Grundschulen. Für den weiteren Bildungsweg muss man z.B. entweder nach Curaçao oder nach Holland oder man geht nach Guadeloupe oder Frankreich

Die Insel ist so schön, dass viele reiche und prominente Amerikaner dort ein Ferienhaus (sprich Anwesen) haben. Es wohnen ca. 100.000 Einwohner und es muss alles, was benötigt wird, importiert werden. Das gilt auch für Lebensmittel wie Mango oder Cashews, die dort wachsen. Aber die Mengen sind viel zu gering, um alle zu versorgen. Es gibt nur noch eine einzige Farm, die produziert. Alles andere ist fest in Tourismushand, weil der Industriezweig einfach viel, viel mehr Geld abwirft. Zitat: Es zahlt sich aus, freundlich zu sein. 

Auf der ganzen Bustour durch die zum Teil sehr hügeligen Hügel (von Bergen kann man bei 300 m Höhe nicht wirklich sprechen) und Orte haben wir nicht eine einzige Straßenampel gesehen. Überall gibt es nur Kreisverkehre. Irgendwann wurde die Stromrechnung für die Ampeln so hoch, dass sie alle auf der Insel abgeschafft und durch die Kreisel ersetzt haben. Es gibt einen internationalen Flughafen auf der Insel, dessen Landebahn direkt an den Strand anschließt. Diese Bucht ist bei Touristen beliebt, weil die Flugzeuge, auch die großen Boeings, direkt über einem einfliegen, zum Greifen nah. Wenn man unvorsichtig ist, kann einen der jet blast umwehen bzw. ins Meer blasen. Das wollten wir dann doch nicht riskieren und sind am Ende der Rundtour lieber an den Strand in Philipsburg, direkt in der Stadt gegangen, um uns in dem wunderbar blauen und klären Wasser abzukühlen. Es ist ein Genuss, hier in der Karibik zu baden und zu schwimmen. Salziges Wasser wie zuhause, aber dieses Blau! Wunderschön. 

Fort Lauderdale, Florida

Da wir unsere Fahrt auf demselben Schiff fortsetzen würden, hatten wir Zeit für einen Ausflug nach Fort Lauderdale. Die Kreuzfahrtschiffe legen im Port Everglades an. Von dort aus ist es nicht möglich, einfach in die Innenstadt oder zum Strand zu kommen. Daher haben wir eine Tour gebucht, die uns die Stadt zu Land und zu Wasser (Fort Lauderdale trägt auch den Namen „das Venedig Amerikas“) zeigen würde. Zuerst ging es im klimatisierten Bus mit wifi an Bord Richtung Strandpromenade, der Strand füllte sich gegen halb elf morgens langsam. Anschließend ging es über Las Olas in den historical district. Das erste Hotel in Ft. Lauderdale und eine Replik des ersten Ein-Raum-Schulhauses aus dem beginnenden 20. Jahrhundert und noch weitere alte Gebäude wurden zu Fuß während eines Spaziergangs erkundet. Wir kamen an der Stelle vorbei, an der ein Warenhaus eines berüchtigten Gangsters und Alkoholschmugglers stand. Gleich gegenüber dem Eingang fuhr und fährt immer noch die Eisenbahn entlang. Der Alkohol wurde in der Karibik gebrannt und mit Booten nach Fort Lauderdale gebracht. Da der Kanal oft von der Polizei kontrolliert wurde, versenkten die Schmuggler die Fässer im Kanal und holten sie wieder ab, wenn die Luft rein war. Im Volksmund hieß der Kanal Whiskey River und man sagte, dass zeitweise mehr Whiskey als Wasser im Kanal vorhanden war. Die Fässer landeten dann im Warenhaus und mussten nun in den Norden geschmuggelt werden. Das geschah per Eisenbahn, deren Waggons natürlich auch von der Polizei kontrolliert wurden. Sie fanden aber nichts, die Männer brachten immer nur Heuballen in die Waggons, und in denen war nichts zu finden. Das Geheimnis: der Alkohol wurde im Warenhaus in flache Flaschen, die bis dato unbekannt waren, umgefüllt, die Männer steckten je eine Flasche in ihre Stiefel (daher kommt das Wort bootlegger), trugen die Heuballen in die Waggons und versteckten dann erst die Flaschen in den Ballen. 

Nach dem Spaziergang wurden wir zum Anleger eines Ausflugsbootes gebracht und machten eine Schiffstour durch die Kanäle (die Wasserstraßen hatten alle Straßennamen), den New River und fuhren in den Intercoastal Waterway hinein. Die Fahrt führte uns an den Millionärsvillen vorbei, eine teurer als die andere. Es gab auch noch freie Bauplätze und begonnene Neubauten. Die Grundstücke verfügen alle über zwei Zugänge, einen von der Straße aus und einen vom Wasser aus. Vor einigen lagen auch die entsprechenden Boote. Diese Villen sind so unglaublich teuer, bis zu 35 Millionen Dollar. Und dann kamen wir an Yachten vorbei, die noch viel teurer waren. Es gibt ca. 64000 zugelassene Yachten in Fort Lauderdale, wobei die meisten die Stadt ab spätestens Juni verlassen, weil dann die Hurrikansaison beginnt und die Versicherungssummen ins Astronomische steigen. So eine Megayacht kann man für 500.000$ pro Woche mieten. Dann kommen die Spritkosten noch dazu. Das übersteigt unser Budget doch um so einiges. Die Anlegegebühr beträgt 7$ pro Tag. Das hört sich vergleichsweise günstig an, gilt allerdings pro 30 cm Rumpflänge! Die Schiffstour führte uns in den Intercoastal Waterway hinein bis zum Port Everglades, wo die Kreuzfahrer anlegen, aber eigentlich ist es ein riesiger Containerhafen. Das zur Zeit größte Schiff der Welt, die Allure of the Seas, lag auch dort, direkt daneben ein Aircraft Carrier, der neben diesem Riesenschiff ziemlich klein aussah. 

Nach einer Tour zum Flughafen, wo die meisten der Buspassagiere mitsamt Gepäck ausgeladen wurden, ging es zurück zum Schiff. Da wir bereits die Bordkarten für die nächste Kreuzfahrt hatten, ging es an allen Schlangen vorbei direkt aufs Schiff. Die Koffer waren schon in unserer neuen Kabine, ebenfalls alle Kleidung auf den Kleiderbügeln. Die neue Kabine hat ein Fenster zum Bug und ist um einiges größer. Und nun geht es weiter, noch einmal 15 Tage, yipeeh!