Wo dreht sich in Manhattan alles um das Geld? Richtig, in der Wall Street. Und dort haben wir heute unsere erste Fundmünze des Tages aufgehoben. Das Geld liegt also auch auf der Wall Street, man muss sich nur bücken und es aufsammeln. Die Wall Street hat ihren Namen übrigens von einer Mauer, die die Algoquin Indianer von Manhattan fernhielt. Die Indianer gibt es nicht mehr, die Banker waren alle in den Gebäuden bei der Arbeit, und trotzdem war es sehr voll auf der engen Straße. Sehr viele Touristen, so wie wir und noch viel mehr Schülerinnen und Studenten. Die haben sich alle in der Federal Hall eine Ausstellung zur amerikanischen Verfassung angesehen.


Wir sind aber in das Financial District gegangen, um uns noch ein paar Skulpturen anzusehen, eine von Jean Dubuffet, Four Trees und etliche von Louise Nevelson, die als einzige Künstlerin schon zu Lebzeiten die Ehre hatte, dass ein Platz nach ihr benannt wurde. Auf der Louise Nevelson Plaza sind Skulpturen von ihr aufgestellt.


Dann ging es wieder in die Lower East Side, diesmal nach Little Italy und Chinatown. Little Italy präsentiert sich mit seinen heute nur noch ca. 5000 italienischstämmigen Einwohnern als kleine Enklave inmitten von Chinatown, das sich immer weiter ausbreitet. Heutzutage wohnen ca. 80000 chinesischstämmige Einwohner hier.



Wir sind wieder kreuz und quer durch das Viertel mit seiner niedrigen Bebauung spaziert. Little Italy ist geprägt von Cafés und Restaurants, die alle Sitzgelegenheiten draußen anboten. Es roch dort verführerisch gut. In Chinatown dagegen gab es außer den Restaurants sehr viele Geschäfte. Und jede Menge Menschen, die uns auf der Straße sehr günstige Rolexuhren verkaufen wollten.


Es gibt auch noch Spuren der jüdischen Einwanderer, die aber im Laufe der Jahrzehnte weiter gezogen sind, weil sie es sich leisten konnten, heraus aus dem überbevölkerten Viertel zu kommen. Wir haben auf unserem Weg einige aufgegebene Synagogen gesehen. Etliche Läden sind aber weiterhin in jüdischer Hand und haben daher ab Freitagabend und am Sonnabend geschlossen.


Gegessen haben wir bei Katz’s Delicatessen, einer New Yorker Institution seit 1888. Das ist ein riesiger Raum, der 340 Menschen fassen darf. Wenn man durch die Tür kommt, erhält jeder als erstes ein kleines, orange farbenes Ticket. Darauf wird am Ende notiert, was man alles gegessen und getrunken hat. Als nächstes wird man gefragt, ob man sich selbst bedienen möchte oder den Kellnerservice in Anspruch nehmen möchte. Da die Theke unglaublich lang ist und keine Auslagen oder ähnliches sichtbar waren, wir sahen nur die vielen Salamis, die an der Wand hingen, haben wir uns sicherheitshalber für den Kellner entschieden. Andrew hat uns dann die Spezialitäten, für die das Geschäft berühmt ist, empfohlen und wir haben ein Pastrami Sandwich (geräuchertes und stark gewürztes Rindfleisch) und ein Brisket of Beef Sandwich (geschmorte Ochsenbrust) gewählt, aber ohne Beilagen. Das war gut so, denn die Sandwiches sind riesig. Wir hätten uns auch eines teilen können und wären satt geworden. Und lecker waren sie!! (Auf der Homepage ist ein kurzes Video zu sehen, klickt auf den Link.) Der Laden ist nichts für Vegetarier, hier gibt es nur Fleisch. Dazu gab es die unvermeidlichen pickles, diesmal in Form von zwei unterschiedlich eingelegten Gurken und eingelegte grüne Toomaten, ebenfalls sehr lecker. Nach dem Essen schreibt der Kellner seinen Namen und die Summen auf die kleinen Tickets und man geht zum Bezahlen an einen Schalter am Ausgang. Dort werden die Tickets wieder eingesammelt, auch die unbenutzten. Schade, denn sie wären ein schönes Souvenir gewesen.




Wir sind dann noch ein wenig den Broadway entlang gelaufen, bis die Füße endgültig weh taten und wir uns auf den langen Rückweg gemacht haben. Wir sind übrigens mit einem neuen Tagesrekord an Fundmünzen zurück gekommen, 14 waren es diesmal. Das Döschen wird langsam voll.